Sich einfach einmal treiben lassen… „Weitwandern“ auf Wasser.

Weitwandern auf Flüssen. (c) Martin Marktl, Drau/Kärnten
Kategorien: Geschichten, Infos, Tipps

Weitwanderer Martin überrascht uns immer wieder mit seinen Ideen. Diesmal lässt er sich einfach treiben – „weitwandernd“ – mit einem Boot. Sozusagen die Perspektive wechselnd… Eine ausgezeichnete Abwechslung, die sich auch entlang unserer Weitwanderwege hervorragend anbietet! Warum nicht etwas Neues ausprobieren??

Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen… – von und mit Martin Marktl.

 

Boat On The River

Seien wir uns doch ehrlich: Das Gehen kann beim Wandern mitunter richtig anstrengend werden. Wussten Sie, dass Joseph Kyselak, der berühmteste Weitwanderer des 19. Jahrhunderts, von Wien bis nach Graz kam, ohne einen einzigen Schritt gehen zu müssen? Das war in diesen Tagen, wo weder Auto noch Eisenbahn das Weiterkommen erleichterten, eine logistische Herausforderung. Zu seiner Ehrenrettung sei gesagt, dass er es im gleichen Sommer noch auf mehrere tausend Marschkilometer brachte. Kyselak kam so viel herum, dass man ihm sogar nachsagte, im Jahre 1837 der Erstbesteiger des Chimborazo in Ecuador gewesen zu sein. Aus damaliger Sicht war das der höchste Berg der bekannten Welt. Eine beachtliche Leistung! Insbesondere für jemanden, der zu dieser Zeit bereits seit sechs Jahren tot war. Zu Lebzeiten kam er jedenfalls viel herum. Meist zu Fuß, und wie man weiß, manchmal auch zu Pferd. Oder – wie zwischen Bruck und Graz – am Floß. Was mich zum Thema des heutigen Tages bringt: Man muss beim Wandern gar nicht immer (nur) gehen.

Abenteuer beginnen im Kopf…

Unlängst war ich wieder einmal bei Gustav und Wilhelm, den beiden Buchhändlern meines Vertrauens. Undenkbar, eine Wandersaison beginnen zu lassen, ohne nicht vorher gründlich deren Wanderabteilung auf den Kopf zu stellen. Als ich einst mit der Weitgeherei begann und zum ersten Mal die Regale der Herren Freytag & Berndt durchstöberte, ging man überhaupt noch recht viel zu Fuß. Heutzutage hingegen stellen einen dutzende bunte Registerkärtchen vor die Wahl, ob man seine Tour im Sommer, im Winter, mit Heißluftballon oder im Faltboot, mit Hund oder Säugling, barfuß, kletternd, fliegend, schwimmend, mit Aloe Vera oder – so wie ich – ganz einfach nur nicht allzu sehr keuchend absolvieren möchte.

Und so hat mir das Buchgeschäft ganz nebenbei und unbeabsichtigt wieder einen Floh ins Ohr gesetzt. Ich möchte einmal reisen wie Joseph Kyselak, und ein ganzes Bundesland mit dem Boot durchqueren. Dazu böte sich beispielsweise die Drau an. Oder die Mur. Oder der Inn. Usw. usw. Und gleichzeitig erste Skepsis: Darf man das denn? Sich einfach irgendwo ins Boot setzen und 200 Kilometer später wieder aussteigen? Überlebt man das überhaupt oder wird man irgendwo unterwegs in eine Tagesration Haushaltsstrom verwandelt? Fragen über Fragen. Aber genau das macht ja die Zwischensaison so erträglich. Es gibt immer etwas zu planen, zu durchstöbern, zu recherchieren, nachzulesen! Auf www.weitwanderwege.com oder mit ein wenig Googeln lassen sich rasch Leute ausmachen, die Erfahrung mit derlei Fragen haben.

Warum nicht einmal etwas Neues ausprobieren?

Solche Sehnsüchte können natürlich auch durch artverwandte Sportarten wie Klettern, Biken oder Canyoning geweckt werden. Warum also nicht einmal etwas Neues ausprobieren, einen Kurs oder eine Tour mit Instruktor buchen? Mit dem druckfrischen Bootsfahrerpatent, dem absolvierten Kletterkurs oder dem neuen 50 m Seil lassen sich plötzlich Dinge machen, die vorher nicht ins eigene Beuteschema passten.

Ich erkundige mich jedenfalls mal, wie man ein Boot faltet, denn meine diesbezüglichen Kenntnisse scheinen, wie erste Recherchen ergaben, hoffnungslos veraltet zu sein.

 

Weitwandern auf Flüssen. (c) Martin Marktl, Drau/Kärnten

© Martin Marktl – Bootsanlegeplatz an der Drau – unweit vom weitwanderwege.com Hauptquartier entfernt
 

Weitwandern Puntigamer Bruecke-PREININGER

 © Werner Preininger – Mein bald schwimmender Freund Gert auf der „Tour de Mur“
 

Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen – mit Martin Marktl.
Fortsetzung folgt! 🙂

Martin Marktl ist leidenschaftlicher Mehrtages-Wanderer und ist vorzugsweise auf heimischen Pfaden unterwegs. Im Laufe der letzten Jahre kamen auf Österreichs Weitwanderwegen schrittweise rund 7.000 Kilometer zusammen. Manchmal geht’s auch über die Grenze: 2012 gelang Martin im Rahmen eines Buchprojekts die Erstbegehung des 750km langen Alpe-Adria Trails. Er lebt als freier Journalist und Buchautor in Kärnten und Wien.

 

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31. Juli 2015