Hundstage? Am besten in den obersten Etagen der Alpen… Heiße Tipps für heiße Zeiten.

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Es ist wiedermal so weit: Wer möchte, hat nun ein Monat lang die Gelegenheit, Sirius, Aludra und Muliphein auf ihrer Reise durch die Nacht zu beobachten. Denn gemeinsam bilden sie das Sternbild des Großen Hundes und sind damit Namensgeber für die heißeste Zeit des Jahres.

Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen… – von und mit Martin Marktl.

 

Die Tage des Hundes

Die Hundstage. Was jedem Städter die Schweißperlen ins Gesicht treibt, darf uns Bergmenschen herzlich egal sein: Soll es doch 40 Grad haben in den Bürostuben dieses Landes! Sogar im Hochgebirge befinden sich die letzten Schneefelder resignierend auf dem Rückzug, und uns Wanderern steht für kurze Zeit, aber doch immerhin für fast zwei Monate die faszinierende Welt des Hochgebirges offen. Auch ich durfte mich in den letzten Tagen davon überzeugen, dass man an einigen Bergen mit normaler Wanderausrüstung weit über 3000 m Seehöhe vordringen kann. Nicht überall möglich, doch mancherorts geht’s problemlos.

Auch Österreichs Weitwanderwege geleiten einen auf Wunsch in die oberste Etage der Alpen. Der Zentralalpenweg beispielsweise verläuft in seiner alpinen Variante direkt an den markantesten Gipfeln der Ostalpen vorbei und verbindet dabei die höchsten Schutzhütten des Landes. Allerdings bleibt diese Strecke erfahrenen Alpinisten vorbehalten, da es nicht selten über Eis und Gletscher geht, und im Allgemeinen davon abzuraten ist, ohne entsprechende Kenntnisse ein unnötiges Risiko einzugehen. Gibt es doch bei allen Langstrecken des Landes auch gletscherfreie Abschnitte, die mindestens genauso schön sind (ich persönlich finde sie sogar schöner, denn wochenlang in einer vegetationslosen Steinwüste umherzuirren muss eh nicht sein).

Wo in Österreich ist es also derzeit (a) nicht so heiß und (b) gletscherfrei?

Für die ganz heißen Tage fiele meine Wahl derzeit auf die Mittelgebirgswelt zwischen der westlichen Steiermark und Tirol: Also beispielsweise auf die östlichen Abschnitte des Adlerweges, von denen wir hier am Portal bereits die Kitzbühler Alpen und das Kaisergebirge vorgestellt haben. Dann hätten wir ein Bundesland weiter den Salzburger Almenweg, der auch etliche Abstecher in hochalpine Gefilde erlaubt – beispielsweise von Obertauern auf die Glöcknerin (2.432 m), eine unschwierige Geschichte. Ebenfalls bei stabiler Wetterlage empfehlenswert ist die Tour auf den aussichtsreichen Bernkogel (2.325 m) zwischen Rauris- und Gasteinertal. Oder – etwas fordernder – ein Abstecher ins Tennengebirge, an dessen Südseite der Almenweg direkt vorbeiführt.

Tja, und einen Kandidaten hätte ich, der hier im Portal noch nicht vertreten ist, doch unsere Freunde von den Wanderdörfern haben sicher nichts dagegen, wenn wir auf ihre Seite verweisen: Auf dem Schladminger Tauernhöhenweg (mittlerweile auch bei uns am Portal) lässt sich bereits der gesamte Gebirgszug durchqueren, ohne kritische Schneefelder überqueren zu müssen, wie es diese Woche in meiner täglichen Lektüre, dem Bergsteigerforum gipfeltreffen.at zu lesen gab.

Euer Arbeitgeber hat sich eine faire Chance verdient, einige der bereits geleisteten Überstunden mit einem verlängerten Wochenende honorieren zu dürfen. Vielleicht braucht er ja nur mehr einen Schubser in die richtige Richtung …

 

Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen – mit Martin Marktl.
Fortsetzung folgt!

 

Martin Marktl ist leidenschaftlicher Mehrtages-Wanderer und ist vorzugsweise auf heimischen Pfaden unterwegs. Im Laufe der letzten Jahre kamen auf Österreichs Weitwanderwegen schrittweise rund 5.000 Kilometer zusammen. Manchmal geht’s auch über die Grenze: Im Vorjahr gelang Martin im Rahmen eines Buchprojekts die Erstbegehung des Alpe-Adria Trails. Er lebt als glücklicher, frei(laufend)er Journalist und Buchautor in Kärnten und Wien.

 

Weitwandern Petzeck Schobergruppe (c) Martin Marktl
Weitwandern Petzeck Schobergruppe (c) Martin Marktl 

 

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Bildinfo:

© Martin Marktl – Es darf wieder hoch hinaus gehen! Im Hintergrund: Petzeck, Schobergruppe

Titelbild:

© Tirol Werbung – Anne Gabl – in der Region Wilder Kaiser.

 

25. Juli 2014