Unterwegs am Jakobsweg. Die wichtigsten Infos für Deinen Weg…

Pilgern_StiftSeitenstetten_Bild:Weinfranz-Pilgern@Moststraße

Jahr für Jahr lassen sich Tausende Pilger und Pilgerinnen vom Zauber des Jakobsweges inspirieren – oft um sich zu besinnen und neue Lebenskraft zu tanken. Dabei geht es nicht ausschließlich um das Ziel, sondern auch um den Weg bis dahin, um die Erfahrungen, Begegnungen und dem Reiz des Unterwegs-sein. Auch beim Pilgern ist eine gute Planung wichtig. Mit unseren Infos & Linktipps soll Eurem Weg nichts mehr im Wege stehen…

Ein Beitrag von Nadine Lauritsch

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Perfekt informiert für den Jakobsweg

Packliste für meine Pilgerreise

  • Gutes Schuhwerk, ein zweites Paar Schuhe als Reserve
  • Ein richtig eingestellter Wanderrucksack
  • Bequeme, leicht trocknende Kleidung (Funktionsbekleidung – z.B. Wanderhose mit abtrennbaren Beinen; wasserdichte Regenjacke; Kleidung aus Polyester, Merinowolle oder Naturfasern; warme Fleecejacke für kühle Morgenstunden)
  • Eventuell ein Wanderstock
  • Sonnenhut, Sonnenschutzcreme
  • Reisewaschmittel
  • Hygieneartikel
  • Notfallapotheke (Blasenpflaster, Pflastertape, Desinfektionsmittel, Bandagen, Schmerzmittel)
  • Taschenmesser
  • Taschenlampe
  • Schlafsack
  • Geldbörse
  • Pilgerpass

An- und Abreise

Die schnellste Variante für die An- und Abreise ist das Flugzeug, aber auch Züge oder Langstreckenbusse sind eine Möglichkeit. Hierbei hängt es immer individuell vom Pilgernden ab, wie viel Geld und Zeit man investieren möchte. Empfohlen wird jedoch eine ruhige Abreise, bei der man die Landschaft im Rückblick betrachten kann, um einen sanften Übergang in die gewohnte Umgebung zu ermöglichen. Hier würde sich eine Bahnreise hervorragend anbieten.

Wahl des Pilgerweges

Der Camino Frances eignet sich durch den gut frequentierten Weg und das lückenlose Netz aus Herbergen und Versorgungsmöglichkeiten  sehr gut für die erste Pilgerreise. Entlang des Weges begegnet man vielen Pilgerbegeisterten. Auch an Informationen und Erfahrungsberichten mangelt es bei dieser Route nicht. Hauptsächlich findet man Wald- und Feldwege vor, aber auch schmale, steinige Trampelpfade, wofür ein stabiler Schuh benötigt wird.

Der spanische Küstenweg punktet vor allem mit seinen Berglandschaften und Traumstränden, weist aber mehr Asphaltstrecken auf, was eine Herausforderung für die Gelenke bedeutet.
Die deutschen Wege sind reich an geschichtlichen Zeugnissen aus dem Mittelalter und relativ einfach zu gehen.

Etwas anspruchsvoller sind die Wege in Frankreich im Zentralmassiv, landschaftlich aber höchst interessant und abwechslungsreich.

In Südspanien trifft man auf weniger Mitpilgerer, weniger Herbergen und Infrastruktur. Außerdem sollte man sich auf ein heißes Klima einstellen.

Oder doch lieber entlang des Jakobswegs in Österreich? Die Wahl des Camino hängt stark von den persönlichen Bedürfnissen und der eigenen Erfahrungshaltung ab – hier sollte für jeden ein Weg dabei sein, der einen anspricht. Infos zu den Jakobswegen in Österreich mit den richtigen Links zu Euren Fragen findet Ihr auf unserer Jakobswege-Seite!

Zeitliche Planung

Allgemein sagen Pilgerer „Je länger der Weg, desto besser“, was aber nicht heißen soll, dass sich kürzere Routen nicht lohnen würden. Für den Camino Frances, der eine Länge von 800 km aufweist, und den Küstenweg sollten ungefähr 6 Wochen eingeplant werden.

Grob geschätzt legt ein Pilgerer durchschnittlicher Kondition 20 km pro Tag zurück. Das ist auf eine Woche gesehen, eine Route mit 140 km. Dabei ist es ratsam einen zusätzlichen Tag für Pausen, etwaige Besichtigungen oder gesundheitliche Beschwerden einzuplanen.

Versorgung

Die Wege zeichnen sich durch ausreichende Versorgungsmöglichkeiten mit Geschäften, Bars und Restaurant aus – also das Essen sollte euch auf keinen Fall Sorgen bereiten. Jedoch ist es kein Nachteil kleine Snacks wie Nüsse, Müsliriegel, Bananen oder Sandwiches im Rucksack dabei zu haben – jedoch darf dieser dadurch nicht zu schwer werden. In der Regel sollte der Rucksack höchstens 10 % des eigenen Körpergewichtes ausmachen. Zum Stillen des Durstes gibt es entlang des Weges mehrere Trinkwasserstellen, hierbei bitte auf die Trinkwasserqualität achten. Ist diese nicht vorhanden, auf gekauftes Wasser umsteigen oder Entkeimungstabletten verwenden.

Bei Herbergen handelt es sich meist um Hotels, Jugendherbergen oder private Pensionen, wobei es auch spezielle Pilgerherbergen gibt oder Klöster, die gerne Pilgerer zu sich aufnehmen. Die Herbergen im Norden sind eher ruhig und komfortabel, aber etwas teurer, mit 20-40 Euro pro Übernachtung mit Frühstück. In Spanien sind die Unterkünfte etwas günstiger, wobei es sich eher um einfache Übernachtungsmöglichkeiten handelt.

Insgesamt  sollte man täglich zwischen 30 – 60 Euro für das Essen und die Übernachtung einplanen. Jedoch hängt die Kalkulation der Preise auch stark von der Wahl der Unterkunft, der Versorgung und des Landes ab. Eine Notreserve dennoch mit einkalkulieren!

Kommt es zu einem Krankheitsfall, finden sich entlang der Wege genügend Apotheken zur medizinischen Versorgung. Auch ein längerer Aufenthalt in der Herberge ist problemlos möglich. Die meisten Pilgerer erweisen sich auch als sehr hilfsbereit und die Herbergsleiter bringen den kranken Pilgerer auch gewissenhaft zum nächstgelegenen Arzt.

Die beste Jahreszeit zum Pilgern

Die höchsten Pilgerzahlen sind zwischen April und Oktober zu entnehmen, da zu dieser Zeit fast alle Herbergen geöffnet haben. Von November bis März ist das Pilgern sehr anstrengend, da viele Wege über Gebirgszüge führen und diese durch Schnee, Eis oder Nebel sehr schwierig bis gar nicht begehbar sind. Wer im Hochsommer in Südspanien oder auch auf nördlichen Wegen unterwegs ist, muss mit sehr hohen Temperaturen rechnen und so im Vorhinein schützende Maßnahmen treffen. Auch das Überspringen von Etappen durch Bus oder Bahn ist möglich. Und wer sich die stressige Suche nach einer Unterkunft ersparen will, sollte sich vielleicht nicht unbedingt die Monate von Juni bis August aussuchen, denn in diesem Zeitraum sind sehr viele Pilgerer unterwegs.

Die richtige Orientierung

Es ist nicht nötig ein GPS-Gerät, einen Kompass oder eine Karte bei sich zu haben, wenn man sich an etablierten Wegen befindet. Ein Nachteil ist es jedoch nicht. Die Bäume, Steine, Hauswände sind mit markanten Schildern und Zeichen markiert, so dass ein gutes Zurechtfinden ermöglicht wird.
Die Wege in Spanien sind mit gelber Farbe oder einer Gelben Jakobsmuschel auf blauem Hintergrund gekennzeichnet.

In Frankreich findet man die regionale Bezeichnung des Wanderweges GR65 und eine rote und weiße Linie vor. Durch die vielen Wegalternativen und Umwegen empfiehlt sich hier jedoch ein Reiseführer. Besonders wenn man alleine unterwegs ist. Außerdem kann man aus dem Reiseführer noch reichlich Informationen über die Etappenlänge, Zwischenziele, Herbergen, Restaurants und geschichtliche Hintergründe entnehmen.

Der typische Tagesablauf eines Pilgerers

Der Tag eines Pilgerers beginnt morgens um 7 Uhr in der Früh mit einem stärkenden Frühstück. Gegen 8 Uhr wird die Herberge meistens verlassen und die Wanderung gestartet. Nach der Hälfte der vorgenommenen Tagesstrecke sollte eine Pause eingelegt werden, um den Hunger zu stillen, die Schuhe auszuziehen und die Socken zu wechseln. Nach Zurücklegen der letzten Kilometer, wird nach einer Herberge Ausschau gehalten. Dort lässt man dann den Pilgerpass abstempeln und erfreut sich einer wohl-verdienten Dusche. Danach bietet sich die Möglichkeit an, einen Beitrag in das Tagebuch zu schreiben oder noch die Gegend zu erkunden, wenn die Füße noch nicht zu müde sind. Ab 22 Uhr heißt es dann in den meisten Unterkünften Nachtruhe, was auch dem Pilgerer zugutekommt.

Erfahrungen einer Pilgerin

Ruth R. ist bereits den Camino Frances gepilgert um zu sich selbst zu finden und ihre Grenzen kennenzulernen. Vor allem die wundervollen Eindrücke der Landschaft und das Knüpfen von dauerhaften Freundschaften haben es ihr angetan. In ihrem Erfahrungsbericht schreibt sie über das Gefühl von Weite und Offenheit in ihr, vom Gefühl „oben“ zu sein, es geschafft zu haben. Sie erzählt von dem Kennenlernen fremder Menschen aus der ganzen Welt, den guten Gesprächen. Der Stress und die Unzufriedenheit erschienen ihr weit entfernt. Sie hatte den Eindruck in einer völlig anderen Welt zu sein.

„Dass allein das tägliche Wandern in der Natur und die Zugehörigkeit zu einer Art Pilgerfamilie derart viel in einem bewirken kann, ist für mich das große Wunder an diesem Pilgerweg.“
[Ruth R.]

Unsere (sehr gute) Quelle: http://www.wandern.de/specials/jakobsweg/index.html wo’s noch viele weitere Pilgerinfos zum Nachlesen gibt.

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HIER gehts zu den virtuellen Jakobswegen in Österreich auf unserer Seite!

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(c) Beitragsbild: Weinfranz-Pilgern @ MoststraßeMostviertel Tourismus

23. Januar 2015