Die Alpenüberquerung am E5

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Der Klassiker unter den Weitwanderwegen

Die sogenannte Alpenüberquerung ist seit einigen Jahren eine der beliebtesten Weitwanderungen Europas. Jedes Jahr ist Oberstdorf Ausgangspunkt für unzählige Weitwanderer, die die Alpen bezwingen, beziehungsweise überwinden wollen. Für Viele ist die Überquerung des Alpenbogens ein lang gehegter Traum, ob von München nach Venedig oder von Oberstdorf nach Meran. Wenn man von der Alpenüberquerung spricht, dann haben die meisten die 6-tägige Wanderung von Oberstdorf und Meran auf dem berühmten E5 im Sinn. Wir möchten hier einen kleinen Einblick in die Tourenplanung geben und den „Klassiker der Alpenüberquerungen“ näher vorstellen.

 

Inhalt:

Fernwanderweg E5 – Routenvorschlag

Tag 1: Von Oberstdorf (Spielmannsau) zur Kemptner Hütte

Tag 2: Von der Kemptner zur Memminger Hütte

Tag 3: Von der Memminger Hütte nach Zams

Tag 4: Von Zams zur Braunschweiger Hütte

Tag 5: Von der Braunschweiger zur Martin‐Busch‐Hütte

Tag 6: Von der Martin‐Busch‐Hütte zum Tisenhof in Vernagt

Tag 7 & 8: In zwei weiteren Etappen nach Meran

Weitere ALPENÜBERQUERUNGEN

 

Weitwandern Panorama, © pixabay

Weitwandern Panorama

Für die Alpenüberquerung am E5 sollte man mindestens 10 Tage einplanen – man wandert durch drei Länder, durch atemberaubende, idyllische alpine Landschaften und überwindet mehrere tausend Höhenmeter. Am Weg gibt es zahlreiche Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten und die Unterkünfte reichen je nach Vorliebe, von rustikalen Almhütten bis hin zu komfortablen Hotels. Da man nicht nur am Berg unterwegs ist, sondern durch die Täler wandert, hat man auch immer wieder die Gelegenheit die eigenen Proviante aufzufüllen.

Da sich der E5 zwischen Oberstdorf und Meran zwischen Juni und September einer sehr großen Beliebtheit erfreut, ist eine gute, vorausschauende Planung und Reservierung der einzelnen Unterkünfte sehr wichtig. Das wichtigste bei der Planung, ist es auch sich mit der Wegführung vertraut zu machen und sich auch nicht selbst zu überschätzen, denn bei einer Etappenlänge von ca 20 km und 1400 zu bewältigenden Höhenmetern, ist eine gute Grundkondition ein Muss. Bei solchen Tagesetappen macht sich natürlich auch jedes unnötige Kilogramm an Gepäck bemerkbar. Hier gilt die Faustregel, nur so viel wie unbedingt nötig, so wenig wie möglich – ein Gewicht von 8 bis max. 10 Kilogramm sollte nicht überschritten werden.

 

Fernwanderweg E5 – Routenvorschlag:

  1. Tag 1: Von Oberstdorf (Spielmannsau) zur Kemptner Hütte
  2. Tag 2: Von der Kemptner zur Memminger Hütte
  3. Tag 3: Von der Memminger Hütte nach Zams
  4. Tag 4: Von Zams zur Braunschweiger Hütte
  5. Tag 5: Von der Braunschweiger zur Martin‐Busch‐Hütte
  6. Tag 6: Von der Martin‐Busch‐Hütte zum Tisenhof in Vernagt
  7. In zwei weiteren Etappen nach Meran

 

Tag 1: Von Oberstdorf (Spielmannsau) zur Kemptner Hütte

Etappenlänge: 6,5 Kilometer

Höhenmeter: 900 Hm Aufstieg

Schwierigkeitsgrad: mittel

Zum Ausgangspunkt der Alpenüberquerung, der Spielmannsau gelangt man am besten mit dem Linienbus. Von hier aus geht es gleich bergauf – zuerst etwas gemäßigter, zum Akklimatisieren und dann auch schon etwas steiler. Wenn man im Frühsommer schon hier unterwegs ist, trifft man bereits hier auf der ersten Etappe das ein oder andere Schneefeld. Das Etappenende liegt auf der Kemptner Hütte, auf 1.844 Höhenmetern.

Allgäuer Alpen Oberstdorf

Allgäuer Alpen; Oberstdorf © Pixabay

 

Tag 2: Von der Kemptner zur Memminger Hütte

Etappenlänge: 14 Kilometer

Höhenmeter: 1.030 Hm Aufstieg, 950 Hm Abstieg

Schwierigkeitsgrad: mittel

Kurz nach dem Start der zweiten Etappen erreicht man schon das Mädelejoch, die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Zunächst geht es bergab, vorbei an einem beeindruckenden Wasserfall und auch über eine 200 Meter lange Hängebrücke – in Holzgau im Lechtal – hier trifft der E5 auf den Lechweg und man hat Gelegenheit genug mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen. Die Strecke nach Bach, bis zur Materialseilbahn der Memminger Hütte kann auch mit dem Taxi zurückgelegt werden – so kann man ein bisschen Kräfte sparen, bevor man dann den letzten Aufstieg des Tages, in die Lechtaler Alpen, auf sich nimmt. Endpunkt der 2. Etappe: Memminger Hütte, auf 2.242 Höhenmeter.

 

Lechweg Tirol

Lechweg, Formarin See, Lech am Arlberg© Pixabay

 

Tag 3: Von der Memminger Hütte nach Zams

Etappenlänge: 14,7 Kilometer

Höhenmeter: 600 Hm Aufstieg, 2.070 Hm Abstieg

Schwierigkeitsgrad: schwierig

Der Beginn der 3. Etappe führt über die sogenannten Seewiesen, bevor man sich auf den steilen Aufstieg zur Scheescharte macht. Hier hat man den anstrengendsten Teil geschafft und der 2.000 Höhenmeter lange Abstieg führt die Wanderer des E5 ins Oberinntal nach Zams. Im Tal angekommen, kann man natürlich die Gunst der Stunde nutzen und sich in einem der vielen Hotels oder Gasthöfe einzuquartieren und etwas „Luxus“ genießen. Auf dieser Etappe hat man unzählige Möglichkeiten auf die häufigen, aber auch sehr seltenen Alpenbewohner zu treffen. Quirlige Murmeltiere, erhabene Steinböcke, aber auch die seltenen Alpensalamander kreuzen das ein oder andere mal den Wanderweg.

 

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Steinbock ©Pixabay

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Murmeltier © Pixabay

Alpensalamander

Alpensalamander © Pixabay

 

 

Tag 4: Von Zams zur Braunschweiger Hütte

Etappenlänge: 17,4 Kilometer

Höhenmeter: 1.060 Hm Aufstieg, 1.250 Hm Abstieg

Schwierigkeitsgrad: schwierig

Am nächsten Tag startet man wieder mit einem anstrengenden Aufstieg – man kann es sich aber auch etwas einfacher machen und mit der Seilbahn die Höhenmeter hinter sich bringen. Von der Bergstation der Venetbahn geht es weiter zur Glanderspitze und zum Wannejöchl – der Weg führt weiter nach Wenns. Von Wenns aus kann man denn Weg durchs Pitztal mit dem Bus, bis nach Mittelberg,  zurücklegen. Es folgt der Aufstieg in die Ötztaler Alpen, zur Braunschweiger Hütte. Der kommende Abschnitt der Alpenüberquerung wird auch als Königsetappe bezeichnet, nicht nur weil es der Aufstieg in sich hat, sondern auch, weil das Landschaftserlebnis in diesem Abschnitt einfach nur grandios ist. Die Braunschweiger Hütte, der Endpunkt der Etappe liegt auf 2.758 Meter und ist der höchstgelegene Schlafplatz auf dieser Wanderroute.

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Ötztaler Alpen © Pixabay

 

Tag 5: Von der Braunschweiger zur Martin- Busch- Hütte

Etappenlänge: 18 Kilometer

Höhenmeter: 1.025 Hm Aufstieg, 1.000Hm Abstieg

Schwierigkeitsgrad: schwierig

Nachdem die höchste Nacht auf dieser Tour verbracht wurde geht es am nächsten Tag weiter um einen der schwierigsten Abschnitte dieser Alpenüberquerung zu passieren. Bei der Route zum Restaurant Rettenbachgletscher kann man sich entscheiden ob man über das Pitztaler Jöchl oder das Rettenbachjoch wandern möchte. Nach einer möglichen Einkehr im Restaurant geht es entweder mit Bus oder Taxi zur Haltestelle “Sölden Maut” oder zu Fuß, vorbei an einer blühenden Landschaft mit weiteren Einkehrmöglichkeiten nach Bodenegg. Weiter geht es mit einem Transfer ins Bergsteigerdorf Vent oder durch den Rosi- Mittermeier- Tunnel zum Fiefenbachferne um anschließend die Route über den Venter Panoramaweg zu nehmen. Für die letzten anderthalb Tage kann man entweder den Wegverlauf des E5 folgen oder sich einige Kräfte aufsparen und  den Übergang über das Schnalstal wählen.

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Pitztal Panorama © Pixabay

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Schnalstal © Pixabay

 

 

Tag 6: Von der Martin- Busch- Hütte zum Tisenhof in Vernagt

Etappenlänge: 10,2 Kilometer

Höhenmeter: 530 Hm Aufstieg, 1.200 Höhenmeter Abstieg

Schwierigkeitsgrad: mittel- schwierig

Die letzte Etappe des E5 beginnt zum Letzten mal mit einem Aufstieg. Hier erreicht man den höchsten Punkt von 3.019 Metern. Wem dies noch nicht genug ist, der kann zusätzlich einen Abstecher zur Ötzi- Fundstelle machen, welche ca. 200 Höhenmeter von der Similaunhütte Richtung Hauslabjoch entfernt ist. Das letzte Etappenziel ist der Tisenhof über Vernagt, den man zuerst nach einem steilen Abstieg und danach nach einer Wanderung über üppig grüne Wiesen erreicht.

Kuh auf Almwiese © Pixabay

Kuh auf der Almwiese in Vernagt © Pixabay

 

Tag 7 und 8: In zwei weiteren Etappen nach Meran

Wer nach dieser Tour noch nicht genug hat, der hat die Möglichkeit in zwei weiteren Tagesetappen bis nach Meran zu wandern. Mit dem Transfer per Bus vom Vernagt- Stausee nach Katharinaberg weiter zum Gasthaus Giggelberg. Hier bietet sich die Gelegenheit die Nacht zu verbringen und sich ausgiebig zu stärken. Auf den Weg nach Meran durchquert man die reizvolle Landschaft, welche kulinarisch wie auch geschichtlich einiges zu bieten hat wie auch sogenannte Waalwege.

 

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Meran: zwischen Alpen und Palmen © Pixabay

 

Weitere Alpenüberquerungen

Alpe Adria Trail – Vom Gletscher zum Meer.

Natürlich gibt es noch viel mehr Möglichkeiten für eine Alpenüberquerung. Der Alpen Adria Trail beispielsweise, ist eine „Wanderung durch den Garten Eden“ und eine Alpenüberquerung der ganz anderen Art. Ein Fernwanderweg, der in 43 Etappen und 750 km vom Dach Österreichs, dem Großglockner durch Kärnten nach Slowenien und Italien führt. Der Alpe Adria Trail ist vorwiegend für Genusswanderer ausgelegt, wobei die Routen im alpinen Bereich, mit so wenig Höhenunterschied wie möglich, führen. Großartige Landschaftserlebnisse, wie die Pasterze, der Millstätter See, das Socatal, die „Toskana Sloweniens“ oder die Ankunft an der Adria. Ein Fernwanderweg der ganz besonderen Art, der hält, was er verspricht – Vom Gletscher zum Meer.

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Kärnten Großglockner Alpenlandschaft © Pixabay

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Etappe 34; Italien  Duino © Pixabay

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Etappe 24  Slowenien Bovec © Karmen Nahberger

 

Interessante Beiträge zum Alpe Adria Trail:

Über den Alpen Adria Trail: Vom Gloßglockner bis ans Meer

Erfahrungsbericht: Durch das Socatal (Etappe 24)

Alpe Adria Trail, Etappe 24 von Trenta nach Bovec

Empfehlungen: Genusswandern auf der 2. Etappe des Alpe Adria Trails