Weitwandern mit Hund

©Karmen Nahberger

Nicht umsonst nennt man den Hund den besten Freund des Menschen und ich persönlich möchte auch meinen besten Freund, in diesem Fall meine beste Freundin immer und überall dabei haben. Vor allem wenn es darum geht sich gemeinsam in der freien Natur zu bewegen, gibt es keinen besseren Wanderpartner als eine kalte Hundeschnauze. Eine Tageswanderung mit dem Hund ist ja gar keine große Sache und es gibt genügend Portale, die zum Thema Wandern mit Hund aufgerüstet haben. Eine passende Tour ist schnell gefunden wie eine Wasserflasche, ein paar Snacks und los gehts.

 

Das Wichtigste im Überblick:

Vorbereitung

Ausrüstung

TOP 5 „hundefreundliche“ Weitwanderwege

Kontakt mit Kühen

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Wenn man sich aber entscheidet mehrere Tage unterwegs zu sein, dann ist das für Mensch und Hund eine größere, konditionelle und organisatorische Herausforderung. Das um und auf ist, sich und seinen geliebten Vierbeiner zu kennen und diesen richtig einzuschätzen. Nicht jeder Hund ist ein Berghund und reichlich Übung und Vertrauen zum Herrchen und Frauchen spielen eine große Rolle, denn an manchen Passagen können auch Hunde mental scheitern.

 

©Karmen Nahberger

Weitwandern mit Hund ©Karmen Nahberger

 

Mehrtageswanderung mit Hund

Auf was Sie unbedingt achten sollten


Die Vorbereitung

Gut geplant ist halb gewandert

Bei einer Weitwanderung mit dem Hund ist eine gute Organisation natürlich sehr wichtig. Diese Fragen muss man vorher abklären, bevor man mit seinem Vierbeiner loswandert.

  • Ist der Wanderweg für Hunde geeignet?
  • Gibt es Bäche, Flüsse, Seen und Trink- und Bademöglichkeiten?
  • Führt die Route im Schatten?
  • Wo gibt es Schlüsselstellen wie Kuhherden oder Wildtiere?
  • Gibt es genügend Einkehrmöglichkeiten?
  • Gehorcht mir mein Hund?
  • Besitze ich die nötige Ausrüstung für eine Wanderung mit Hund?
  • Plane ich eine Übernachtung auf einer Hütte?

 

Die Erziehung

Ein gut erzogener Hund macht einem Besitzer viel Freude – man kann seinen Vierbeiner immer mitnehmen und die Gefahren sind besser einschätzbar. Zu den Grundbefehlen Sitz, Platz und Fuß sind in den Bergen auch Steh, Bleib und Stopp unheimlich wichtig und können Hundeleben retten.

Die Ausrüstung:

Halsbänder vs. Geschirr

dog-1557956©pixabay

Sie sind hübsch und praktisch und ich persönlich bin ein großer Fan von Hundehalsbänder. Meine Bella hat natürlich mehrere, die wir je nach Jahreszeit und Bedarf variieren können. In den Bergen aber sind Halsbänder eine sehr große Gefahr für den Hund und man sollte unbedingt auf ein gut sitzendes Geschirr umsteigen. Am besten noch eines mit einem Tragegriff, um dem Hund beim Aufstieg unter die Pfoten greifen zu können.

Hier eignet sich am besten ein Y Geschirr, welches dem Hund so viel Freiheit im Schulter und Brustbereich, wie möglich gewährt. Am besten ein qualitativ hochwertiges Modell mit Metallverschlüssen und Haltegriff – Sicher ist sicher!

 

Maulschlaufe

Gerade wenn man zwischendurch mit Bus und Bergbahn fahren möchte oder muss, ist ein Maulkorb bzw. eine Maulschlaufe (die ich bevorzuge), PFLICHT.

 

Leine

Da die Wanderwege gerade in den Sommermonaten gut besucht sind, muss der Hund stets an der Leine geführt werden, um den Hund und auch die anderen Wanderer zu schützen. Damit man seine Hände frei hat, kann man sich auch eine Jogging-Leine zulegen, die wird am Körper befestigt und ermöglicht Mensch und Hund genügend Bewegungsfreiheit.

 

Erste-Hilfe-Set

Es soll natürlich nicht zu schwer sein, aber alles beinhalten, was man brauchen könnte. In dieser kurzen Checkliste findet ihr alles, was ihr und euer Liebling auf einer mehrtägigen Wanderung braucht

  • Eine Tasche mit wasserabweisendem Material
  • Verbandmaterial, dass auch am Fell gut hält (elastische Fixierbinde)
  • Wasser zum Abpolstern
  • Hundeschuhe (bei Verletzungen an Pfoten)
  • Zeckenzange
  • Desinfektionspray
  • Alkoholtupfer

TIPP: Ich persönlich hab immer eine Arnika Salbe mit im Gepäck, da werden die beanspruchten Pfoten am Abend eingecremt und sind am nächsten Tag wieder gewappnet für die Wanderung.

©lisa graier

Checkliste für Wandern mit Hund


Mit dem Hund am Weitwanderweg

Dies gilt es zu beachten

 

Ausreichend  Flüssigkeit

Natürlich muss man immer an ausreichend Wasser für sich und seinen Liebling denken. Am besten dies auch bei der Tourenplanung beachten und auch nach Gewässern Ausschau halten. Da Hunde ja nicht schwitzen, sondern ihren Temperaturhaushalt durchs Hecheln regeln, überhitzen sie auch schneller als Menschen und man muss sicherstellen, dass sie genügend Flüssigkeit zu sich nehmen können.

 

Futter

Beim Füttern sollte man auch beachten, dass ein Hund eine gute Unterlage benötigt, bevor los gewandert wird. Der Hund sollte aber einen nicht zu vollen Magen haben, dann werden sie müde und träge und bei besonders aktiven Hunden besteht auch die Gefahr einer Magendrehung – deshalb den Liebling lieber nach dem “Frühstück” kurz ruhen lassen. Meine Empfehlung – eine kleinere Portion vor der Wanderung und dazu noch einige Leckerlis für unterwegs.

 

Stets aufmerksam bleiben- rechtzeitig Pausen einlegen

Selbst der fitteste Vierbeiner braucht seine Verschnauf- und Ruhepausen. Auch wenn die Hunde noch recht aktiv wirken, sollte man dennoch, abhängig von der Route und der Temperatur auch Zwangspausen einlegen. Ein schattiges Plätzchen, genügend Wasser und ein paar Snack helfen beiden wieder etwas Energie zu tanken.

©Karmen Nahberger

Verschnaufpause mit Badespaß für Hündin Bella©Karmen Nahberger

 

Top 5 Weitwanderwege für „Wandern mit Hund“

 

1. Alpe Adria Trail

Der Alpe Adria Trail ist mit 750 km Länge nicht nur der längste und vielseitigste unserer Fernwanderwege, sondern eignet sich auch hervorragend für mehrtägige Wanderungen mit dem Hund. Was den Alpe Adria Trail so hundefreundlich macht? Es sind vor allem die 43 Etappen, die einen moderaten Aufstieg und eine relativ kurze Gehzeit haben und so gut von den Vierbeinern bewältigt werden können. Beim Wechsel zwischen Bergen, Tälern, Fluss- und Waldlandschaften wird der Wanderer sowie der Hund durch die schönsten Landschaften aus Kärnten, Slowenien und Friaul-Julisch-Venetien geführt und für beide wird das beste aus der Alpe Adria Küche aufgetischt. Übernachtet wird in Hütten, Gasthöfen oder in Hotels und am gesamten Weg gibt es zahlreiche Unterkünfte wo die „besten Freunde des Menschen“ nicht nur geduldet werden, sondern auch willkommen sind.

Eine praktische Auflistung mit „hundefreundlichen“ Unterkünften entlang des Alpe Adria Trails finden Sie unter: Unterkünfte am Alpen Adria Trail

©Karmen Nahberger

Karmen und Bella am Alpen Adria Trail  ©Karmen Nahberger

 

2. Salzburger Almenweg

Der Salzburger Almenweg führt 350 km durch die idyllischen Bergwiesen, Almen und Dörfer Salzburgs. Für den Hund eigenen sich solche Landschaftsstreifen natürlich besonders gut und die vielen „Erfrischungsmöglichkeiten“ entlang des Weges sind eine Wohltat für müde Füße und Pfoten. Was es aber dabei zu beachten gibt, oft sind einige Bäche in den Sommermonaten ausgetrocknet, deshalb sollte genügend Wasser mitgeführt werden. Auch für den Salzburger Almenweg gibt es eine Übersicht über jene Hütten, in denen eine Übernachtung mit Hund möglich ist, teilweise ist die Übernachtung auch kostenlos: Unterkünfte am Salzburger Almenweg

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Dem Sonnenuntergang entgegen ©pixabay

 

3. SalzAlpenSteig

Auf dem Salzalpensteig wandern Sie vom Chiemsee an den Hallstätter See, oder umgekehrt auf 230 km. Die abwechslungsreiche Strecke zwischen Berg- und Talwegen machen den SalzAlpenSteig aus. Die moderaten Wanderwege entlang des Chiemsees, des Königssees und des Hallstättersees sind perfekt geeignet für eine Wanderung mit Hund und für genügend Wasser ist auch gesorgt…Wanderrouten können am Salzalpensteig  individuell abgestimmt werden – vom Tagesausflug bis zur mehrwöchigen Weitwanderung, wie viel Sie ihrem Vierbeiner zutrauen liegt natürlich bei Ihnen.

Bei der Buchung der Unterkünfte ist darauf zu achten, Informationen zu Ihrem Begleiter wie (Anzahl/Größe/Rasse) unbedingt anzugeben, da die Kosten für die Unterbringung Ihres Vierbeiners oft variieren. Alle Gastgeber und Unterkünfte finden sie Hier.

©Pixabay

Mit dem Hund durch den Wald ©Pixabay

4. Thayatalweg 630

Der Thayatalweg im nördlichen Niederösterreich ist ein abwechslungsreicher Weg geprägt von den Hochflächen des Waldviertels und die Niederungen des Weinviertels. Es wird auch die Möglichkeit für Gepäckfreies Wandern angeboten, damit Sie die Wanderung mit Hund noch mehr genießen können. Für jeden gibt es die passende Etappe von anspruchsvoll bis gemütlich. Die ca.180 zu bewandernden Kilometer sind nicht allzu anstrengend jedoch ist eine gewisse Ausdauer gefragt. Der Fluss durchs Thayatal bietet viele Möglichkeiten für Pausen und Trinkmöglichkeiten für Ihre Vierbeinige Begleitung.

Mehr über den Thayatalweg 630, seine Etappen und Unterkünfte finden sie auf unserem Weitwander Portal.

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Wandern ein Erlebnis für und mit dem Hund ©pixabay

 

5. KAT Walk Kompakt

Für Mensch und Tier mit Ausdauer. Komfortabel Wandern mit Hund am aussichtsreichen Weitwanderweg dem KAT Walk Kompakt. Auf der 76 km langen Kompaktvariante starten Sie von Hopfgarten über die Hohe Salve, weiter bis nach Kitzbühel am folgenden Tag wird der Weg etwas anspruchsvoller und führt über das Kitzbüheler Horn bis nach St. Johann, wo bereits das Ziel in Sicht ist. Auf der letzten Etappe wandern Sie durch blühende Wiesenwege bis nach St. Ulrich am Pillersee. Der Weg ist etwas anspruchsvoller da bereits eine gewisse Kondition bei Herrchen/ Frauchen und Hund gegeben sein sollte.Auf dem Weg gibt es auf allen Etappen mindestens 1 Unterkunft bei der Ihr Vierbeiner willkommen ist. Die jeweiligen Kosten für die Übernachtung mit tierischer Begleitung müssen bei der Buchung oder Anfrage selber ermittelt werden.  Unterkünfte am Weg finden Sie Hier.

©pixabay

Aufstieg mit Hund geschafft ©pixabay


TIPP: Kuhkontakt mit Hund

Natürlich werden Sie auf Ihrer Wanderung mit Hund nicht nur anderern Wanderern begegnen, auf den Wanderwegen über die Almen treffen Sie auf viele andere Tiere- Rehe, Kühe, Pferde oder auch Schafe und Ziege grasen oft auf den frischen Almwiesen. Damit sich die Tiere besonders in der Schonzeit im Frühling in ihrem Lebensraum nicht bedroht fühlen, gilt es, einige Regeln einzuhalten.

Informieren Sie sich vorab über die Jagd- oder Schonzeit und halten Sie Ausschau nach den „RespekTiere“- Schildern, die Sie vorab auf Begegnungen mit den Tieren hinweisen. Auch Hochstände und Futterkrippen geben Hinweis auf den Lebensraum von Wild. Wenn Sie auf Tiere treffen, berücksichtigen Sie am besten folgende Tipps:

  • Gehen Sie ruhig und zügig mit Ihrem Hund an der Leine vorbei
  • Behalten Sie die Tiere immer im Auge, damit Sie früh genug reagieren können
  • Vermeiden Sie direkten Kontakt zu Tieren, die mit ihren Jungen auf der Alm sind
  • Jungtiere sind oft neugierig und übermütig – halten Sie deshalb genügend Abstand
  • Sollte es zu einer bedrohlichen Situation kommen, bewahren Sie Ruhe und ziehen Sie sich vorsichtig mit Ihrem Hund zurück
  • Kommt ein Tier auf Sie zu, nehmen Sie den Hund von der Leine

 

Wandern mit Kuhkontakt Kuh

 

Wenn sie all diese Dinge beachten, steht Ihnen nichts mehr im Weg um einen Wandertrip mit Hund zu starten. Erstellen Sie sich ihre eigene Checkliste um auf nichts zu vergessen und bestens vorbereitet zu sein. Vergessen Sie nicht frühzeitig Ihre Unterkunft zu buchen, besonders wenn Sie in vierbeiniger Begleitung sind. Wir wünschen Ihnen viel Freude und eine unvergessliche Weitwanderung mit Ihrem Begleiter.

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Sie können sich natürlich auch selber einen anderen Weg aussuchen und sich über Unterkünfte mit Hunde informieren: Ein Überblick über alle Weitwanderwege

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