Lasörling-Höhenweg im Osttiroler Nationalpark Hohe Tauern

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Kategorien: Allgemein

Im Osttiroler Virgental verläuft eine wenig bekannte Höhenroute, die passionierte Bergwanderer einfach begeistern muss. Quer durch wasserreiche Kare, über malerische Almböden und alpine Scharten läuft man in vier oder fünf Tagen den ganzen Lasörlingkamm. Und dieses Erlebnis ist auch noch in ziemlicher Einsamkeit zu haben – perfekt für alle, die überlaufende Hütten und Almen vermeiden wollen!

 

Auftakt am Zunig

 

Wenn möglich, sollte man den Großen Zunig als Ouvertüre aufs Programm setzen, denn dieser ist einer der besten Aussichtsberge Osttirols. Am Gipfel zeigt sich das Dreitausenderniveau der Tauernberge in seiner ganzen Pracht – es lohnt sich, dieses Erlebnis zu erwandern!

Nach einer Übernachtung  präsentiert sich die Landschaft taufrisch und farbenfroh, man wandert durch Lärchen- und Zirbenwälder. Vis-à-vis stehen die Gipfel der Virger Nordkette Spalier und strahlen um die Wette. Versäumen Sie es nicht, am Lackensee innezuhalten und das Panorama zu genießen.

 

Via Zupalsee ins Glaurit

 

In schöner Regelmäßigkeit reihen sich auf dieser Etappe mehrere nach Norden abfallende Bergrücken. Der Höhenweg schmiegt sich perfekt dem Gelände an, zeigt bis auf ein kurzes Steilstück zum Legerle-Nordrücken einen ausgeglichenen Verlauf. Auch für weniger erfahrene Wanderer ist etwas dabei: fast schon promenadenhaft angenehm schlängelt sich der Wanderweg quer durch alpenrosenbestandene Matten den Zupalkessel, um dort zielsicher See und Hütte gleichen Namens zu erreichen. In der Hütte hat man nicht nur einen traumhaften Ausblick auf die Venedigerberge, sondern wird auch mit Spezialitäten wie Kaiserschmarrn verwöhnt. Am Nachmittag steht der Übergang zur Lasörlinghütte an: durchs weitläufig-wellige Steinkaas, durch die Merschenhöhe und dann der Abstieg ins Glauret, wo bereits die Lasörlinghütte wartet.

 

Glauretkar, Lasörling, Mittagskögele, Michltalscharte, Kleinbachboden, Rote Lenke, Gösleswand, Reichenberger Hütte

 

Am nächsten Tag kann man bei optimalen Bedingungen über den steinreichen Glauretkar (hier wurde einst sogar nach Gold geschürft) den Lasörling aufs stolze Dreitausenderhaupt steigen, dort oben in aller Ausgelassenheit die Parade der Venedigergruppe aus einer Idealperspektive genießen und anschließend über den Grat der Niederen Höhe wieder auf den originalen Höhenweg zurückkommen. Zwar ist dieser Wanderabschnitt ein pfadlos-brüchiges Balancierstückchen, aber so könnte man einen ungeliebten Zwischenabstieg vermeiden.

Es folgt der nicht allzu kurze und kommode Rest der Etappe über das Mittagskögele, die südliche Michltalscharte, den Kleinbachboden und die Rote Lenke. Kurz vor Schluss kann man noch einen spontanen Abstecher auf die Gösleswand einlegen, welche wegen der tollen Aussicht eine allseits beliebte Wanderroute ist. Nach diesem Wegabschnitt erreicht man die wunderschön am Bödensee gelegene Reichenberger Hütte, die fernab der überlaufenen Wege liegt.

 

Nach einer Sonnenaufgangstour frisch in den Tag

 

Nach einer erholsamen Nacht kann man sich den nächsten Morgen mit einer kleinen Sonnenaufgangstour zum Bachlenkenkopf versüßen. Danach hat die Hütte noch ein rustikales Frühstück im Angebot. Gut gestärkt geht´s dann weiter in den letzten Teil der Lasörling-Traverse, den sogenannten Rudolf-Tham-Weg, der anfangs eine Stunde lang nahezu eben Richtung Daberlenke zieht und dahinter ins tief eingeschnittene Dabertal abtaucht, welches weiter unten ins ebenso wildromantische Umbaltal abtaucht, das talauswärts mit einem Naturspektakel ersten Ranges aufwartet: den Umbalfällen. Doch vor diesem Erlebnis sollte man noch in der Clarahütte Rast machen, denn sie bringt die vergletscherte Rötspitze so richtig zur Geltung. Wenn man dann, nach einer Stärkugn, weit in den Talschluss hineinwandert, tritt nach der großen Biegung und oberhalb eines steilen Geländeriegels der Umbalferner samt Schmelzwassersee ins Blickfeld. Wenn auch Sie auf der Suche nach abwechslungsreichen Wandererlebnissen sind, dann ist der Lasörling Höhenweg genau das richtige für Sie.

 

Kurzzusammenfassung Lasörling-Höhenweg

Anforderungen: Insgesamt mittelschwierige Wanderung von Hütte zu Hütte. Abwechselnd kleine und besser ausgebaute Bergsteige, meist quer durch die Hanglagen, aber auch über mehrere alpine Scharten hinweg, stets ausreichend markiert. Der anspruchsvollste Übergang führt über das Prägrater Törl. Solide Trittsicherheit erforderlich, im Frühsommer oft noch große Erschwernisse durch Firnfelder. Durchschnittliche und kürzere Tagesetappen, falls in allen Hütten genächtigt wird.

Dauer: Üblicherweise 4 bis 5 Tage

Beste Jahreszeit: Juli bis September

Ausgangspunkt: Matrei in Osttirol (975 m) oder bei Gelegenheit im Weiler Guggenberg (1148 m)

Endpunkt: Ströden (1403 m) im hinteren Virgental

Verkehrsverbindungen: Buslinie von Lienz und Kitzbühel nach Matrei, von dort ins Virgental bis Ströden (außerhalb der Hauptsaison bis Hinterbichl). Infos zum Nationalpark Wanderbus unter www.hohetauern.at.

Hütten: Zunigalm (1855 m), privat, Mitte Juni bis Mitte Oktober, Tel. 0664/9059063; Zupalseehütte (2346 m), privat, Mitte Juni bis Mitte Oktober, Tel. 04874/5227; Lasörlinghütte (2296 m), privat, Anfang Juni bis Mitte Oktober, Tel. 0664/9758899; Neue Reichenberger Hütte (2586 m), ÖAV, Mitte Juni bis Ende September, Tel. 04873/5580; Clarahütte (2036 m), DAV, Ende Mai bis Anfang Oktober, Tel. 0664/9758893

Karten: Kompass, 1:50000, Blatt 46 »Matrei – Kals«; freytag & berndt, 1:50000, Blatt 123 »Matrei – Defereggen – Virgental«

 

Auch gespannt auf den Lasöhrling Höhenweg? Mehr Informationen unter http://www.virgental.at/bergabenteuer/hoehenwege/lasoerling-hoehenweg.html!

 

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21. August 2013