Alpe Adria Trail, Etappe 24 von Trenta nach Bovec

Die türkise Farbe der Soca genießen, © Karmen Nahberger

Karmen Nahberger unterwegs am Alpe Adria Trail…

Weitwandern im Garten Eden von seiner schönsten Seite

Es war heuer nicht die erste Wandertour, die ich unternommen habe, aber ich bin mir jetzt schon sicher, dass dies einer der Höhepunkte der heurigen Wandersaison gewesen sein wird. Ich wollte immer schon die berühmte 24. Etappe des Alpe Adria Trails an der Soča gehen. Alle, mit denen man darüber spricht bekommen ganz große Augen und schwärmen in höchsten Tönen von dieser wirklich beeindruckenden Landschaft und diesen atemberaubend schönen Fluss, der sich im Westen Sloweniens durch Wälder, Schluchten, aber auch durch breite Flusstäler schlängelt.

Jeder kennt doch Bilder von Kajaks, die sich in diesem türkisblauen Wasser tummeln und so hatte ich mir schon lange vorgenommen, diesen Wanderweg unbedingt gehen zu wollen. Den Wunsch gibt es also schon lange, aber der Entschluss ist relativ kurzfristig gefallen – ein verlängertes Wochenende und ein positiv gestimmter Wetterbericht hatten gereicht und ich bin mit einer Freundin ins Sočatal gefahren. Wir sind in Trenta aufgebrochen, dort kann man beim „Dom Trenta“ sein Auto stehen lassen und startet gleich neben der Soča ins kleine Wander-Abenteuer.

Zu Beginn zeigt sich die Soča in ihrem breiten Flussbett, bis auf die schöne Färbung, wenig spektakulär – aber dies ändert sich schnell.

Soča Flussbett Farbe, © Karmen Nahberger Soča Flussbett Farbe, © Karmen Nahberger

Man geht immer im am Wasser entlang, mal durch Wälder, mal über Schotterpfade oder über saftig grüne Wiesen. Wenn man sich die Zeit nimmt, mal zwischendurch stehen zu bleiben und sich auch abseits des Weges umzusehen, entdeckt man die schönsten, idyllischsten Fleckchen direkt am Wasser. Der weiße Sand und das türkisblaue Wasser lassen richtiges Sommer-Feeling aufkommen und verleiten einen dazu die Wanderschuhe auszuziehen und eine kurze Kneippkur einzulegen.

Weißer Sand und türkises Wasser, © Karmen Nahberger Kurze Pause, © Karmen Nahberger

Abgesehen von der atemberaubenden landschaftlichen Kulisse und dem breiten Farbspektrum des Flusses, waren für uns während der Weitwanderung die zahlreichen Hängebrücken ein richtiges Highlight. Anfänglich mit einem mulmigen Gefühl, gewöhnt man sich schnell an das Schaukeln und die Blicke durch die Bretter in die Tiefe des  Flussbettes – jede Brücke ein kleines Abenteuer, und davon gibt es einige.

Hängebrücke, © Karmen Nahberger

Mit jedem Kilometer kann man beobachten wie sich das Flussbett, aber auch die Farbe verändert und man kommt nicht umhin immer wieder stehen zu bleiben, um diese Eindrücke festzuhalten.

Das Flussbett der Soca ändert sich, © Karmen Nahberger Stehenbleiben und genießen, © Karmen Nahberger Flussbett Soca, © Karmen Nahberger

Nach einer Weile kommt man dann zur kleinen Soča Schlucht,  die mit der steinernen Brücke und dem kristallklaren Fluss eine traumhafte Kulisse für eine kleine Pause bietet.

Steinerne Brücke, © Karmen Nahberger Rasten und genießen, © Karmen Nahberger

Man kommt am gesamten Weitwanderweg nicht aus dem Staunen und wir hatten das Glück, dass Ende Mai wirklich fast keine Wanderer unterwegs waren. Wir hatten trotz des Feiertages die Soča fast für uns alleine und konnten die Ausblicke einfach in Ruhe genießen.

Die türkise Farbe der Soca genießen, © Karmen Nahberger Weitwandern an der Soca, © Karmen Nahberger

Die Tour führt weiter durch ein Waldstück und man legt zwischendurch auch ein paar Höhenmeter zurück, aber wirklich nur ein paar. Die gesamte Etappe des Alpe Adria Trails führt immer am Wasser entlang – nur kurze Abschnitte führen durch Wälder und Wiesen, aber man hat das Wasser ständig im Blick, so ist das Verlaufen auch unmöglich. Wir hatten uns an diesem Tag sehr viel Zeit genommen um die Landschaft aufzunehmen und diese natürlich auch fotografisch festzuhalten und sind auch am Abend an der Soča gewandert. Besonders schön fand ich, als sich zarte Nebelschleier über dem Flussbett zeigten. Diese Stimmung war wirklich unbeschreiblich schön.

Nebel über der Soca, © Karmen Nahberger

Eines der schönsten Plätze entlang dieser Etappe, wenn man es wagen solle eine Bewertung durchzuführen war sicher die Kršovec Schlucht – eine besonders schöne Stimmung in den späten Nachmittags- und Abendstunden.

Krsovec Schlucht, © Karmen Nahberger

Die letzten paar Kilometer der Wanderung führen dann neben der Soča entlang durch Wald und Wiesen. Dies klingt im ersten Moment zwar etwas monoton, aber in Anbetracht des landschaftliches Spektakels der gesamten Etappe, stört es einen wenig die Tagesetappe so ausklingen zu lassen. Im letzten Abschnitt kommt man an einigen Campingplätzen vorbei, die auch jetzt schon wirklich gut besucht waren und im Sommer sicher aus allen Nähten platzen, bevor man dann das Etappen-Ende Bovec vor sich hat. Bovec ist wirklich eine sehr gepflegte und quirlige Stadt, wo sich unzählige Wasser-Sportler, Wanderer und Outdoor-Begeisterte zusammenfinden.

Zugegeben, am Ende des Tages, nach über 20 km in den Beinen waren wir doch etwas erschöpft und froh angekommen zu sein.

Diese Etappe ist wirklich traumhaft schön und man hat dadurch einfach die Gelegenheit die Soča in all ihren Facetten zu erleben und wird dann verstehen, warum man so ins Schwärmen kommt, wenn man darüber erzählt.

 

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12. Juni 2017