6 Dinge rund um den Jakobsweg, die du garantiert noch nicht wusstest



Startpunkte, Distanzen, Packlisten, Beherbergungen, geschichtlicher Hintergrund…  alles Themen, mit denen man sich vor dem Start einer Wanderung am Jakobsweg befasst. Was ist aber mit kuriosen Pilger-Bezeichnungen, dem Harpe-Kerkeling-Effekt oder Hundepilgerpässen? Dieser Beitrag befasst sich unter anderem genau mit diesen außergewöhnlichen Fakten und Bezeichnungen rund um den bekanntesten Jakobsweg, den Camino Francés. Ich bin mir sicher, das ein oder andere davon hast du bestimmt noch nicht gewusst. 

Viel Spaß beim Lesen!

Allgemeines zum Camino Francés

  • der Camino Francés ist der bekannteste & beliebteste Jakobsweg
  • er besteht aus 32 Etappen
  • die gesamte Länge beträgt knapp 800 km
  • im Durschschnitt benötigen Pilger 5 Wochen
  • im Jahr 2018 pilgerten insgesamt 327.378 Menschen diesen Weg
  • 65 % aller Pilger gehen diesen Weg

 

Fakten Camino Frances




1. Es gibt Hundepilgerpässe

Pilgerpässe für Hunde? Klingt lustig, gibt es aber mittlerweile tatsächlich. Die Pilgerurkunde wird nicht mehr nur für Menschen, sondern auch für ihre vierbeinigen Begleiter ausgestellt. Der fünfjährige Bordercollie Neo ist nun offiziell der erste Jakobspilgerhund. Neo hat gemeinsam mit seiner Besitzerin einen Teil des französischen Jakobsweg, den Camino Francés, gemeistert und in Santiago eine Pilgerurkunde erhalten. Das Projekt wurde von einer Tierschutzorganisation ins Leben gerufen, die sich schon Jahre lang um besitzerlose Hunde und Katzen am Pilgerweg kümmert.

Wegweiser Jakobsweg © shutterstock

Radfahrer am Jakobsweg © shutterstock

2. Radfahrer auf dem Camino werden als Bikegrinos bezeichnet

Der Jakobsweg kann nicht nur zu Fuß, sondern auch per Rad bezwungen werden. Im Gegensatz zu den zufußgehenden Pilgern, den Peregrinos, die bereits nach 100 km ihre Pilgerurkunde bekommen, müssen die Bikegrinos die doppelte Distanz zurücklegen. Also wenn du dachtest es ist eine Erleichterung, müssen wir dich leider enttäuschen… Der Erhalt der Urkunde erfordert auf dem Rad ebenso viel Aufwand wie zu Fuß.

 

Jakobsweg © unsplash

3. Es gibt den sogenannten Harpe-Kerkeling-Effekt

Der deutsche Entertainer Harpe Kerkeling hat 2001 den Jakobsweg bestritten und im Mai 2006 seinen Reisebericht im Buch “Ich bin dann mal weg” aufs Papier gebracht. Das Buch war 103 Wochen lang auf dem Platz 1 der Spiegel Bestsellerliste. In den Jahren 2006 und 2007 war dann ein extremer Anstieg der Pilgeranzahl aus Deutschland und der Schweiz zu verzeichnen, den man stark in Verbindung mit der Bucherscheinung gesetzt hat.

 

 

 

Wandbeschriftung Camino Frances © unsplash

Pilger am Jakobsweg © unsplash

4. Pilger des Jakobsweges unterscheiden sich von der “Normalbevölkerung”

Es gibt verschiedene Studien, die sich mit dem Jakobswegen und dessen Pilgern beschäftigen. In einer Studie kam hervor, dass sich Pilger in der Lebensbedeutung, dem Lebenssinn und den Sinneskrisen stark von “Nicht-pilgern” abheben. Der Prozess des pilgerns hat einen großen Einfluss auf diese Bereiche und die Lebensbedeutungen sind danach viel mehr im Wohlgefühl und in der Selbstverwirklichung.

 

Pilgerweg © shutterstock

5. In Spanien gibt es sogenannte Catwalk-Pilger

Früher waren die Beweggründe zum Pilgern rein religiös. Das hat sich im Laufe der letzten Jahre aber sehr stark verändert, denn heutzutage ist pilgern auf eine gewisse Art und Weise zum Trend geworden. Da man die Pilgerurkunde bereits nach 100 km erhält, haben sich einige Reiseveranstalter darauf spezialisiert die sogenannten Catwalk-Pilger direkt zu bestimmten Teilstrecken zu bringen. Auch deren Louis-Vuitton-Koffer und Leder-Rucksäcke werden zu den Unterkünften nach-chauffiert. Nicht selten sieht man mittlerweile Frauen am Jakobsweg, die frisch geschminkt aus dem Bus steigen und sich mit Steppjacken und Ballerinas ihre Pilgerurkunde abholen. Was man nicht alles für das perfekte Instagram Foto macht…

 

Camino Frances © unsplash

Wegweiser Jakobsweg © unsplash

6. Schon mal was von der Camino- Diät gehört?

Aus dem Pilger-Trend hat sich ein weiterer lustiger Begriff ergeben: die Camino-Diät. Viele Pilger berichten darüber, wie viel sie während ihrer Wanderung am Jakobsweg abgenommen haben. Teilweise sollen es bis zu 10 kilo gewesen sein. Kein Wunder wenn man sich so manche Fakten zur Wanderung ansieht… Wenn man den gesamten Jakobsweg mit knapp 800 km zu Ende bringt, macht man dabei auch insgesamt ca. 1,3 Millionen Schritte. Die meisten Pilger sind pro Tag ca. 4 bis 6 Stunden unterwegs, wodurch sich täglich ein zusätzlicher Kalorienverbrauch von 1500 bis 2000 Kalorien ergibt. Na, Grund genug den Jakobsweg ins Auge zu fassen? 


Jakobsweg Küste © unsplash

29. Oktober 2019