Cool bleiben an heißen Tagen

Weitwandern an heißen Tagen, Gletscher des Petzeck, (c) Marktl, Da lässt sichs aushalten, Weitwandern in Österreich

Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen… – von und mit Martin Marktl.

 

Wenn auf den Titelseiten aller heimischen Tageszeitungen ein Thermometer abgebildet ist, dann sind sie wieder da, die „heißesten Tage des Jahres“. Martin hat ein paar Vorschläge zusammengestellt, die uns das Leben in den Bergen etwas angenehmer machen.

 

An Hundstagen wie diesen übertreffen sich die Ratgeber in Journal, Funk und Fernsehen mit Tipps, was man bei Hitze zu tun hat, um dem Hundstod zu entrinnen. Wie im Vorjahr, und in den Jahren zuvor, ziehen stets die gleichen Weisheiten ihre Runde: Auf „Besser nicht zuviel anziehen“ folgt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Rat „Immer viel trinken!“. Die Trilogie der gut gemeinten, letztendlich aber wirklich jedem Volldolm bekannten Ratschläge endet nie ohne den Hinweis, „die pralle Sonne zu meiden“. Potz Blitz, wer hätte das gedacht!

 

Das können wir Wanderer besser. Unter der Annahme, dass jedem Leser hier irgendwann in seinem Leben schon einmal heiß gewesen ist, sparen wir uns die Selbstverständlichkeiten (wie „unterwegs in einen Bergsee hüpfen“, oder „zu Mittag keine Schlachtplatte essen“ oder „wenn’s heiß wird, die Hose abzippen“), und widmen uns der Kniffe, die den alpinen Saunagang etwas erträglicher machen.

 

  1. Eine feine Sache sind Kopftücher wie Buffs oder Bandanas, die beim Wandern gleich zwei gute Dienste leisten. Erstens läuft einem der Schweiß nicht ins Gesicht, da der meiste davon bereits auf der Kopfhaut entsteht – und gleich dort aufgefangen wird. Wer zudem die Kopftücher bei jeder sich bietenden Gelegenheit in kaltes Wasser taucht, wird die Kühlung bald nicht mehr missen wollen. Weil die Wirkung auch nicht nachlässt, wenn sich das Wasser erwärmt – die Verdunstung sorgt weiterhin für ein angenehmes Klima.

 

  1. Wanderhemden sind bei hohen Temperaturen keine so tolle Sache, wie es einem die Produktkataloge der Hersteller Glauben machen möchten. Die Hemden, die meist aus wenig saugfähigem Material bestehen, kleben bei der kleinsten Anstrengung wie eine zweite Haut am Körper, was neben der Nutzlosigkeit beim Flüssigkeitstransport darüber hinaus noch wenig sexy aussieht. Hemden daher eher für den Herbst aufheben, wo man die Wind-Dichtheit wieder etwas mehr zu schätzen weiß.

 

  1. Die Sache mit dem Rückennetz. Alle Rucksackhersteller versprechen mit diesen Netzen einen trockenen Rücken. Jedoch: Von allen Modellen, die irgendeine Form von Rückenbelüftung versprechen, habe ich den einen noch nicht gefunden, der sein Versprechen auch hält. Das liegt aber glaube ich nicht an der Technologie selbst, sondern an der simplen Tatsache, dass der Rücken bei einem anstrengenden Aufstieg auch ohne Rucksack nass wäre. Was soll also der Rucksack da besser machen, als es _kein_ Rucksack zu leisten vermag? Mein Tipp hier wäre zu hinterfragen, ob man wirklich jedes Mal, wenn man etwas weiter geht, auch tatsächlich einen Rucksack braucht. Wenn es beispielsweise auf einer Mehrtagestour einen Gepäcktransport gibt, muss man sich das Leben am Berg nicht im wahrsten Sinne des Wortes unnötig schwer machen. Bei stabilem Wetter tut es in der Regel auch eine Gürteltasche.

 

  1. Wer beim Hüttentrekking der größten Hitze am frühen Nachmittag (und der damit oft einhergehenden Gewittergefahr) aus dem Weg gehen will, bittet den Hüttenwirt um ein Thermosfrühstück – also einer in Folie gewickelten Brotration mit verschiedenem Zeug dazu, sowie der muntermachenden Kaffeekanne. Der an der Wetterscheide der Karawanken verlaufende Panoramaweg Südalpen lässt sich meiner Meinung nach zu dieser Jahreszeit am besten zwischen 04:30 und 14 Uhr begehen.

 

Auch auf die Gefahr hin, nun in die Allerweltstipps abzugleiten, schließe ich mit einem allgemein gehaltenen Ratschlag: Nicht nur die Sauwetter-Tage eignen sich dafür, die geplante Wandertour auf ein besseres Fenster zu verschieben. Auch die Hundstage kann man getrost einmal „auslassen“ – die Wandersaison dauert ja noch lange genug 😉

 

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Panoramaweg Südalpen Saualpe Lavanttal (c) TVB Wolfsberg

Panoramaweg Südalpen Saualpe Lavanttal (c) TVB Wolfsberg

 

Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen – mit Martin Marktl.
Fortsetzung folgt! 🙂

Martin Marktl ist leidenschaftlicher Mehrtages-Wanderer und ist vorzugsweise auf heimischen Pfaden unterwegs. Im Laufe der letzten Jahre kamen auf Österreichs Weitwanderwegen schrittweise rund 7.000 Kilometer zusammen. Manchmal geht’s auch über die Grenze: 2012 gelang Martin im Rahmen eines Buchprojekts die Erstbegehung des 750km langen Alpe-Adria Trails. Er lebt als freier Journalist und Buchautor in Kärnten und Wien.

Bildinfo: © Martin Marktl – http://martin.marktl.at – Wo sichs derzeit aushalten lässt – am Gletscher des Petzeck-Gipfels

 

17. Juli 2015