Wanderbare Auszeit in den Kitzbüheler Alpen

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Einfach nur weitwandern und Glücksmomente sammeln

Im Überblick:

 

Rundum-Sorglos Pakete mit Gepäcktransport machen es möglich!

Der Kitzbüheler Alpen Trial – kurz KAT Walk – setzt weltbekannte Stars wie die Hohe Salve oder den Hahnenkamm mit der legendären Streif-Abfahrt ins Rampenlicht und präsentiert dort ungeschminkte Ursprünglichkeit: Der KAT Walk ist ein aussichtsreicher Weitwanderweg, der auf der Sonnenseite quer durch die Kitzbüheler Alpen führt. In der Kompakt-Variante sind es fünf Wandertage, 76 Kilometer und rund 5000 Höhenmeter von Hopfgarten über Kitzbühel bis nach St. Ulrich im Pillerseetal. Dabei können sich Gäste auf dem Laufsteg für Wanderlustige dank günstiger Rundum-Sorglos-Pakete auf sich selbst konzentrieren. Sechs Übernachtungen mit Halbpension in gemütlichen Gasthäusern sowie Hotels mit drei und vier Sternen, Gepäcktransport von Etappe zu Etappe und Kartenmaterial kosten € 499 pro Person im Doppelzimmer. Einfach online Reisedatum angeben, Wunschunterkünfte wählen und den Rest organisieren lassen:  www.kat-walk.at/buchen

Neben der Kompakt- sind die Alpin-Variante mit sechs Wandertagen sowie Touren für Einsteiger und Genießer mit je drei Wandertagen im Angebot. Alle Infos auf  www.kat-walk.at

KAT WALK: Der Weg führt zum Menschen

Wer bei Anni Waltl auf der Winterstelleralm ankommt, hat viel hinter sich. Im sportlichsten Fall sechs Tagesetappen mit 106 Kilometern und 6400 Höhenmetern in An- und Abstieg. Denn so lang ist der KAT Walk Alpin, der über die Grasberge der Kitzbüheler Alpen führt – immer auf der Sonnenseite von Hopfgarten im Westen bis nach St. Ulrich im Osten.

Nachmittags zwischen drei und vier jedenfalls trudeln die Ersten bei Anni ein. „Vorher schafft’s eigentlich niemand“, sagt die Sennerin, die jetzt mit 75 Stück Jungvieh ihren sechsten Sommer auf der Winterstelleralm verbringt. Und die ihren Rhythmus schon an die Trail-Gäste angepasst hat. Anni bietet die einzige Einkehr auf dieser letzten KAT Walk-Etappe, die von St. Johann in Tirol durch eine abgeschiedene Bilderbuchidylle mit Kühen und Murmeltieren, traumhaften Aussichten und grenzenloser Ruhe führt.

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Rind auf der Winterstelleralm ©Peter Vonier

 

Auch, wenn es von der Winterstelleralm auf 1423 Meter Höhe nur noch eine gute Stunde bis zum Ziel in St. Ulrich ist: Kurz ein Wanderbier genießen – und vom Logenplatz am Berg noch einmal den herrlichen Weitblick in sich aufnehmen, für den der KAT Walk auf all seinen Etappen bekannt ist. Bei Anni schaut man hinab auf den Ort und hinüber zu den Loferer Steinbergen. Das letzte Bild, das der Laufsteg durch die Kitzbüheler Alpen der persönlichen Festplatte schenkt.

Drei Stunden vorher ist der Baumooskogel (1506 m) der Star. Bei guter Sicht kann man fast auf den kompletten Weg zurückschauen, der von der Hohen Salve (1829 m) über den Gaisberg (1770 m) bis zur Ehrenbachhöhe (1802 m) und dem Kitzbüheler Horn (1996 m) die schönsten Aussichtsgipfel miteinander verbindet. Stiller Begleiter ist immer der Wilde Kaiser – mal mit, mal ohne Wolken vor dem markanten Felsgesicht. Zum Schluss steht er sogar mit seinem eher unbekannten Nordost-Profil Spalier.

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KAT Walk Aussicht ©PeterVonier

 

Ein paar Tage unterwegs, und man lebt den Moment. Das Käsebrot am Gipfel, die Erfrischung im Wildbach. Und man kommt runter, sogar wenn es rauf geht. Denn die Höhenmeter sind der sportliche Preis, den im Prinzip alle KAT Walker zahlen: Wer nicht in einfachen Hütten mit Etagen-Klo und Vielleicht-Dusche, sondern in gemütlichen Gasthäusern, in 3- und 4-Sterne-Hotels übernachten will, muss runter ins Tal – und am nächsten Morgen wieder hoch in die Berge.

Zum Glück jedoch gibt es Bergbahnen, die bei Bedarf vieles erleichtern. Besonders auf dem KAT Walk Kompakt. Er eröffnet an vier von fünf Wandertagen die Wahl zwischen Gehen und Schweben. Die meisten, die in Hopfgarten starten, lassen es gemütlich angehen, nehmen die Gondel bis zur Mittelstation und beginnen ihren Marsch direkt im Almengebiet, das sich unterhalb der Hohen Salve erstreckt. Von hier aus braucht man nur noch anderthalb Stunden bis hinauf zum schönsten Aussichtsberg der Kitzbüheler Alpen. Unbedingt im stylischen Gipfelrestaurant einkehren und bei leckeren Salaten, bei Knödel, Kaiserschmarrn und Co. den 360-Grad-Rundumblick genießen. Bis sich das Lokal einmal um die eigene Achse gedreht hat, ist man wieder bereit für neue Abenteuer. Und auch der Rucksack, sofern nicht direkt am Tisch, sondern vielleicht auf der fixen Fensterbank geparkt, erscheint wieder in Griffweite. Noch einen Blick in Österreichs höchstgelegene Wallfahrtskirche werfen, die 1589 erstmals erwähnt wurde. Sie ist Johannes dem Täufer gewidmet und zog Heerscharen von Pilgern an, die sich nicht zuletzt Linderung bei Kopfleiden versprachen.

 

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Hütte mit Brunnen; KAT Walk ©Peter Vonier

© Kitzbüheler-Alpen, Gollner Daniel

Brettljausn © Kitzbüheler-Alpen, Gollner Daniel

 

Der Wind weht. Auch das macht den Kopf ganz sicher frei. Über malerische Steige führt der Weg am Salvensee vorbei zum Filzalmsee. Vielleicht kurz ins Wasser springen und ein Bad mit Bergblick genießen? Zum Ziel der ersten Etappe in Brixen im Thale gelangt man entweder zu Fuß – oder mit der Gondel.

Am nächsten Tag geht es über Wiegalm und Gaisberg nach Kirchberg, bevor auf der nächsten Etappe die Ehrenbachhöhe (1802 m) als höchster Punkt des KAT Walks lockt. Kurz vorher treffen Kompakt-Wanderer hier auf Alpin-Wanderer. Die waren einen Tag länger unterwegs und sind von Hopfgarten über Kelchsau durchs Windautal nach Aschau gelaufen – durch eine wunderbare Abgeschiedenheit, in der die Frage „Bergbahn ja oder nein“ nicht aufkam. Es gibt in dieser Einsamkeit einfach keinen Lift und keine Gondel.

Jetzt ist die Strecke für alle dieselbe. Man rastet im Hahnenkamm Stüberl (einem von mehreren Bergrestaurants, aber allein wegen des Namens muss es eigentlich dieses sein) – und beginnt den Abstieg über die legendäre Streif hinunter nach Kitzbühel. Unglaublich steil. Mit bis zu 85 Prozent Gefälle flößt die Streif sogar Respekt ein, wenn man sie vorsichtig zu Fuß hinunter geht. Und plötzlich wird klar, wieso Ski-Profis reine Muskelpakete sind und wozu sie den dreifachen Oberschenkelumfang brauchen. Der Weg ist gesäumt mit Informationen zur Strecke und zu Schlüsselstellen. Bilder im Kopf entstehen und man versteht den Respekt, den auch die besten Skirennläufer der Welt der Streif zollen. Übrigens: Wanderer brauchen etwa anderthalb Stunden, bis sie unten sind. Den Rekord unter den Top-Athleten hält Friz Strobl: 1997 gelang ihm die unglaubliche Zeit von 1.51.58 Minuten.

 

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Rast-Bank mit Aussicht ©Peter Vonier

Tags drauf lockt das Kitzbüheler Horn, das aufgrund seines markanten Sendemasts auch KAT Walkern Orientierung gibt, die ansonsten gern einmal den einen mit dem anderen Berg verwechseln. Erinnerungsfoto am Gipfel schießen, dann zur Nordwestseite des Kitzbüheler Horns, wo der Fels in die Tiefe bricht. Hier beginnt der spektakuläre Steig hinüber zum Harschbichl: Er ist gut gesichert (Stahlseil), aber schmal – und erfordert Konzentration. Bloß nicht stolpern. Am Ende des Tages ist St. Johann in Tirol erreicht. Noch einmal Schlafen, dann auf zur letzten Etappe hinüber nach St. Ulrich im Pillerseetal.

Ein paar Tage unterwegs, und man wird irgendwie süchtig. Einfach nur gehen, dem eigenen Rhythmus folgen. Und plötzlich ragt das Jakobskreuz am Horizont auf. Es steht auf der Buchensteinwand in St. Jakob in Haus, ist 30 Meter hoch und den Pilgern gewidmet, die seit Jahrhunderten das Pillerseetal von Salzburg auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela durchqueren. Kompliment: Besser hätte man den Weg nicht inszenieren und mit Gefühlszuständen von Weitwanderern abgleichen können.

Derweil ist es drei Uhr nachmittags. Und Anni von der Winterstelleralm schaut hinauf. Als erstes kommt ein Mountainbiker aus der Nachbarschaft, der hier regelmäßig seine Runden dreht. „Sind nur vier Leute auf dem Weg“, meldet er. „Wie die gehen, brauchen die noch 20 Minuten.“ Der Mountainbiker trinkt genüsslich sein Radler, Anni geht schon einmal in die Almküche und bereitet sich auf die Gäste vor.

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Panorama KAT Walk ©PeterVonier

 

Zahlen und Fakten:

Der KAT Walk wurde 2014 in der Alpin-Variante mit sechs Wandertagen eröffnet und kostet mit sieben Übernachtungen, Halbpension, Gepäcktransport und Kartenmaterial 539 Euro pro Person im Doppelzimmer.  Aufgrund der vorbildlichen Beschilderung findet er sich auch ohne Guide wie von selbst. Die Angebote wurden kontinuierlich weiterentwickelt, um unterschiedliche Bedürfnisse noch besser zu bedienen. Neu seit 2015 ist die Kompakt-Variante mit fünf Wandertagen und sechs Übernachtungen für 499 Euro. Wer die Einsteiger-Tour (die ersten drei Etappen) bucht, zahlt 279 Euro. Die Genießer-Tour (die letzten drei Etappen) kostet 329 Euro. Zu buchen auf www.kat-walk.at/buchen

Die Kitzbüheler Alpen:

das sind die vier Ferienregionen Hohe Salve, Brixental, St. Johann in Tirol und PillerseeTal rund um Kitzbühel mit 20 Orten, die sich ihren Tiroler Charme bewahrt haben. Dazu gehören bekannte Namen wie Kirchberg, Hopfgarten, St. Johann in Tirol und Fieberbrunn. Eine absolute Stärke der Destination liegt in ihrem umfangreichen Angebot für Familien, Wanderer, Outdoor- und Sport-Begeisterte. Im Sommer die besten Bergerlebniswelten für Familien, darüber hinaus 2500 Kilometer Wanderwege und 1000 Kilometer für Radfahrer und Mountainbiker. Die modernen Skigebiete mit rund 1000 Pistenkilometern gehören zu den Besten der Welt. Nicht zuletzt deshalb zählen die Kitzbüheler Alpen zu den bekanntesten Urlaubszielen in Österreich und bezeichnen sich selbst als „einfach bärig.“ www.kitzalps.com

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27. März 2018