"Mit dem Wandern ist es wie mit der Kur: Die volle Wirkung entfaltet sich erst nach etlichen Tagen. Gerade die Osttiroler Weitwanderwege haben alle Zutaten, um aus dem einmaligen Versuch eine lebenslange Leidenschaft entstehen zu lassen."
Johanna Pirolt
Wandern_Herzass_Villgratental_9 © Osttirol Tourismus, edifilm75

Einmal die Resettaste drücken bitte Entschleunigen, wo nie beschleunigt wurde

Dieser Moment des sinnlichen „Resets“, der psychischen Erneuerung, kann sehr tief und emotional sein, vor allem in ursprünglichen Naturräumen wie dem Gebirge. Wer dieses spirituelle Erlebnis gezielt sucht, sollte Osttirol als Ziel wählen. Hier gibt es Wege zum Weitwandern, die je nach Länge, Anforderungen, Höhenprofil und landschaftlicher Umgebung ein hohes Maß an individueller Gestaltung zulassen, bis hin zur Portionierung durch Abstiege in Talorte.

Ein besonderes Kleinod Osttirols sind die Villgrater Berge. Warum? Weil hier, wie übrigens an vielen Stellen Osttirols, der Massentourismus außen vor geblieben ist und der Wanderer eine ursprüngliche Bergwelt vorfindet. Das setzt sich in den fünf Hütten am „Herz-Ass-Villgraten“ und den beiden Bergsteigerdörfern Außer- und Innervillgraten fort. Hier muss nichts entschleunigt werden, weil nichts beschleunigt wurde. Auf den fünf Etappen rund um die Villgrater Berge folgt man auf mittelschweren Touren der herzförmigen Gratansammlung.

 

Wandern_Herzass_Villgratental_4 © Osttirol Tourismus, edifilm75(1)
©flickr_christoph jann
Herz-Ass-Villgratental_Salzsteig ©TVB Villgraten

Die Tour: "Herzass" Der Weitwanderweg Herz-Ass-Villgratental ist 99 Kilometer lang und besteht aus 5 Etappen.

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Etappe 1: Vom Dorf Außervillgraten bis zur Reiterstube im Winkeltal

In Außervillgraten befindet sich der Startpunkt zur ersten Etappe und führt über die Nordflanke des Glinzzipf, anfänglich durch Fichten- und Lärchenwälder, später auch über Almgelände, in nordöstlicher Richtung, hinein in das Winkeltal. An der nicht bewirtschafteten Tilliachalm kann ein Abstecher zur Hergottslärche gemacht werden. Danach folgt der Abstieg entlang des Tilliachbachs zur im Tal liegenden Reiterstube.

17.7 km –  fortgeschritten8h – 1260 hm

zur 1. Etappe

 

 

Etappe 2: Von der Reiterstube bis zur Volkzeiner Hütte

Die zweite Etappe führt auf 13,5 km von der Reiterstube im  Winkeltal zur Volkzeiner Hütte. Zunächst erfolgt der Aufstieg nach Osten Richtung Villgrater Joch (2.538 m). Nach einem Abstecher zur Scharte geht es wieder zurück auf den Höhenweg, der nun nordwestlich über die Leisacher Alm zur Volkzeiner Hütte (1.886 m) führt.

13.8 km – fortgeschritten – 7h – 1260 hm

zur 2. Etappe
Wandern_Herzass_Villgratental_10 © Osttirol Tourismus, edifilm75
Wandern_Herzass_Villgratental_7 © Osttirol Tourismus, edifilm75

Etappe 3: Von der Volkzeinerhütte bis zur Unterstalleralm

Bei der Volkzeiner Hütte den Bach überqueren und durch die Alm- und Quellenlandschaft des Schrentebachbodens zur Arntaler Lenke (2.655 Meter) wandern. Wer genug Ausdauer hat, sollte einen Abstecher zum sagenhaften Goldtrögele und zum Degensee (2.720 Meter) einplanen. Über die Arntaler Lenke, die Fernblicke zum u.a. zum Großglockner ermöglicht, geht es hinüber ins Stallertal, vorbei an der denkmalgeschützten Oberstalleralm bis hinunter zur Unterstalleralm, die Herberge für die nächste Nacht. Wer noch Kraft im Tank hat, steiget weiter auf zum Schwarzsee und verbringt die Nacht in der dortigen Biwakhütte.

12.6 km – fortgeschritten – 6h830 hm

zur 3. Etappe

Etappe 4: Von der Unterstalleralm bis zum Kalkstein

Am 4. und vorletzten Tag der Weitwanderung geht es von der Unterstalleralm weiter nach Westen, zunächst durch eine seit Jahrhunderten gepflegte Bergwiesenlandschaft, dann in eine markante und schroffe Felsenwelt, in der sich auf fast 2.500 Meter Höhe wie eine dunkle Perle der Schwarzsee verbirgt. Von dort weiter in südlicher Richtung unterhalb der Riepenspitze (2.774 m) – ein möglicher Abstecher – entlang, über das Heimwaldjöchle (2.644 m), den Gipfel des Gail (2.494 m) und hinunter nach Kalkstein.

12.6 km – fortgeschritten – 6h – 1180 hm

zur 4. Etappe
©Herbert Riedler_flickr_Osttirol Schwarzsee
Wandern_Herzass_Villgratental_5 © Osttirol Tourismus, edifilm75

Etappe 5: Von Kalkstein bis zur Thurntaler Bergstation

Die 5. und somit letzte Etappe des HerzAss-Villgratental führt von Kalkstein durch das Alfental hinauf auf ein Teilstück des Bonner Höhenwegs, der durch Bunkeranlagen aus Kriegszeiten geprägt ist, auf den Höhepunkt der Etappe, vielleicht der gesamten Tour: das Toblacher Pfannhorn (2.663 Meter), mit seinem sagenhaften Blick auf die Dolomiten und ihre Drei Zinnen. Nach Osten geht es nun über den Blankenstein, das Marchkinkele und den Thurntaler See zur Bergstation der Thurntaler-Gondelbahn, die nach Sillian hinunter führt.

22.4 km fortgeschritten9h1300 hm

zur 5. Etappe


Facts & Figures

Die Etappen

  • Etappe 1: Außervillgraten – Reiterstube im Winkeltal
  • Etappe 2: Reiterstube – Volkzeiner Hütte
  • Etappe 3: Volkzeinerhütte – Unterstalleralm
  • Etappe 4: Unterstalleralm – Kalkstein
  • Etappe 5: Kalkstein – Thurntaler Bergstation
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Highlights auf deiner Wanderung


Genussmomente auf der Hütte

Ziel sind aber nicht nur die vielen Gipfel, sondern besonders auch die zahlreichen Schutzhütten der verschiedenen Alpenvereinssektionen. Üblicherweise verwöhnen diese die Wanderer und Bergsteiger mit regionalen Köstlichkeiten, herzlicher Bedienung und sorgen für so manchen ein sicheres und angenehmes Bergsteigerlager. Aber auch entlang des Weges bieten sie einen wetterfesten Schutz für eine kleine Verschnaufpause, einer ausgiebigen Jause und fachlichen Beratungs-kompetenzen der Hüttenwirte.

shutterstock_1282453165 Kärntner Nudel - Kulinarik am Alpe Adria Trail, shutterstock_1282453165
Wildjause

Insgesamt 13 Weitwanderwege in Osttirol versetzen die Urlauber in Staunen, über die Schönheit der Natur, über ihre Verwandlungskraft, über ihre segensreiche Wirkung für unseren Geist und vor allem darüber, dass wir nicht schon früher diese Osttiroler Weitwanderwege für uns entdeckt haben.

zu den Weitwanderwegen
14. April 2021