Über das „Feierabend-Bier“ und anderen Vorteilen von Öffis und Shuttle-Services.

Weitwandern KAT-Walk (c) Bild: Kitzbüheler Alpen/Peter Vonier

Oft richten sich die Fahrpläne in ländlichen Regionen nach den Schulzeiten und im Hochsommer steht man dann etwas verloren an den Bushaltestellen herum. Umso erfreulicher ist es, dass jeder einzelne unserer Weitwanderwege ein begleitendes Shuttleservice installiert hat, was in vielen Fällen einen völligen Verzicht auf ein eigenes Fahrzeug ermöglicht.

Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen… – von und mit Martin Marktl.

 

Damit auch mal andere zum Zug kommen

An dieser Stelle hatte ich ja bereits meiner Trauer Ausdruck verliehen, dass das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln uns Bergfexe hin und wieder ein wenig im Stich lässt. Zu oft richten sich die Fahrpläne in ländlichen Regionen nach den Schulzeiten, und im Hochsommer steht man dann etwas verloren an den Bushaltestellen herum, wo es auf den Fahrplänen zu lesen gibt: „Liebe Leute, habt Ihr mal einen schönen Sommer – wir sehen uns dann im Herbst wieder!“

Umso erfreulicher ist es, dass gerade in den Wandermonaten örtliche Tourismusverbände in die Bresche springen, und ein verlässliches und – in den Wanderregionen – mittlerweile quasi flächendeckendes Wandernetz auf die Beine gestellt haben. So hat beispielsweise jeder einzelne unserer Wanderwege ein begleitendes Shuttleservice installiert, was in vielen Fällen einen völligen Verzicht auf ein eigenes Fahrzeug ermöglicht. Das bringt neben den eingesparten Individualkilometern noch einige andere Vorteile:

1. Es gibt immer ein Zurück.

Aber es muss nicht mehr sein. Mit den Wanderbussen sind Streckentouren möglich, die vorher nur mit zwei Fahrzeugen machbar waren. Was in der Praxis hieß: Um halb vier Uhr morgens mit zwei Karren zum Etappenziel düsen, dann rund um den Alpenkamm herumfahren und Auto Nummer eins am Startpunkt lassen. Am Ziel angelangt, hieß es statt Wiener Schnitzel erst mal „Auto holen“. Fällt nun weg – insbesondere, wenn Start- und Zielort mit Bus oder Bahn erreichbar sind, und das Auto gleich daheim in der Garage bleiben kann.

2. Höher, weiter, schneller.

Wenn die Möglichkeit besteht, am Tagesziel wieder zum Basislager zurückzukehren, fällt quasi die Hälfte des Gepäcks weg. Auch das Thema Gepäcktransport spielt hier hinein: Und bitteschön, Gepäcktransport ist keine Schande, wenn sich dann im Laufe des Tages aufgrund des schnelleren Vorankommens vielleicht noch ein Extra-Gipfel ausgeht.

3. Feierabendbier.

Wer auf den letzten Kilometern einer ganztägigen Tour schon die eiskalten Tropfen vor seinem geistigen Auge an der Außenseite des Bierglases hinunterperlen sieht, muss nun nicht mehr mit großen traurigen Augen an der Hüttenterrasse vorbeischlurfen.

4. Gruppengröße.

Ist selbsterklärend, ab vier Personen aufwärts steigen die Benzinkosten je nach Gruppengröße um den Faktor 2, 3 oder mehr. Das gute am Wanderbus: Die Pro-Kopf-Benzinkosten sinken mit jedem zusätzlichen Fahrgast.

5. Straßengeld.

Shuttles kommen in der Regel weit günstiger als die Gebühren auf mautpflichtigen Hochstraßen. Ein Beispiel: Die Tageskarte auf der Glockner-Hochalpenstraße kostet heuer pro PKW 34 Euro. Bei allem Verständnis für die beträchtlichen Erhaltungskosten auf dieser einmaligen Bergstrecke: Die Wanderbuskarte für die gesamte Region Hohe Tauern gilt den ganzen Urlaub lang – und ist in der Kärnten Card Kombi ab 19 Euro zu kriegen. Ein gutes Beispiel, hier zuzuschlagen, ist der Alpe Adria Trail. Wer vom Startpunkt auf der Franz-Josefs-Höhe losgeht, ist eine Woche lang im Gebiet des Wanderbusnetzes unterwegs. Und braucht am Ende der Woche nicht nochmals auf 2.400 Meter aufzusteigen, um sein Auto zu bergen.

 

All das würde natürlich auch für die Fahrt mit öffentlichen Buslinien der Staatsbetriebe gelten. Doch das müssen wir uns dann halt im Herbst nochmals näher anschauen.

Grüße von der Turracher Höhe,
Euer Martin

 

HIER findet Ihr alle unsere Weitwandern-Angebote und Infos zu Weitwandern ohne Gepäck!

Weitere Geschichten zum Weitwandern findet Ihr HIER.

Kostenloses Infomaterial zum Alpe-Adria-Trail? HIER geht’s zur Anfrage!

Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen – mit Martin Marktl.
Fortsetzung folgt!

 

Martin Marktl ist leidenschaftlicher Mehrtages-Wanderer und ist vorzugsweise auf heimischen Pfaden unterwegs. Im Laufe der letzten Jahre kamen auf Österreichs Weitwanderwegen schrittweise rund 5.000 Kilometer zusammen. Manchmal geht’s auch über die Grenze: Im Vorjahr gelang Martin im Rahmen eines Buchprojekts die Erstbegehung des Alpe-Adria Trails. Er lebt als glücklicher, frei(laufend)er Journalist und Buchautor in Kärnten und Wien.

Weitwandern Wanderbus © Martin Marktl: Nationalparkbus – Endstation Herkuleshof/Danielsberg

Weitwandern Wanderbus © Martin Marktl: Nationalparkbus – Endstation Herkuleshof/Danielsberg

Bildinfo:

Titelbild: © Kitzbüheler Alpen/Peter Vonier – Weitwandern entlang des KAT-Walks.

Beitragsbild: © Martin Marktl: Nationalparkbus – Endstation Herkuleshof/Danielsberg

 

13. Juni 2014