Wer war schon vor uns da? Spuren im Schnee…

Winter rund um den Thayatalweg (c) Waldviertel Tourismus

Spuren im Schnee, die unsere Winterwanderung kreuzen. Aber wer war schon vor uns da? So wie wir Menschen Spuren hinterlassen, so macht sich auch die Tierwelt bemerkbar – und das weckt in vielen von uns eine große Neugierde. Wer nämlich die Kunst des Fährtenlesens beherrscht, kann so einiges über unsere Wegbegleiter lernen.

Ein Beitrag von Nadine Lauritsch.

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Fährte, Spur und Geläufe – alles das gleiche?

Die nacheinander folgenden Fußspuren, auch Trittsiegel genannt formen die Fährte oder eine Spur. Als Fährte werden die Tritte von Hirsch-, Reh-, Stein-, Gams-, oder Schwarzwild bezeichnet. Spuren sind alle anderen Trittbilder, also die Fußabtritte von Hasen, Eichhörnchen oder von einem Raubwild wie einem Marder, Fuchs oder Dachs. Handelt es sich um ein Federwild, spricht man von Geläufe.

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Quelle Bild: http://www.natuerlich-online.ch/fileadmin/Natuerlich/Archiv/2007/01-07/20-23_tierspuren.pdf

Aber ein Fußabdruck gibt nicht nur Aufschluss über die Tierart, sondern auch über dessen Alter, Geschlecht, Fortbewegungsrichtung und auf die Gangart – also ob das Tier auf der Flucht war, ob es gemütlich dahinging oder es schnell trabte.

Auf der Flucht oder gemächliches durch die Landschaft ziehen

Je nachdem wie sich das Tier bewegt, so werden auch die Tritte der rechten und linken Läufe seitlich einer Mittellinie gesetzt. Der Raum zwischen den rechten und linken Fußabtritten heißt Schrank, der Längsabstand wird als Schrittlänge bezeichnet.

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Quelle Bild: http://www.natuerlich-online.ch/fileadmin/Natuerlich/Archiv/2007/01-07/20-23_tierspuren.pdf

Beim langsamen ziehen und schnellen Traben besteht der Fußabdruck aus zwei übereinander liegenden Trittsiegeln, dem Hinter- und Vorderlaufabdruck. Sind die Tiere auf der Flucht, bewegen sie sich sprungartig fort. Dabei überspringen die Hinteren die Vorderen und umso weiter der Abstand dazwischen ist, umso schneller waren sie.

Können sie einen Marder von einem Hasen anhand der Trittsiegel unterscheiden?

Manche Tiere weisen besonders einzigartige Spurenbilder auf, wie das ruhige Traben eines Raubwildes. Das ist besonders gut bei einem Fuchs sichtbar, wenn er die Fußbewegungen der vorderen und hinteren Läufer ineinander, aber auch ohne eine Schränkung gerade hintereinander setzt. Das kunstvolle Ergebnis ist eine perlenartige Schnur, die sich durch den tiefen Schnee zieht.

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Quelle Bild: http://www.natuerlich-online.ch/fileadmin/Natuerlich/Archiv/2007/01-07/20-23_tierspuren.pdf

Auch der Hase hat so seine eigene Taktik. Da sie sich nur in zwei Gangarten fortbewegen, also hoppeln oder flüchten, haben sie eine ganz andere Spur – diese wird laut bekannten Tierforschern auch als Hasensprung bezeichnet. Die hinteren Tritte setzten sich nicht in die Vorderen, sondern die längeren Hinterläufer setzten sich paarweise vor die kürzeren Vorderläufer.

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Quelle Bild: http://www.natuerlich-online.ch/fileadmin/Natuerlich/Archiv/2007/01-07/20-23_tierspuren.pdf

Paarsprünge deuten auf einen Marder hin. Das ist daran erkennbar, wenn zwei Trittsiegel paarweise nebeneinander vorkommen. Eine genagelte Spur hinterlässt der Marder, die er mit seinen Grabekrallen der Vorderbraken in den Schnee zeichnet.

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Quelle Bild: http://www.natuerlich-online.ch/fileadmin/Natuerlich/Archiv/2007/01-07/20-23_tierspuren.pdf

Ihr wollt bei eurer Winterwanderung Spuren sichern? – so geht’s:

  • Den Trittsiegel, die feuchte Erde oder den gefrorenen Schnee konservieren
  • Den Fußabtritt von Blättern und Tannennadeln befreien
  • Einen Kartonstreifen um den Fußabdruck in die Unterlage eindrücken
  • Modelliergips anrühren
  • Das Trittsiegel damit ca. 2 cm übergießen
  • Nach 20 min den Gips samt Kartonumrandung ausgraben und den Gips rasten lassen, so dass er fertig trocknen kann
  • Kartonrand entfernen und den Abdruck mit Hilfe einer alten Zahnbürste reinigen.

Die Spuren im Schnee zu beobachten kann während einer Winterwanderung sehr faszinieren – sie sind sozusagen die Sprache der Tiere und der Natur. Sind die Wildtiere nur auf Nahrungssuche gewesen oder waren sie wie wir Menschen am Kontakte knüpfen? So genau werden wir das wahrscheinlich nicht erfahren. Eines sollte aber immer in den Gedanken des Wandernden sein: Nämlich Rücksicht auf die Tierwelt zu nehmen und ihnen ihre Ruhe lassen, so dass Spuren der Angst, Flucht oder sogar tödlichem Stress nicht mehr so oft unsere Wege kreuzen.

Wer die Spuren der Tiere versteht, versteht auch die Natur. Und mit diesem Wissen seid ihr schon vielen Menschen ein Schritt voraus.

Winter rund um den Thayatalweg (c) Waldviertel Tourismus

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Quellen:

http://www.natuerlich-online.ch/fileadmin/Natuerlich/Archiv/2007/01-07/20-23_tierspuren.pdf

http://www.waldwissen.net/wald/tiere/wsl_spuren_im_Schnee/index_DE

http://www.nabu.de/naturerleben/naturtipps/natur-phaenomene/02723.html

Beitragsbild:

http://www.facebook.com/waldviertel/photos/pb.169794674506.-2207520000.1423140185./10152926013164507/?type=3&theater – (c) Waldviertel Tourismus

5. Februar 2015