E5 Alpenüberquerung mit Kindern


Mit Kind und Kegel über die Alpen

Erfahrungsbericht zur Alpenüberquerung mit Kindern, von Heike Wolter.

Inhalt:

Die Idee – Weitwandern mit Kindern

Mit drei Generationen am E5

Die Highlights der Alpenüberquerung

Landschaftserlebnis

Die beste Hütten-Einkehr

Buchtipp: Alpenüberquerung mit Kindern

Alles zum Thema Weitwandern

 

Die Idee – Weitwandern mit Kindern

„Ach, und die Kinder wollen da wirklich mitmachen?“– So ungläubig fragten manche mit Blick auf unsere fünf Kinder zwischen 2 und 17, als sie uns auf dem E5 über die Alpen begegneten. Aber eigentlich kommt die Frage immer auf, wenn es ums (Weit)Wandern mit Kindern geht. Dabei bewegen sich die meisten Kinder gerne. Es kommt also darauf an, wie man es macht.

©Heike Wolter

Sohn von Heike Wolter auf dem E5 ©Heike Wolter

Bei unserer Weitwanderung über die Alpen auf dem Klassiker E5 begann das Wie schon bei der Streckenplanung. Da war kein Schnelldurchlauf in fünf Tagen gedacht, sondern doppelt so viel Zeit eingeplant. Außerdem haben wir die Normalroute ab und an verlassen, um kindergerechtere Wege mit passenden Attraktionen zu finden. Zwischendurch war Zeit für Pausen, Spiele und Alpengeschichten – Wandern soll ja Spaß machen!

Mit drei Generationen am E5

Übrigens: Oma und Opa hatten wir auch mit. Die brauchten kein Extraprogramm, dieses Wandern in drei Generationen haben alle besonders genossen.

 

© Heike Wolter

Familie Wolter auf dem E5 © Heike Wolter

Wir wählten die Route von Oberstdorf (Spielmannsau) über die Kemptner Hütte, den kleinen Ort Madau, die Ansbacher Hütte, die Venetgipfelhütte, Mittelberg im Pitztal, die Braunschweiger Hütte, das Bergsteigerdorf Vent, die Martin-Busch-Hütte und Vernagt im Schnalstal nach Meran.

 

Ein besonderes Highlight: Die dritte Etappe

Ein Highlight unter vielen war die dritte Etappe von Madau durchs Alperschontal zur familienfreundlichen Ansbacher Hütte, an die wir uns im Buch so erinnern: „Der Aufstieg zur Ansbacher Hütte war rückblickend betrachtet die schönste Etappe. Sie war zwar lang und anstrengend, aber sie war auch menschenleer und atemberaubend schön. Abgesehen vom ersten Teil ab dem Berggasthaus bis über den Fluss und das letzte Stück nach dem Flarschjoch geht die Strecke stetig bergauf. Anfangs flacher, später steil. Wir liefen also in waldiger Gegend in das Alperschontal hinein, zunächst bis zur Hinteren Alperschonalpe, einer unbewirtschafteten Hütte. Gleich dahinter lud eine Steinbank am Fluss zum Spielen und Rasten ein. Danach ging es deutlich steiler weiter, bald durchquerten wir eine kleine Klamm. Während der Fluss vorher ziemlich schnell gewesen war, zeigte er sich nun als liebliches Flüsschen und der Blick öffnete sich in eine Talebene. Am Ende des Tals verzweigte sich der Weg. Wir hielten uns links, auf drei verschlossene Hütten zu, von denen wir uns eine als Mittagsplatz aussuchten. Die Stärkung dort würden wir euch auch empfehlen, denn der folgende Anstieg hat es wirklich in sich. Wenn ihr, so wie wir, Glück habt, könnt ihr bereits im Tal oder auf der Hochebene Murmeltiere hören und sogar sehen. Sie fühlen sich in diesem abgeschiedenen Teil offenbar sehr wohl und schauten uns neugierig zu. Die Hochebene begeisterte uns alle. Wir fühlten uns an alte Winnetou-Filme erinnert. Überall waren größere und kleinere Felsbrocken verstreut, als hätten Riesen mit übergroßen Murmeln gespielt. Samuel präsentierte sich auf jedem dritten Stein als „Denkmal“ in lustigen Posen.

© Heike Wolter

Steinturm © Heike Wolter

© Heike Wolter

© Heike Wolter

 

Die Jungs spielten Anschleichen und Verstecken. Malea probierte, ob ihr viel zu lange Wanderstöcke von Oma und Opa helfen könnten. Wir lagen im Gras, schauten in den Himmel und auf die umliegenden Berge. Es war so leise, wie es mit neun Personen nur sein konnte, und so beeindruckend, dass wir uns ganz klein vorkamen.

Die Landschaft in vollen Zügen geniessen

Bald entdeckten die Kinder die ersten Felsformationen: Felsen, die an Tiere oder anderes erinnerten. Wir sahen einen Orca, einen Hai, eine Ziege, einen Stier und einen Dampfer. Und wir sind sicher, wenn ihr dort vorbeikommt, werdet auch ihr diese und andere Gestalten entdecken. Für den Rest des Anstiegs sahen wir das höchste Ziel des Tages schon vor uns: das Flarschjoch auf stolzen 2430 Metern Höhe. Kurz darauf begegnete uns ein Schäfer.

 

© Heike Wolter

Schafe am E5 © Heike Wolter

© Heike Wolter

Schafe am E5 © Heike Wolter

 

Wir kamen ein wenig ins Plaudern über seine Arbeit, die Schafe und das Leben in den Bergen überhaupt. Durch sein Beispiel gestärkt – hoch zum Joch und wieder herunter an einem Tag – schafften wir spielend die letzte halbe Stunde zur Ansbacher Hütte. Damit war der Tag noch nicht zu Ende.

Die beste Hütteneinkehr

Nicht wegen der (guten) Ausstattung oder der wunderbaren Lage hoch über dem Stanzer Tal, sondern wegen der Hüttenwirte. Markus, seine Frau, die Schwiegereltern und vier kleine Töchter sorgten dafür, dass wir uns gleich zuhause fühlten. Bald saßen die Mittleren beim Uno-Spiel, die Großen chillten in ihren Betten und die Kleinste tollte über den kleinen Hüttenspielplatz.“

Buchtipp: Alpenüberquerung mit Kindern

Weil wir keinen passenden Wanderführer fanden, der Tipps, Tricks und Erfahrungen mit Kindern in den Mittelpunkt stellt, haben wir kurzerhand selbst einen geschrieben. Der heißt: „Alpenüberquerung mit Kindern. Familienwanderung E5 in 10 Tagen“. Neben den Tourenbeschreibungen – jeweils mit Start- und Zielpunkt, Höhenprofil, Zwischenetappen, Spielideen, praktischen Tipps und Varianten für Ein- oder Zweitagestouren – gibt es Planungshilfen, Packlisten, Kosteninformationen, praktische Hinweise, Kontaktadressen, Fotos – und die Top 3 zu Unterkünften, Essen, Ausblicken, Seen, Tieren (und Wlan).

Buchtipp: „Alpenüberquerung mit Kindern. Familienwanderung E5 in 10 Tagen“

Autorin: Heike Wolter

Erscheinungstermin: Februar 2018
ISBN: 978-3-903085-90-9

Umfang: 80 Seiten, Preis: € 14,90

 

 

© Heike Wolter

© Heike Wolter

 

Rundum gut informiert

Na, Lust aufzubrechen? Hoffentlich, denn das Weitwandern mit der Familie ist eine tolle Erfahrung. Wenn eine Weitwanderung (noch) nicht in Frage kommt, dann gibt es unzählige Möglichkeiten, auf kürzeren Touren unterwegs zu sein und schon mal zu üben für den großen Tag, an dem die Stiefel geschnürt werden für das ganz große Abenteuer. Oder um es mit den Worten von Samuel an seinem ersten Schultag nach den Ferien zu sagen: „Mama, im Urlaub waren sie alle, aber über die Alpen hab es nur ich geschafft.“

 

© Heike Wolter

© Heike Wolter

 

Auf den Geschmack des Fernwanderns gekommen? Weitere Fernwanderwege die Ihnen gefallen können wie zum Beispiel der Alpen Adria Trail oder der Salzburger Almenweg finden Sie auf unserer Weitwandern Website.

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2. März 2018