Die Wirksamkeit von Nebensächlichkeiten. Anleitung, wie man Weitwanderer zum Weinen bringt…

Weitwandern in der Regin Schladming-Rohrmoos - (c) Herbert Raffalt

Manche Dinge sind ganz normal. Oft merkt man/frau gar nicht, dass sie eine Rolle spielen – bis sie dann auf einmal nicht präsent sind… Martin beschäftigt sich in diesem Beitrag mit diesen „Kleinigkeiten“…

 Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen… – von und mit Martin Marktl

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Die wichtigsten Nebensachen der Welt.

Dinge, ohne die eine Mehrtageswanderung nur halb so lustig wären. Und dazu ein paar Bilder.

Quartiere

Sie sind die logische Grundvoraussetzung für das wiederkehrende Ritual des angenehmen Tagesausklanges. Die Frage nach einer geeigneten Übernachtungsmöglichkeit ist bei etwaigen Unklarheiten spätestens mittags aufzuwerfen. Auch wenn ich immer wieder Leute treffe, die sich mit der Nächtigungsfrage ohne einer einzigen Sorgenfalte bis in die späten Abendstunden Zeit lassen. Ich selber hab das nur ein einziges Mal riskiert – klar war genau an diesem Tag das Haus bis auf den letzten Platz voll. Und geregnet hat’s, als würde jeden Moment die Welt untergehen! Der Wirt hatte jedoch Mitleid mit mir und ich habe einen Schlafplatz im Nebengebäude bekommen:

Übernachtungsquartier Müllraum (c) Martin Marktl
„Trockenraum“ – Übernachtungsquartier Müllraum (c) Martin Marktl

Im Allgemeinen möchte man ja annehmen, dass es auf den Weitwanderstrecken Österreichs keine große Hexerei sein kann, einen Schlafplatz zu kriegen. Das ist auch in der Regel so – doch verhält sich die Toleranz eines Zu-Fuß-Gehers für Planänderungen umgekehrt proportional zur bereits zurückgelegten Kilometeranzahl. In anderen Worten: Wer jemals 9-10 Stunden am Stück unterwegs war, und dann im Zielort erfährt, dass der letzte Gasthof im Zuge der großen Mückenplage von 1983 seine Pforten schloss, lässt nach der Auskunft, dass es bis zum nächsten Gasthaus „eh nur 6 Kilometer da auffi“ sind, den Tränen freien Lauf.

Manchmal jedoch hat man einfach Glück, und es ist WIRKLICH nimmer weit – vorausgesetzt, man steht – so wie wir damals in Altenmarkt – bereits direkt vor der Kirche:

Weitwandern: Unterkunft gleich in der Nähe (c) Martin Marktl
Frohlocken am Eisenwurzenweg (c) Martin Marktl

Proviant

Auf einer ausgedehnten Tagesetappe kommt der Kalorienverbrauch von uns Langstreckenläufern irgendwo bei 4.000 bis 6.000 Kalorien zu liegen. Was bedeutet, dass die Energiespeicher jeden Tag aufs Neue aufgefüllt werden müssen. So brutzelt schon in den frühen Nachmittagsstunden das Cordon Bleu vorm geistigen Auge, und am imaginären Bierkrug bahnt sich ein einsamer Tropfen seinen Weg durchs Kondenswasser am eiskalten Glas.

Je größer der Hunger, desto spannender die Menüfolge, die im Laufe so eines Nachmittags locker auf ein 7-gängiges Menü anwachsen kann. Die Freude der Wirtsmänner am Weg ist daher zumeist groß, wenn wir Wanderer am Abend damit beginnen, unsere Wünsche von der Speisekarte vorzulesen. Am Ende des Tages gibt es glückliche Kellner, steinreiche Wirte – und eine völlig erschöpfte Küchenbrigade.

Wandermarkierungen

Meine ständige Begleiterin Astrid hat schon in frühen Jahren durch stetes Üben eine Technik verfeinert, die uns bislang immer noch zielsicher zum nächsten Ort gebracht hat. Steht sie an einer Weggabelung, und der weitere Verlauf ist mangels ordentlicher Kennzeichnung unklar, schimpft sie den nächsten Wegweiser herbei. Wurde ordentlich über sagen wir 20 Meter geraunzt, geflucht und gezetert, ist die nächste Markierung jedes Mal noch umgehend aufgetaucht. Faszinierend!

Versteckte Schilder beim Weitwandern mit der faszinierenden Astrid... (c) Martin Markt
Versteckte Schilder beim Weitwandern mit der faszinierenden Astrid 😉 (c) Martin Markt

Wer keine Astrid dabeihat, muss sich ungleich mehr konzentrieren. So geschehen heuer, als ich einige Tage am sogenannten „Grazer Umland Weg“ unterwegs war. Nimmt man den Zustand der dortigen Markierungen als Maßstab, wissen wohl nur noch die ältesten Grazer, dass es diesen Weg überhaupt gibt.

Umgekehrt gibt es Gegenden, wo selbst Astrid die Sprache wegblieb – beispielsweise hier in den Wiener Alpen:

Weitwandern in den Wiener Alpen - Beschilderung (c) Martin Marktl
Beschildertes Weitwandern in den Wiener Alpen  (c) Martin Marktl

Doch auch in Oberösterreich ist verirren unmöglich – beispielsweise in Ternberg, wo der Mariazellerweg 06 – ehemals eine Randnotiz des Voralpenweges 04 – erwachsen wurde und ein eigenes Schild spendiert bekam:

Weitwandern-Kreuzung (c) Martin Marktl
Weitwandern-Kreuzung (c) Martin Marktl

Pünktliches Weggehen

Disziplin, Disziplin, Disziplin – das A und O einer jeden gelungenen Wanderung! Nur so lässt sich das Tagesziel vor Finster- und Verdammnis erreichen. Und es bleibt genügend Zeit für etwaige “Verhauer” – wie sie angeblich in den besten Familien vorkommen. So haben wir es gelernt, und GENAU SO machen wir es auch.

Meistens. Also recht oft. Jedenfalls öfter als „gelegentlich“. Also mitunter kommt es auch vor, dass wir eine Stunde später aus dem Quartier rauskommen, als am Vortag unter Eid vereinbart. So wie hier bei einer Übernachtung im Heu, als Freund Gert schon abmarschbereit war, doch ich zu so früher Stunde noch nichts davon wissen wollte…

Gert beim pünktlichen Weggehen... (c) gipfelrast.at
Gert beim pünktlichen Weggehen… (c) gipfelrast.at

Das Wort „Rahmenbedingungen“ hat ja glücklicherweise etwas Unverbindliches – und es muss (uns soll) auf einer Weitwandertour nicht alles generalstabsmäßig ablaufen. Egal ob Wanderhotel oder Strohburg:

An den drei Eckpfeilern Verpflegung – Nächtigung – Wegmarkierung entscheidet sich’s! Dieses Triangel kann aus der schönsten Tour einen Alptraum machen – viel öfter jedoch war’s genau umgekehrt.

 

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Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen – mit Martin Marktl.
Fortsetzung folgt!

Weitere Weitwandern-Geschichten findet Ihr HIER!

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Martin Marktl ist leidenschaftlicher Mehrtages-Wanderer und ist vorzugsweise auf heimischen Pfaden unterwegs. Im Laufe der letzten Jahre kamen auf Österreichs Weitwanderwegen schrittweise rund 5.000 Kilometer zusammen. Manchmal geht’s auch über die Grenze: Im Vorjahr gelang Martin im Rahmen eines Buchprojekts die Erstbegehung des Alpe-Adria Trails. Er lebt als glücklicher, frei(laufend)er Journalist und Buchautor in Kärnten und Wien.

Weitwandern in der Regin Schladming-Rohrmoos - (c) Herbert Raffalt

Weitwandern in der Regin Schladming-Rohrmoos – (c) Herbert Raffalt

 

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17. Dezember 2014