Auf dem Jakobsweg – vom Ich zum Selbst.

Jakobsweg Kärnten

„Ich bin dann mal weg“ ist nicht nur der Buchtitel des Bestsellers von Hape Kerkeling sondern auch der entscheidende Satz vor Beginn einer Weitwanderung. Wären da aber nicht die Fragen, die einem vor Antritt eines solchen kleinen Abenteuers beschäftigen. Wo beginnt dieser Jakobsweg überhaupt? Was ist das Ziel und was soll ich da überhaupt?

Ein Beitrag von Nadine Lauritsch.

 Die Jakobswege strecken sich durch ganz Europa. Im Mittelalter bildeten sich die Hauptadern mit den Jakobswegkirchen und –kapellen, welche bis heute erhalten geblieben sind. Der Hauptweg erstreckt sich über 800 km von den Pyrenäen durch die Städte Jaca bzw. Roncesvalles über Pamplona, Puenta la Reina, Logrono, Burgos, Leon, Astorga, Ponferrada bis zum Ziel Santiago de Compostela, wo sich das Grab des Apostels Jakobus befindet. Der ursprüngliche Weg ist mit Wegstrecken in Portugal, Frankreich, Belgien, Niederlande, Großbritanien, Deutschland, Polen, Italien, Dänemark, Schweiz und Österreich vernetzt und steht daher für eine immense Vielfalt.

Der Weitwanderweg wird in 32 Etappen gegliedert, die Zahl der Tagesetappen kann individuell festgelegt werden. Auch die Länge des Jakobsweges kann selbst bestimmt werden. Schon eine Ein-Tages-Tour reicht, um einen Eindruck eines Jakobswegpilgerer zu bekommen. Gekennzeichnet ist der Weitwanderweg mit einem speziellen Symbol, der Jakobswegmuschel, über dessen Geschichte man entlang des Weges mehr erfahren darf. Auch um eine Unterkunft braucht man sich selten Sorgen machen, denn Betriebe für Pilgerer sind durch die Jakobswegmuschel deutlich zu erkennen. Religiöse, kulturelle und kunsthistorische Aspekte, idyllische Dörfer, Gebirgszüge sowie eine abwechslungsreiche Landschaft charakterisieren den Pilgerweg. Kirchen, Gemälde zu Ehren des Heiligen Jakobus festigen die historische Bedeutung.

Der beste Zeitpunkt für den Jakobsweg ist im Frühjahr oder im Herbst, denn von Juli bis Mitte September ist es auf dem mittleren Teil besonders heiß. Schattenplätze gibt es relativ wenig und die Herbergen sind in diesem Zeitraum schon am frühen Nachmittag sehr gut belegt. Auf besonders viele Pilgerer trifft man in den sogenannten Heiligenjahren, das sind jene Jahre an denen der Festtag des Heiligen Jakobus, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt.

Um gut ausgerüstet zu sein, sollte man auf jeden Fall Taschenmesser, Feuerzeug, Wasserflasche, Kompass, einen Schlafsack, Medikamente, Kartenmaterial, Hygieneartikel, gutes Schuhwerk, Rucksack, Windjacke und einen Pilgerpass mit sich tragen.

Die Gründe zum Pilgern sind so verschieden wie die Menschen selbst. Ziel aber ist das Gehen selbst – der Weg ist das Ziel. Das Streben nach Ruhe vom einheitlichen Alltagsleben, bewusst leben zu lernen, Loslassen und sich neu zu orientieren verbindet viele Pilger miteinander. Der Weg beruhigt mit all seinen Farben, Gerüchen und göttlichen Merkmalen und macht den Mensch offen und aufmerksam für seine Umgebung und den Menschen die ihn umspannen.

„Ich muss unterwegs sein, nicht um anzukommen, sondern um immer wieder neu mich selbst zu erfinden“.

– Carmen Rohrbach –

 

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Bildinfo: © Weitwandern auf dem Alpe-Adria-Trail, Kärnten Werbung, Franz GERDL

Quellen Text: http://www.salzburgerland.com/de/spirituelles/jakobsweg/ http://www.wandern.com/wanderinfos/wandern-bergsteigen-und-klettern/jakobsweg.html http://www.pilgern.ch/jakobsweg/statistik.htm http://www.alpenverein.at/weitwanderer/weitwanderwege/fernwanderwege http://www.jakobsweg.de/

 

 

17. Juli 2014