Herbstzeit ist Wanderzeit! Warums im Herbst so schön ist und eine 2-Tages-Tour fürs Wochenende.

Weitwandern Seetaler Alpen Zirbitzkogelrunde Tonnerhütte (c) Martin Marktl

Im Herbst ist das Wandern doppelt schön… Und er hat ja auch ein bisschen das gutzumachen, was uns der Sommer wettermässig schuldig geblieben ist. Für alle schönen Herbstwochenenden hat Martin eine passende 2-Tages-Tour parat…

Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen… – von und mit Martin Marktl.

 

Es raschelt im Blätterwald!

Unser Gerechtigkeitssinn dürstet nach Genugtuung: Wenn schon der Sommer ins Wasser fällt, dann soll wenigstens der Herbst gutmachen, was sein Vorgänger verbockt hat! Und tatsächlich – man könnte meinen, als sähe es an diesem Wochenende in weiten Teilen des Landes nach stabilem, sonnigem Wetter aus!

Der farbenfrohe Herbst ist die Hauptwanderzeit der Gastronomen, Bootsverleiher, und Eisverkäufer. Die Sommersaison ist geschlagen, und in den heimischen Wohlfühlorten kehrt wieder Ruhe ein. Der Herbst ist auch die bessere Wahl für all jene, die ihren Urlaub nicht mehr nach den Ferienzeiten ihrer Kinder ausrichten müssen. Erfahrungsgemäß sind erstere gerne aus dem Häuschen, wenn letztere erst einmal aus dem Haus sind. Endlich wieder ein Leben in Freiheit!

Weitwandern Zirbitzkogel-Runde Seetaler Alpen Zaun (c) Marktl Martin

Sie alle kommen in diesen Tagen in den Genuss mehrerer Vorteile, die dem klassischen Sommerurlauber verwehrt bleiben. Reden wir doch einmal übers Geld: Wer in den Nebensaisonfenstern auf Reisen geht, kommt mancherorts in den Genuss von Ermäßigungen, die einen beinahe wieder skeptisch machen.

Ein großer Vorteil der zweiten Jahreshälfte ist darüber hinaus die deutlich reduzierte (Wärme-)Gewittergefahr. Da der Temperaturunterschied zwischen Himmel und Erde nicht mehr so groß ist wie im Hochsommer, sind thermische Gewitter eher die Ausnahme als die Regel. Während bis etwa Mitte August in den Nachmittagsstunden ein Unwetter praktisch nie auszuschließen ist, darf man sich im Herbst etwas entspannter auf den Weg machen.

Dazu kommt die Sache mit den Aerosolen. So nennen die Meteorologen alle winzig kleinen Partikel, die halt so durch die Luft fliegen – also Wassertröpfchen, Ruß- oder Staubfussel. Trockene Luft, wie sie im Herbst zur Standardausstattung gehört, erlaubt daher eine Fernsicht, wie man sie im Hochsommer nur nach einem kräftigen Regenguss genießt. Eine unglückliche Kombination für Gebirgswanderungen! Nicht so ab September: Wenn das Wetter und der eigene Aufenthaltsort gut zusammenspielen, kann man in der kälteren Jahreszeit auf eine Sichtweite von 150 Kilometern oder mehr hoffen!

Der Herbst ist auch die bessere Jahreszeit für Hundebesitzer: Die Almen und Weiden sind inzwischen wieder leer, und unliebsame Begegnungen zwischen Hund und Rindvieh für heuer passé. Auch für Mountainbiker und Pferdeflüsterer geht‘s im Herbst zügiger dahin, da die Weidegatter offenstehen.

Weitwandern Zirbitzkogelrunde Seetaler Alpen Gipfel

Zum Abschluss noch der offensichtlichste Vorteil: In Gegenden, wo es im Sommer nur so wuselt, ist man im Herbst praktisch alleine unterwegs. Bei der Ost-West-Überschreitung der Hohen Veitsch vergangene Woche habe ich auf 40 Kilometern nur zwei andere Wanderer getroffen. Einer davon war übrigens ein Hüttenwirt, der – siehe oben – erst jetzt im Herbst die Möglichkeit hat, sich ausnahmsweise für einen Tag abzusetzen.

Weitwandern Seetaler Alpen Zirbitzkoge-Runde Herbst (c) Martin Marktl

Eingedenk all dieser Umstände möchte ich heute mit einem Tourentipp schließen, der uns in die Seetaler Alpen bringt. Der letzte Neuzugang auf unserem Portal führt uns auf und rund um den aussichtsreichen Zirbitzkogel. Der höchste Gipfel der Region steht mit seinem uneingeschränkten Panorama nahe der steirisch-kärntnerischen Landesgrenze und erlaubt daher einen Rundumblick, der beide Bundesländer nahezu vollständig einschließt.

Allerdings: Wie es auf Almen nun mal passieren kann, hat die St. Martiner Hütte, die in den Sommermonaten als Etappenziel und Nachtquartier das südliche Ende der Tour markiert, ihre Pforten gleichzeitig mit dem Almabtrieb geschlossen. Das soll uns aber nicht davon abhalten, den Weg trotzdem in Form einer zweitägigen Wochenend-Tour in Angriff zu nehmen.

Als Startpunkt empfehlen sich die Tonnerhütte oder der Alpengasthof Sabathy. In beiden Fällen folgt man der empfohlenen Wegführung bis zum Kreuz der Katholischen Jugend. Wenige Gehminuten später zweigt rechter Hand ein Steig Richtung Wildsee ab, der die Tour bei Bedarf auf ein Zweitagesmaß abkürzt. Noch etwas: Je nachdem, wie es das Wetter und der eigene Zeitplan als g‘scheit erscheinen lässt, kann man den Gipfelbucheintrag am Zirbitzkogel bereits zu Beginn der Tour, oder jedoch als glorreichen Abschluss der Tour vornehmen.

 

Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen – mit Martin Marktl.
Fortsetzung folgt!

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Martin Marktl ist leidenschaftlicher Mehrtages-Wanderer und ist vorzugsweise auf heimischen Pfaden unterwegs. Im Laufe der letzten Jahre kamen auf Österreichs Weitwanderwegen schrittweise rund 7.000 Kilometer zusammen. Manchmal geht’s auch über die Grenze: 2012 gelang Martin im Rahmen eines Buchprojekts die Erstbegehung des 750km langen Alpe-Adria Trails. Er lebt als freier Journalist und Buchautor in Kärnten und Wien.

Weitwandern Seetaler Alpen Zirbitzkogelrunde Tonnerhütte (c) Martin Marktl

Weitwandern Seetaler Alpen Zirbitzkogelrunde (c) Martin Marktl

Alle Bilder: Weitwandern in den Seetaler Alpen – Zirbitzkogel-Runde (c) Martin Marktl

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24. September 2015