Herbstliche (Standortbe-) Stimmungen: Die Weit-Wandersaison ist noch nicht vorbei!

Weitwandern Wandern & Weitwandern: Blick von der Turracher Höhe Richtung Slowenien, 31. Oktober 2014 (Hemmaweg, Weg des Buches) (c) Marktl

Die Weit-Wandersaison ist noch nicht vorbei! Auch – oder gerade im Oktober & November – hat das Wandern auf Mehr-Tages-Touren seinen absoluten Reiz – zB. in Blumerl- oder Achterlform…

Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen… – von und mit Martin Marktl.

 

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Herbstliche (Standortbe-) Stimmungen

31. Oktober 2014. Ich sitze gerade auf 1800 Metern Seehöhe am Aussichtsbalkon meiner Almhütte, schaue bei angenehmen 14 Grad Richtung Slowenien, und frage mich, wann wohl die Škrlatica – immerhin der zweithöchste Berg Sloweniens – das letzte Mal um diese Jahreszeit noch völlig schneefrei war. Vorgestern konnte man noch im T-Shirt auf der Koralpe (Weststeirischer Jakobweg & Panoramaweg Südalpen) herumspazieren (wobei’s am Gipfel dann doch ein bisserl windig war – siehe Foto). Dennoch: Was Überraschungen betrifft, steht dieser Herbst dem Sommer in nichts nach!

Wandern und Weitwandern auf der  Koralm (Weststeiermark Jakobsweg in Kärnten) Oktober 2014 (c) Marktl

Wandern und Weitwandern auf der Koralm (Weststeiermark Jakobsweg bzw. Panoramaweg Südalpen in Kärnten) Oktober 2014 (c) Marktl

Wie vor einigen Tagen zu hören war, machte der außerordentlich milde Oktober das Jahr 2014 sogar zum wärmsten Jahr in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen. Das ist umso erstaunlicher, weil ich meine fetteste Gans verwettet hätte, dass der vergangene Sommer mit Sicherheit alle erdenklichen Minusrekorde hält. Nebenbei ist es übrigens gerade erst eine Woche her, dass mehrere tausend Feuerwehrmänner hinter Sturmtief Gonzalo aufräumen durften. Doch wer nicht das Pech hatte, in einem der Nebellöcher festgesessen zu sein, hat das bei dem Kaiserwetter der letzten Tage bereits verdrängt.

Was könnte man mit den schönen Herbsttagen anstellen, die uns angeblich auch bis in die nächste Woche hinein bevorstehen? Das Ende der Hüttensaison habe ich letzte Woche bereits ausführlichst beweint – wie kommen wir daher dieser Tage zu unseren Mehrtagestouren?

Nun, man könnte beispielsweise unsere Kollegen von den Wanderdörfern bzw. Wanderhotels um ihre Meinung zum Thema bitten. Von Vorarlberg bis ins Thermenland gibt es zahlreiche Herbstangebote, die sich oft hinter dem Lockruf „Wellnesstage“ verstecken, doch auch uns Wanderern sehr günstige Touren ermöglichen. Denn diese müssen ja nicht zwangsläufig als Streckenwanderung vollzogen werden. Ein paar Runden in Blumerl- oder Achterform bringen zudem den Vorteil mit sich, dass man nicht sein gesamtes Hab und Gut dabei haben muss, wenn am Abend ohnehin die Rückkehr ins Basislager geplant ist. Davon abgesehen gibt es immer wieder Gastgeber, die sich selber ans Steuer setzen, um für ihre Gäste den Komfort von Wanderbussen noch ein paar Wochen aufrechterhalten.

So weit, so logisch. Wohin also nun ganz genau?

Klar, dass wir auch für diese Jahreszeit ein paar Zuckerl im Angebot haben:

1. Für Jakobswegpilger und alle anderen, die das steirische „Gaberl“ als Herbstwandergebiet genauso schätzen wie ich, könnte das Dreigespann aus Gaberl-Schutzhaus, Salzstieglhaus und Altem Almhaus als Stützpunkt dienen. Egal um welche Jahreszeit: In einem dieser drei Häuser kriegt man mit Sicherheit ein Bett. Die Touren auf der Stubalpe sind – wie es ein Kollege bezeichnet hat – alle „deppensicher“, und lassen sich daher auch gefahrlos begehen, wenn es anderswo schon „Vorsicht, Glatteis!“ heißt.

Tourentipps? Mit einem Ausflug Richtung Ameringkogel lassen sich an einem Tag vier Gipfel erobern. Ein weiterer Wandertag könnte auf die Hirschegger Almen führen. Findet man einen netten Wirt, der einen nach Graden schupft, könnte man mit der Strecke über das Oskar-Schauer-Sattelhaus einen sehr, sehr netten Abschnitt des Jakobsweges aufsuchen (gespeist wird dann im Basislager, denn das Sattelhaus hält bereits Winterschlaf).

2. Auf der Via Natura im Naturpark Grebenzen ist auch ohne Schneeschuhe noch eine Gesamtbegehung möglich. Apropos Schneeschuhe: Die Via Natura könnte man sich dank zweier Hütten, die auch im Winter geöffnet haben (Tonnerhütte, Grebenzen-Schutzhaus) tatsächlich für eine etwas andere Mehrtagestour vormerken.

3. Einige Abschnitte des Saalachtalweges sind ganzjährig machbar, da sie selbst bei Schneelage als Winterwanderwege präpariert werden. Die Klammen, die (wie überall sonst auch) mit Ende des Sommers aus Sicherheitsgründen versperrt werden, lassen sich auf sicheren Almwegen umgehen. So könnte man beispielsweise dem Naturpark Weißbach in Form einer Hochkranz-Umrundung zu Leibe rücken. Auch die beiden Hundhörner lassen sich umkreisen – wobei man hier sogar noch die Wahl hat, selbst zu entscheiden, wie groß der Durchmesser dieser Runde ausfallen soll.

Dazu gesellen sich einige Abschnitte der großen Wege unseres Portals, auf die ich dann beizeiten noch zu sprechen komm‘. Für heute belass‘ ich es bei diesen drei Tipps, obwohl ich natürlich hoffe, dass es viel zu wenig Vorschläge für die noch zu erwartenden Schönwetter-Herbsttage sind…

Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen – mit Martin Marktl.
Fortsetzung folgt!

Weitere Weitwandern-Geschichten findet Ihr HIER!

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Martin Marktl ist leidenschaftlicher Mehrtages-Wanderer und ist vorzugsweise auf heimischen Pfaden unterwegs. Im Laufe der letzten Jahre kamen auf Österreichs Weitwanderwegen schrittweise rund 5.000 Kilometer zusammen. Manchmal geht’s auch über die Grenze: Im Vorjahr gelang Martin im Rahmen eines Buchprojekts die Erstbegehung des Alpe-Adria Trails. Er lebt als glücklicher, frei(laufend)er Journalist und Buchautor in Kärnten und Wien.

 

Weitwandern Wandern & Weitwandern: Blick von der Turracher Höhe Richtung Slowenien, 31. Oktober 2014 (Hemmaweg, Weg des Buches) (c) Marktl

Weitwandern Wandern & Weitwandern: Blick von der Turracher Höhe Richtung Slowenien, 31. Oktober 2014 (Hemmaweg, Weg des Buches) (c) Marktl

 

Bildinfo:

© Martin Marktl – Blick von der Turracher Höhe Richtung Slowenien, 31. Oktober 2014 (Hemmaweg, Weg des Buches)

© Martin Marktl – Ende Oktober am Großen Speikkogel, Koralpe (Weststeirischer Jakobsweg, Koralm-Kristall-Trail, Panoramaweg Südalpen)

 

 

9. November 2014