Björn berichtet uns von seiner 12-Tagestour am Panoramaweg Südalpen

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„Wir wandern nicht besonders schnell, sondern besonders intensiv.“

Grundsätzlich gilt bei unseren Touren: Die Wanderung muss Spaß machen. Aussichten, Begegnungen, gutes Essen und ein feines Bier sind jedem Leistungsdenken vorzuziehen. Auch auf dem PANORAMAWEG Südalpen konnten wir uns wieder mit vielen interessanten, freundlichen und hilfsbereiten Leuten unterhalten und haben eine ganze Menge über das Land, die Menschen, die Geschichte und die Lage in der heutigen Zeit erfahren.

Als Grundlage diente uns der Reiseführer des Landes Kärnten. Zusätzlich zur vorliegenden „Grundlage“ entsprechende Wanderkarten (Freytag&Berndt). Wobei die Wegführung größtenteils logisch und gut gekennzeichnet war. Ich werde im Folgenden daher nur Besonderheiten aufführen und nicht den Inhalt der Wanderbeschreibung wiederholen. Alle angegebenen Zeiten sind Wanderzeiten inklusive unserer (kleineren und bisweilen größeren) Pausen. Die Höhenmeter sind über Armbanduhr mit barometrischer Messung (Suunto Core) ermittelt und sind natürlich deswegen nur ungefähre Angaben. Der Mitwanderer, der die Daten erhebt, ist zwar Controller, hat aber eben auch Urlaub und gönnt sich deswegen einige Toleranzen mehr. GPS kommt nicht zum Einsatz.

Jetzt geht es aber los: Anfahrt mit dem Auto nach Rosenbach im Rosental. Direkt beim Ausgangspunkt des Wanderwegs gibt es einen Parkplatz auf dem problemlos geparkt werden kann. In fünf Minuten Entfernung zum Parkplatz befindet sich der Bahnhof. Das wäre geschickt für die Rückkehr, allerdings halten dort keine Züge mehr! Aber immerhin Busse, also doch in gewisser Weise irgendwie geschickt. Wobei Busse oftmals nur von Montag bis Freitag und in den Schulferien noch weniger, bis gar nicht verkehren. Alternativ gibt es immer noch die (teurere) Taxivariante – man kommt also – bei Bedarf – irgendwie zurück zum Start.

Etappe 1
Rosenbach im Rosental über Rosenbachsattel zur Kahlkogelhütte (Koca na Golici).
Zeit: 5h 42min. Höhenmeter: 1.193m rauf und 233m runter.

Kahlkogelhütte: Gutes und deftiges Essen bei Katharina. Klassische Berghütte.

Etappe 2
Kahlkogelhütte (Koca na Golici) über den Bärensattel zur Preschernhütte (Presernova Koch).
Zeit: 5h 40min. Höhenmeter: 967m rauf und 403m runter.

Preschnernhütte: Die Hütte aus dem Nichts. Am Fuße des Hochstuhls zog Nebel auf. Und beim Aufstieg im Nebel war sie plötzlich da. Wir waren so begeistert, dass wir gleich dageblieben sind und haben es nicht bereut. Essen und Wirtsleute ein Gewinn. (Topfenstrudel frisch gemacht.) Nachts war es so dermaßen windig, dass man meinte, das hauseigene Windrad sei ein immer wieder startender und landender Hubschrauber. Man gewöhnt sich dran.

Etappe 3
Preschernhütte (Presernova Koca) über Klagenfurter Hütte zum Gasthaus Deutscher Peter.
Zeit: 7h 52min. Höhenmeter: 342m rauf und 1.821m runter.

Den Hochstuhl als Etappenhöhepunkt haben wir wegen starkem Wind, Nebel und einsetzendem Regen dann ausgelassen und sind den Berg zur Klagenfurter Hütte umwandert.

Die Klagenfurter Hütte, was soll ich sagen? Einkehr bei Schmuddelwetter, die Suppen waren sehr fein, das Personal sehr freundlich. Aber: nach dem Umbau sieht es einfach aus wie ein Autobahnrastplatz, Systemgastronomie vom feinsten … ich brauch´s in den Bergen nicht. Aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Weiter zum Gasthaus Deutscher Peter. Da haben wir eigentlich nichts Besonderes erwartet. Ein Gasthaus an einer Passstraße eben. So kann man sich täuschen. Eine jahrhundertealte Familientradition (daher der Name), Essen aber hallo, die Zimmer werden gerade auch wieder renoviert und der Chef und Chefin verstehen ihr Handwerk.

Etappe 4
Gasthaus Deutscher Peter zum Koschutahaus.
Zeit: 7h 55min. Höhenmeter: 1.429m rauf und 864m runter.

Direkt unter der Koschuta verläuft der Wanderweg über Schotterfelder und eine seilversicherte Felspassage. Der Weg war eine Katastrophe und aufgrund der Schneefelder nicht ohne. Die Sicherungsseile an der Felsnase waren ausgerissen und es musste richtig geklettert werden. Ich denke, das war aber dem Saisonbeginn geschuldet und wird wieder instand gesetzt.

Koschutahaus: Moderne Hütte der Naturfreunde in toller Umgebung. Schöne Zimmer und schon wieder eine kulinarische Sensation. Mahlzeit.

Etappe 5
Koschutahaus zur Eisenkuppler Hütte.
Zeit: 8h 45min. Höhenmeter: 1.262m rauf und 955m runter.

Hier hat sich der erste Wanderfreund verabschiedet. Er wurde vom Taxi nach dem Abstieg abgeholt und zurück nach Rosenbach im Rosental gebracht. Das Taxi hat uns der Wirt freundlicherweise organisiert. Für die Restlichen ging es weiter zum Schaidasattel. Hier hat sich unser Controller mit Datenuhr entschieden, den Hochobir auszulassen und über den Wanderweg 603 und 608 „direkt“ zur Eisenkappler Hütte zu wandern. Geht man über den Hochobir, was ich jedem nur empfehlen kann, kommen nochmals 500m rauf und 500m runter dazu.

Eissenkappler Hütte: Ganz klassische Hütte mit Lager und Zimmer und auch einer Dusche. Essenstechnisch wird ein Schweinebraten nach „Oma´s Rezept“ angeboten: zugreifen.

Etappe 6
Eisenkapplerhütte über Bad Eisenkappel zum Gasthaus Rogar (Touristicna Kmetija Sogar).
Zeit: 8h 15min. Höhenmeter: 923m rauf und 1.241m runter.

In Bad Eisenkappel sind wieder zwei Mitwanderer abgereist. Das war mit Bus und Bahn auch gut möglich. Der Weg war heute, durch die Kombination der Etappen 7+8 etwas länger aber gut machbar. Auf slowenischer Seite wechselt die Wandermarkierung von rot-weiß-rot auf einen Kreis rot-weis, der Weg ist aber zu finden. Von der Kirche Sveti Duh sind es noch 500m bis zur Unterkunft. An der Hofeinfahrt zur Unterkunft stehen unübersehbar ein großer Bär und ein Neandertaler aus Holz. Einfach am Bauernhof vorbei und schon ist man da.

Gasthaus Rogar: Schon wieder gut gegessen und gut geschlafen.

 

 

Etappe 7
Gasthaus Rogar (Touristicna Kmetija Rogar) über Gasthaus Kumer zum Gasthaus Riepl.
Zeit: 7h 22min. Höhenmeter: 1.100m rauf und 1.098m runter.

Schöner Weg, teilweise mit Seilversicherung und etwas ausgesetzten Stellen, alles aber problemlos zu bewältigen. Nach dem ersten Aufstieg wird man mit einer großen Bärenhöhle belohnt, Taschenlampe lohnt sich.

Gasthaus Kumer: Stop auf ein Radler.

Gasthaus Riepl: Wir waren nicht angemeldet und eigentlich war das Haus auch voll. Der Chef hat die Übernachtung trotzdem möglich gemacht. Dafür vielen Dank. Zum Abendessen gab es Stelzen (Schweinshaxn). Weltklasse. Das Haus hat eine ganz besondere Atmosphäre und eine Terrasse, die das Zimmer schon fast wieder überflüssig macht.

Etappe 8
Gasthaus Riepl nach Bleiburg, Zugfahrt nach St.Paul im Lavanttal, Aufstieg zum Gasthaus Rabensteiner.
Zeit: 9h 25min. Höhenmeter: 1.193m rauf und 233m runter.
Zeit von Start bis Ende inkl. Seilbahn und ÖBB. Höhenmeter ungefähre Laufwege.

Auf dem Petzen haben wir uns für die knieschonende Talfahrt mit der Gondelbahn entschieden, der Fussweg nach Bleiburg ist eben ein typischer Transferweg, aufkommende Wärmegewitter und Regen haben den Weg dann aber doch ganz spannend gemacht. Am Bahnhof wurden wir vom ÖBB-Mitarbeiter bestens beraten und haben uns für die Bahnfahrt nach St. Paul entschieden.
St. Paul im Lavanttal lohnt sich aufgrund der großen Klosteranlage, verschiedener Schulen, Kirchen …

Gasthaus Rabensteiner: Wir wollten kein Risiko eingehen und haben das Zimmer vom Bahnhof Bleibung aus telefonisch reserviert, das war gut – es war wieder das letzte Zimmer. Traumhafte Anlage aus Gasthaus mit Panoramaterrasse, Bauernhof und eigener Burgruine (!). Super untergekommen, Schnitzel mit Pommes und ein Bier. Was willst du mehr?

Etappe 9
Gasthaus Rabensteiner zur Frühstückspension Töpfern.
Zeit: 8h 10min. Höhenmeter: 797m rauf und 741m runter.

Morgens haben wir die Seniorchefin getroffen und sind auf Empfehlung vom Originalweg abgekommen, das hat uns einige Höhenmeter gespart, verpasst haben wir nichts. Unterwegs beim Gasthaus Kollmann aufpassen, wir haben hier den Weg verpasst und sind eine kleine Runde im Kreis gelaufen. Die lange Reisezeit auf dieser Etappe resultiert aus einer 1,5 Stunden Ehrenrunde um die Pension Töfferl. Deshalb besser machen, reservieren und den Weg nochmals genau erklären lassen.

Pension Töfferl: Wie gesagt vorher anrufen. Der Charme dieser Unterkunft mag sich einem erst auf den zweiten Blick erschließen, dann aber umso mehr. Heißt Frühstückspension, wir haben trotzdem eine Brettljause (alles selber gemacht) zum Abendessen bekommen und uns mit den Gastleuten blendend unterhalten.

Etappe 10
Frühstückspension Töfferl zur Wolfsberger Hütte.
Zeit: 6h 52min. Höhenmeter: 1.176m rauf und 85m runter.

Unterwegs fanden wir das Gasthaus von Adelgunde Schatz, Schild (Bauernhof 900 Jahre), und tatsächlich besteht auch die Wirtschaft seit dem 1600 Jahrhundert. Die Gaststube, der Tanzboden  … sind eines der heimlichen Highlights der ganzen Wanderung.

Wolfsberger Hütte: Was soll ich sagen? Was kann ich sagen? Eigentlich nichts. Wir sind am Nachmittag angekommen, klassische Alpenvereinshütte: Fahne draußen im Wind, Fensterläden offen, zwei Autos mit hüttenzugehöriger Beklebung vor der Tür – aber leider keiner da. Türe zu. Das blieb auch so. Es hatte den ganzen Tag immer wieder geregnet und wir waren total durchnässt, deshalb haben wir uns um 20:00 Uhr ins Winterlager verkrochen und sind am kommenden Morgen früh weiter.

Etappe 11
Wolfsberger Hütte über das Naturfreundehaus Kippitztörl zur St. Martiner Hütte.
Zeit: 10h 03min. Höhenmeter: 711m rauf und 837m runter.

Aufgrund des fehlenden Abendessens und Frühstücks haben wir bei den Naturfreunden ausgiebig Pause gemacht und wunderbar gegessen, für die Übernachtung waren wir allerdings noch zu früh dran. Das Naturfreundehaus ist aber sicherlich auch ein gutes Nachtquartier.

Aufgrund der trockenen aber dennoch sehr windigen Wetterlage haben wir ein paar Gipfel der Saualpe ausgelassen und sind direkt durchgelaufen.

St. Martiner Hütte: Einfache, private Unterkunft mit wunderbarer Aussicht. Der Wirt war trotz unserem unangemeldeten und spontanen Auftauchen sehr flexibel. Brettljause vom Feinsten.

Etappe 12
St. Martiner Hütte über Zirbitzkogel mit Schutzhaus zur Waldheimhütte.
Zeit: 5h 20min. Höhenmeter: 706m rauf und 810m runter.

Ein Spaziergang , die Höhenmeter verteilen sich ganz smart auf die Strecke, mit dem Zirbitzkogel als Höhepunkt (2.396m) – eine würdige Schlussetappe. Vom Gipfel des Zirbitzkogel können die abgewanderten Tage schön nachvollzogen werden.

Waldheimhütte: Berggasthof aus den 1930er Jahren, schöne Sonnenterrasse, einfache und saubere Zimmer, Abendessen und Frühstück waren wieder sehr gut.

Heimreise: Wir haben für uns eine private Heimfahrt ab der Waldheimhütte organisiert. Alternativ kann aber auch ins Tal nach Obdach abgestiegen werden, ca.2 1/2 Stunden. Von Obdach fahren Busse (wenn sie fahren) Richtung Judenburg (Zuganbindung). Sich unbedingt im Vorfeld über den Busfahrplan ab Obdach informieren.

Das war´s, schön war´s.

Der wichtigste Tipp ist vielleicht das Reservieren der Unterkünfte im zweiten Streckenabschnitt, ein Anruf am Morgen für den Abend hilft schon weiter. Leider gibt es oft wirklich nur eine Übernachtungsmöglichkeit an der Strecke.

 

(c) Bildinfo: Björn Wellbrock

 

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28. Juli 2016