Sich einfach gut riechen können… Was Weitwanderer anziehend finden!

Weitwandern entlang des KAT-Walks in den Kitzbüheler Alpen. (c) Peter Vonier

Wie wir bereits wissen, hängt der Wohlfühlfaktor beim Weitwandern auch vom Gewicht im Rucksack ab. Weniger ist mehr, lautet die Devise. Alles schön und recht… Aber wie sieht es dann mit den eigenen „Wohlfühlzonen“ aus? Und wie schafft man es, dass man sich unterwegs noch riechen kann? Martin beschäftigt sich mit der sinnvollen Haute Couture des Wanderns & Weitwanderns. Und zwar auf allen Ebenen…

Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen… – von und mit Martin Marktl

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Was Weitwanderer anziehend finden…

Wie an anderer Stelle berichtet, waren wir Weitwanderer unlängst auf der Photo+Adventure Messe in Linz vertreten. Auf unserem Stand herrschte stetes Kommen und Gehen, und so gab es genügend Anlässe, über alle möglichen Aspekte des Weitwanderns fachzusimpeln. Ein Thema, welches sich bei geplanten Mehrtages-Touren oft an den Anfang aller Überlegungen stellt, lautete in etwa so:

Ich plane gerade meine erste Weitwanderung, und frage mich: Was trägt man denn heutzutage so auf Österreichs Bergen?

Die unterste Bekleidungsschicht

Beginnen wir bei der untersten Bekleidungsschicht, wo die Materialfrage vor jeglicher Ästhetik Vorrang hat: Unterwäsche, Shirt und Socken sollen wenig wiegen, was für Kunstfaser oder Merinowolle spricht. Beide Materialien sind um ein Vielfaches leichter als Baumwolle, leiten Feuchtigkeit rasch und effektiv vom Körper weg – und fangen auch nicht so bald zum Miacht’ln an.

Kunstfaser trocknet ein wenig schneller als Merinowolle. Ob man sich für das eine oder das andere entscheidet, hängt bei vielen Wanderern jedoch in erster Linie vom persönlichen Wohlfühlfaktor ab – gerade beim Tragekomfort von Wolle scheiden sich die Geister. Wer auf die Umwelt Rücksicht nehmen will, hat’s nochmals schwerer: Die Ökobilanz muss man sich von Hersteller zu Hersteller ansehen. Wo und mit welchen Mitteln wird produziert? So hat Merinowolle, die aus dem Bauch heraus ökologischer klingt, nach ihrer Anreise aus Neuseeland bereits einen ordentlichen CO2-Abdruck am Buckel.

Ich habe bislang mit beiden Materialien gute Erfahrungen gemacht. Derzeit verwende ich Kunstfaser bei der kurzen, und Wolle bei der langen Unterwäsche. Denkt man an die wahrscheinliche Einsatztemperatur, erschien mir das irgendwie sinnvoll. Löffler oder Odlo sind gute Anlaufstellen für die unterste Schicht, bei den Socken sind Falke oder Smartwool ganz gut. Shirts gibt’s von zahlreichen Wanderlabels – ich war in letzter Zeit am liebsten mit Laufshirts unterwegs. Socken und Unterwäsche ohne Wülste sind vorzuziehen, denn vor allem feuchte Nähte fangen rasch irgendwo zu scheuern an. Aja, mit Hemden habe ich inzwischen gebrochen. Wahrscheinlich gibt es einen Markt für Stoffe, die nach einigen Minuten klatschnass auf der Haut picken – ich kaufe mir in meinem Leben jedenfalls kein Trekkinghemd mehr.

Die zweite Bekleidungsschicht

Die zweite Schicht – also die, die maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass uns der Style-Faktor unserer Unterwäsche zu dieser Jahreszeit egal sein kann – besteht in der Regel aus einer Wanderhose und irgendeiner Form von Pullover. Bei den Hosen dominiert die Kunstfaser den Markt. Leichte Wanderhosen für den Sommer haben meistens ZipOff-Reissverschlüsse, um wahlweise kurz- oder langbeinig unterwegs sein zu können. In der Kombi mit Merinounterwäsche lässt sich mit den dünnen Hosen erstaunlich lange in den Herbst hinein wandern. Wenn’s wirklich kalt wird, greifen viele gerne zu den etwas wetterfesteren Softshellhosen (Polypropylen/Polyamin-Mischung), die sogar einen kurzen Regenschauer ganz gut wegstecken.

Obenrum rate ich zu Fleece, ein Stoff, aus dem sich angenehm zu tragende Pullover und Jacken fabrizieren lassen. Fleece gibt es in unterschiedlichen Materialstärken – im Sommer rate ich zu denen mit „100“ in der Produktbezeichnung, im Winter zu jenen mit „200“. „300“ braucht man nur, wenn man auf der Hütte kein Holz mehr hat – oder zu den ganz besonders Durchgefrorenen gehört.

 

Winterwandern und Weitwandern in Kärnten (Hoher Gallin) - (c) Martin Marktl

Warm anziehen und genießen: Impression bei einer Winterwanderung am Hohen Gallin in Kärnten – (c) Martin Marktl

Die dritte Bekleidungsschicht

Die dritte Schicht ist die, die zum Einsatz kommt, wenn’s wirklich ungemütlich wird. Funktionsjacken und –hosen sollen Wasser und Wind abweisen, jedoch trotzdem so atmungsaktiv sein, dass man sich darin nicht fühlt wie in einem Plastiksackerl. Das schaffen heutige Wetterschutzjacken auch, allerdings haben diese Stücke ihren Preis – und ihr Gewicht. Weshalb es an dieser Stelle schwierig ist, einen allgemeinen Tipp abzugeben. Im Grunde gilt: Je dünner die Luft, desto dicker die Funktionsjacke (und das benötigte Geldbörserl).

Bleiben wir jedoch als Beispiel in unserer Wohlfühlzone, dem Mittelgebirge: Hier sollte in der schneefreien Zeit eine Softshelljacke reichen, gefüttert oder ungefüttert – je nach Temperaturfühligkeit. Eine wasserdichte Haut kommt bei Bedarf extra mit. Bei der Regenkleidung empfehlen sich Lüftungsschlitze, v.a. unter den Armen.

Haube und Handschuhe gibt es ebenfalls in Fleece und/oder Softshell. Bei den Wanderschuhen würde ich es bei einem Paar belassen – auch wenn der Fachhandel mittlerweile für jeden Schritt ein eigenes Paar verkaufen möchte (Zustiegsschuhe für Kletterer, Sandalen für die Flussquerung, „ofenwarme“ Hüttenschuhe, Multifunktionsschuhe für Asphalt – früher sagte man dazu Turnschuhe, Fünf-Zehen-Ying-Yang-Schuhe fürs Abendgebet und dergleichen mehr).

Womit wir zu den unbestimmten Zahlwörtern kommen:

Wieviel Wechselwäsche empfiehlt sich denn – und was trage ich zum Abendessen?

Da mit der Standardantwort einschlägiger Internetforen, nämlich „das muss ja jeder selbst wissen“, keinem gedient ist, würde ich es einmal so probieren:

  • 2 x Unterhose
  • 2 x Shirt kurz
  • 1 x lange Unterwäsche
  • 1 x Wanderhose
  • 1 x Fleecepullover
  • 1 x Softshell
  • 2 x Socken

Für den Abend kommt die leichteste Jogginghose, die ihr kriegen könnt, mit in den Rucksack. Im Sportgeschäft lässt sich das Gewicht einer Hose übrigens am ehesten in der Fahrradabteilung (Hängewaage) ermitteln. Dann kommt noch ein paar leichte Schuhe dazu: Im Winter die 1 Euro Stoffpatschen (oder Socken mit Gummisohle, die bei Falke passenderweise „ABS-Socken“ heißen), denn in der Dunkelheit geht man eh nimmer vor die Tür. Im Sommer sind Segelpatschen praktisch – die sind leicht, können mit nassem Gras umgehen, und halten auch ein bisserl was aus. Die Sorge, dass man mit dieser Kleidung underdressed ist, ist so gut wie immer unbegründet: Kein Wirt hat mich je des Lokales verwiesen, nur weil ich im Rucksack keinen Tuxedo mitgeführt hatte.

Da Funktionswäsche sehr schnell trocknet, spricht nichts dagegen, sie täglich zu waschen. Wollsocken würde ich aber nur dann ins Wasser tauchen, wenn es im Quartier einen betriebsbereiten Heizkörper gibt – bei nicht so tollem Wetter kann das schon mal zwei Tage dauern, bis die Wolle wieder ganz trocken ist. Als Waschmittel empfiehlt sich gewöhnliches Duschgel. Unterwäsche lässt sich übrigens am einfachsten gleichmäßig einseifen, wenn man sie beim Duschen einfach noch ein Weilchen anbehält. Wenn dann irgendwann die Zeit reif ist für eine Runde in der Trommel, hat eine höfliche Frage im Quartier immer noch direkt in den Waschraum geführt.

Das wär’s vorerst zu dem Thema. Doch wer sich ein wenig im Internet umsieht, wird feststellen, dass da draußen noch tausend weitere Ratschläge auf Euch warten! Ich habe zum Beispiel von Leuten gehört, die nicht mit vier, und nicht mit zwei, sondern mit drei Socken unterwegs waren, die im Rotationsprinzip getauscht wurden. So befand sich täglich eine Socke in der Wäsche – und baumelte anschließend zum Trocknen vom Rucksack. Keine der drei Socken war länger als zwei Tage im Einsatz. Und das Gewicht einer vierten Socke war damit eingespart.

Noch Fragen? 😉

 

Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen – mit Martin Marktl.
Fortsetzung folgt!

Martin Marktl ist leidenschaftlicher Mehrtages-Wanderer und ist vorzugsweise auf heimischen Pfaden unterwegs. Im Laufe der letzten Jahre kamen auf Österreichs Weitwanderwegen schrittweise rund 5.000 Kilometer zusammen. Manchmal geht’s auch über die Grenze: Im Vorjahr gelang Martin im Rahmen eines Buchprojekts die Erstbegehung des Alpe-Adria Trails. Er lebt als glücklicher, frei(laufend)er Journalist und Buchautor in Kärnten und Wien.

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Weitwandern entlang des KAT-Walks in den Kitzbüheler Alpen. (c) Peter Vonier

Ganz schön anziehend: Weitwandern entlang des KAT-Walks in den Kitzbüheler Alpen. (c) Peter Vonier

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29. November 2014