Die Alpenüberquerung – eine wahre Geschichte



Martina, die aus Kärnten kommt, ist eine moderne Schatzsucherin. Sie findet ihre Sehnsuchtsorte, in dem sie den Mut aufbringt, sich aufzumachen, um ihren Weg einfach zu gehen. Ihr Weg führte sie ein paar Jahre nach Brasilien und nach Barcelona. Mittlerweile ist sie in ihrer freien Zeit wandernd zu ihren Sehnsuchtszielen unterwegs. Mallorca, der Jakobsweg bis ans Kap Finesterre und eine abenteuerliche Alpenüberquerung von Salzburg nach Triest sind als Pins auf ihrer Karte.


Alles rund um die Route Fakten und Infos zum Weg und zu den Etappen

Diese Variante der Alpenüberquerung ist ein Weitwander-Abenteuer auf wenig begangenen Wegen (Mehr Infos zum Artikel in DAV Panorama 1/2018).

Fakten:

  • 4 Länder
    • Deutschland
    • Österreich
    • Slowenien
    • Italien
  • 7 Gebirgsgruppen
  • 28 Tage
  • 500 Kilometer
  • 25.0000 Höhenmeter
Mehr Infos
Maria Alm © unsplash
Julische Alpen 2Slowenien ©shutterstock
Etappenübersicht Karte © Rother Wanderführer, Christof Herrmann

Etappenübersicht

Berchtesgadener Alpen (Österreich & Deutschland)

  • Salzburg – Zeppezauerhaus
  • Zeppezauerhaus – Berchtesgaden
  • Berchtesgaden – Carl-v.-Stahl-Haus
  • Schönau (Königssee) – Wasseralm
  • Carl-v.-Stahl-Haus – Wasseralm
  • Wasseralm – Ingolstädter Haus
  • Ingolstädter Haus – Maria Alm
Mehr Infos zu den Etappen
Nationalpark Berchtesgaden Salzburg © shutterstock
Maria Alm Salzburg Steinernes Meer © shutterstock

Salzburger Schieferalpen (Österreich)

  • Maria Alm – Statzerhaus
  • Maria Alm – Statzerhaus
  • Statzerhaus – Rauris

Goldberggruppe (Österreich)

  • Rauris – Schutzhaus Neubau
  • Neubau – Fraganter Schutzhaus
  • Fraganter Schutzhaus – Stall
  • Fraganter Schutzhaus – Stall
Mehr Infos zu den Etappen

Kreuzeckgruppe (Hohe Tauern, Österreich)

  • Stall – Hugo-Gerbers-Hütte
  • Hugo-Gerbers-Hütte – Feldnerhütte
  • Hugo-Gerbers-Hütte – Greifenburg
  • Feldnerhütte – Greifenburg

Gailtaler Alpen (Österreich)

  • Greifenburg – Hermagor

Karnischer Hauptkamm (Österreich & Italien)

  • Hermagor – Dolinza-Alm
  • Dolinza-Alm – Tarvisio
Mehr Infos zu den Etappen
Hermagor Wandern Kaernten © shutterstock, Oleksandr Osipov
Tolmin Gorge Slowenien ©shutterstock

Julische Alpen (Slowenien)

  • Tarvisio – Rifugio Zacchi
  • Tarvisio – Dom v Tamarju
  • Rifugio Zacchi – Poštarski dom na Vršiču
  • Poštarski dom na Vršiču – Pogačnikov dom
  • Poštarski dom na Vršiču – Trenta
  • Pogačnikov dom – Koča na Doliču
  • Trenta – Koča na Doliču
  • Trenta – Koča pri Triglavskih jezerih
  • Koča na Doliču – Dom na Komni
  • Dom na Komni – Tolmin
Mehr Infos zu den Etappen

Friaul-Julisch Venetien (Italien)

  • Tolmin – Tribil Superiore
  • Tribil Superiore – Castelmonte
  • Castelmonte – Cormòns
  • Cormòns – Duino
  • Duino – Triest
Mehr Infos zu den Etappen
Duino Tarvis Italien 2 © shutterstock, Nicola Simeoni


„Ich glaube, wandern macht vor allem glücklich… vertreibt Kummer und Sorgen.
Die Welt ist so friedlich „da oben“ … und das inspiriert bestimmt.“


Die Idee hinter dem Vorhaben Wann und warum Martina beschlossen hat, die Alpen zu überqueren

Wann bist Du auf die Idee gekommen die Alpen zu überqueren und wo fällt einem so ein Unterfangen ein?

„Ich bin am Abend im Bett gelegen und hab mir gedacht, was ich denn diesen Sommer machen werde … ich würde gerne einen Monat reisen, wenn möglich nicht weit weg. Ich mag nicht irgendwo am Strand herumliegen … wie wärs mit wandern? Was gibts denn da so in Österreich ?
… und so bin ich im Februar über viel Suchen im Internet auf die Idee gekommen …“

 

Nationalpark Berchtesgaden © unsplash
Rauris Hohe Tauern © shutterstock, Martin Erdniss

Warum hast du dich gerade für diese Route entschieden?

„Die anderen Routen waren mir zu kurz oder zu überlaufen, der Reiz der Route sind die Schwierigkeit der einzelnen Etappen, die Höhenmeter und bestimmt auch der Einsamkeitsfaktor. Die Route ging durch vier Länder: Österreich, Deutschland, Slowenien und Italien, … drei Nationalparks: Berchtesgaden, Hohe Tauern und den Triglav – Nationalpark, … 500 km und 25.000 Hm, bis man in 28 Tagen am Mittelmeer ankommt. Der Wanderführer liegt beim Rother Verlag auf.“

Und mal ehrlich - warum will man das? Das ist ja kein Spaziergang.

„Anfangs wollt ich’s einfach probieren … schaff ich das? Im Endeffekt finden sich im Laufe des Weges verschiedenste Gründe:

  • ich will mir was beweisen… und auch anderen…
  • ich will nicht aufgeben…
  • na wenn ich schon SO weit gekommen bin , geh ich die zweite Hälfte auch noch…
  • ich will die Gruppe nicht verlieren…
  • alles ist zu schaffen…
  • weils einfach unglaublich atemberaubend schön ist…“
Maria Alm Salzburg © shutterstock
Königssee Bayern © shutterstock

Hast du (Weit)wandererfahrung?

„Ich habe Wandererfahrung, würde mich aber nicht als Expertin bezeichnen. Ich war vor zwei Jahren am portugiesischen Küstenweg (Jakobsweg von Porto über Santiago de Compostela nach Finisterre).“


„Es ist unglaublich, wie weit dich deine Füße bringen! Das Gehen tut mir gut, die Anstrengung lohnt sich.“


Die Vorbereitung Alles was du vor deiner Wanderung wissen solltest

Wie lang hast du dich auf die Tour vorbereitet? Körperlich, geistig, logistisch?

Körperlich:

  • Die letzten zwei Jahre bin ich ca. ein Mal die Woche am Berg und das letzte halbe Jahr dann öfter
  • Ich habe beim Alpenverein Klettersteigkurse absolviert

Geistig: 5 Monate davor …

Logistisch: habe im März alles gebucht und bin dann am 1. Juli los … jeder Tag jedoch braucht eine neue geistige Vorbereitung!“

Tolmin Gorge Slowenien ©shutterstock
Julische Alpen Slowenien ©shutterstock

Woher weiß man denn, was man alles braucht?

„Da gibts super hilfreiche Tipps im Internet, auch im Wanderführer und auf der Webseite des Autors (Christof Herrmann). Es ist wie im Leben … du nimmst dir die Rosinen raus … alles andere lässt du zu Hause.“

Was hast du bei der Planung dem Zufall überlassen und was auf keinen Fall?

„Zufall war auf jeden Fall die unglaubliche Gruppe, die sich gebildet hat … ein paar davon lernte ich am ersten Tag in Salzburg kennen und ich verabschiedete mich von denselben am letzten Tag in Triest … nicht dem Zufall überlassen wollte ich die Übernachtungen, es war mir sehr wichtig,  jeden Tag ein Dach überm Kopf zu haben.“

Maria Alm Salzburg Steinernes Meer © shutterstock
Trenta Slowenien Soca © shutterstock

Gehst du gerne allein?

„Ich gehe sehr gern  allein… aber auch gern zu zweit oder in der Gruppe … wies kommt, so is … jede Art zu gehen hat so seine Vor- und Nachteile. Und ich habe zum Glück gar keine Probleme Anschluss zu finden.“


„Am Weg gibts so viele Hammer-Momente, man muss nur die Augen aufmachen…“


Die Hochgefühle Von der Morgenröte zwischen den Bergen bis zu den Steinböcken am Gipfel

Wie fühlt es sich an, wenn man nach den ersten Etappen morgens aus dem Bett steigt?

 „Ein Wahnsinns – Hochgefühl … Eifer, aus dem Bett zu kommen, zu frühstücken und endlich loszugehen … was kommt heute? Morgenröte zwischen den Bergen? Steinböcke am Gipfel?“

Triglav Nationalpark, Trenta © unsplash
Tolmin Gorge Slowenien 2 ©shutterstock

Welche Momente sind die Schönsten? Die Hammer-Momente?

„Davon gibts so viele, man muss nur die Augen aufmachen: der Morgen, die Jause … Wasser, wenn du durstig bist … der erste Steinbock … das erste Grüppchen, dass auf dich in der Hütte wartet … Almwiesen wie im Märchen … der Gletscher neben dir … Das Gipfelkreuz … das Abendessen und die warme Stube nach 1750 Höhenmetern … Freunde, die auf dich warten … Anrufe von der Familie … Wasserfälle … ein Schnäpschen mit deinen „Weg- Liebsten“ …“


„Am ersten Tag kam ich in ein schreckliches und furchteinflößendes Gewitter. Da kam mir das erste Mal der Gedanke wieder zurück nach Salzburg zu gehen … Gottseidank hab ich’s nicht getan!!!“


Die Herausforderungen Über Ängste, Zweifel und weniger schöne Momente

Was hat dir auf der Tour am meisten Angst gemacht? Auch die Berge?

„Ja, einige Berge machen mir Angst… Vor allem wenn’s sehr steil wird ( bergauf oder bergab), oder sehr ausgesetzte Wege nicht seilversichert sind. Manche Stellen sind ziemlich ausgesetzt und oft hab ich mir gedacht „ ausrutschen brauchst jetzt bitte nicht, sonst liegst da unten, 200 – 300 m weiter unten am Felsen „ … die zischende, sich aufbäumende Höllenotter am sonnigen Weg werd ich bestimmt auch nie vergessen …“

 

Nationalpark Berchtesgaden © unsplash
Gewitter am Berg © pixabay

Hattest du Zweifel auf dem Weg?

„Sehr oft hatte ich Zweifel, meine Wegbegleiter haben mir darüber hinweg geholfen, indem Sie mir Mut machten … ich kam mir oft irrsinnig langsam vor … jedoch habe ich mit der Zeit meinen Rhythmus akzeptiert und mich besser organisieren und mehr genießen können … ohne das Gefühl, es eilig zu haben, die erste auf der Hütte sein zu müssen oder andere stressige Gedanken …“

 

Was war der schlimmste Moment?

„Das schreckliche und furchteinflößende Gewitter  am Untersberg am ersten Tag, da kam mir das erste Mal der Gedanke wieder zurück nach Salzburg zu gehen … Gottseidank hab ich’s nicht getan !!! Und die Begegnung mit der Höllenotter zwischen Castelmonte und Cormóns.“

Höllenotter am Wegesrand © pixabay

„Bei der Übernachtung in der Hütte sind Ohropax das Um und Auf …
EIN Schnarcher ist immer dabei!“


Hüttenübernachtung und Verpflegung Was du über die Hüttenübernachtung und die Verpflegung wissen solltest

Das Thema schlafen, wenn man völlig fertig irgendwo ankommt, ist doch sicher ein Thema oder?

Ja, allerdings: gut schlafen ist super wichtig! Eigentlich ist man jeden Tag so müde, dass das Schlafen kein Problem darstellen sollte. Manchmal hat man jedoch mit den Höhenunterschieden (Tal / Berg) oder einem schnarchenden Nachbarn zu kämpfen ;)“

Berghütte Dolomiten © unspalsh
Alpenüberquerung_ Abendstimmung auf der Dolinza Alm © Martina Bacher

Auf was muss man bei den Hütten gefasst sein?

„Ohropax sind das Um und Auf: EIN Schnarcher ist immer dabei (wäre gut, wenn’s das auch für die Nase geben würde …). Manchmal gibts kein warmes Wasser, manchmal auch kein fließendes ( das steht aber im Wanderführer) Vielleicht muss man auf die Hüttenwirte gefasst sein … da gibts von Allem etwas!“

Was hattest du denn zu essen mit? Vier Wochen Müsliriegel?

„Im Tal gibts eh alles, da kann man sich gut anhamstern. Am Berg gibts eigentlich auch wirklich viel Auswahl, es war für jeden immer was leckeres dabei. Als Jause eignet sich fantastisch Käse, Knabberwürste  und Nüsse, um dem Müsli den Riegel vorzuschieben (toller Wortwitz).“

Weiterwander Jause©pixabay
Studentenfutter © pixabay
Waschseife © pixabay

Hast Du Life-Hacks zum Thema Wäschewaschen?

„Supercool ist die Sportler – Seife … für Wäsche, Haut und Haar 🙂 3 Tage – Shirts sind zwar eklig, aber es ist ja auch noch nie jemand erstunken …“


„Das Schönste am Wandern ist die Zeit für dich Selbst und die Zeit nachzudenken: der Weg ist wie das Leben: manchmal holprig, manchmal eben, anstrengend aber lohnenswert, grenzwertig aber genial…“


Eine Auszeit auf Zeit Über Gedanken, Zeit für sich selbst und Minimalismus

Bekommen andere Dinge für dich auf dem Weg eine Bedeutung? Welche?

„Das ist ein eigenartiges Gefühl beim Wandern, auf einmal sind Alltagsprobleme wie weggewaschen und alles wird relativ. Eine große Bedeutung hat dann das wirklich Notwendige: der Weg, das Wetter, deine Füße, Wasser, die nächste Hütte … man wird minimalistischer. Man kehrt der Zivilisation bereits beim ersten Schritt den Rücken zu.“

mountains pixabay
Weitwandern im Blumenfeld_shutterstock_408632050

Hattest du wirklich Zeit über dich selbst nachzudenken oder sind die Gedanken meist beim nächsten Schritt?

„Das Schönste am Wandern ist die Zeit für dich Selbst, die Zeit nachzudenken… über alles mögliche … der Weg ist wie das Leben: manchmal holprig, manchmal eben, anstrengend aber lohnenswert, grenzwertig aber genial … steinig, steil nach oben – aber du musst wieder runter … Gratwanderungen … einsam … in Begleitung … der nächste Schritt ist immer der wichtigste … und es kommen neue Hindernisse … die bewältigst du, kannst aber auch ausweichen … deine Entscheidung …“

Bist du dir ein guter Wanderbegleiter gewesen oder ist zu viel Zeit mit sich selbst auch manchmal anstrengend?

Am Berg muss man sich selber der beste Begleiter sein, du musst wissen, wie weit es (noch) geht, wohin es geht … du findest deinen Rhythmus. Für mich ist die Zeit mit mir selbst sehr wertvoll aber es kann natürlich anstrengend werden, ich habe auch gern Leute um mich. Die Alpenüberquerung, also 28 Tage ganz mit mir alleine wäre eine ganz andere Erfahrung gewesen, besser oder schlechter weiß ich nicht … anders auf jeden Fall!“

Alpenüberquerung_Schlechtwetter© Martina Bacher

„Manchmal denkt man sich abends es kann nicht schlimmer werden, geht mutig drauf los und merkt: wow … kann es doch.“


Die neue Normalität Weitwander-Alltag und Motivation

Hat man einen Weitwander-Alltag? Wie sieht der aus?

„Zur Routine gehören Sachen wie die Vorbereitungen für die nächsten Tage, eventuell Wäsche waschen,  für Proviant und Wasser sorgen, Wetterprognosen, auf deinen Körper hören und schauen.“

Rucksack Weitwanderung©unsplash
Juliana Trail, Sedmera Jezera, Nationalpark Triglav © Slowenien Tourismus

Wie hast du dich motiviert?

„Die Motivation kommt mit der Leistung. Manchmal denkt man sich abends, es kann nicht schlimmer werden (im Sinne von anstrengender). Geht mutig drauf los und merkt … wow … kann es doch! Nach der Kreuzeckgruppe dacht ich mir „wenn ich DIE geschafft hab , sind die Julischen auch zu schaffen… Hahahaha … im Triglav Nationalpark hab ich dann ein paar Mal über diesen Gedanken geschmunzelt.“

Ist man echt so in der Natur und weg von allem anderen?

„Wenn das dein Ziel ist, sind die Berge eine tolle Gelegenheit abzuschalten. Bei manchen Leuten dauert das jedoch etwas länger … Ich kann auch gut abschalten, wenn ich eine kleine Tagestour mache und komme zurück wie ein neuer Mensch: die Berge machen mich glücklich

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„Man sollte auf ein Naturschauspiel sondergleichen vorbereitet sein.“


Der Weitwanderweg Zur Wegbeschaffenheit, Anstrengung und einer schnmerzhaften Plantarfasziitis

Kannst du etwas zu den Etappen sagen bzgl. Wegbeschaffenheit?

„Die erste Etappe ist auch die erste große Hürde, wo es steil bergauf über Fels- und Holzstufen geht. In den Berchtesgadener Alpen (Etappe 1 -6) kommt man aus dem Staunen nicht raus: Der Königsee, der Watzmann, Das Hagengebirge, das Steinerne Meer… In den Salzburger Schieferalpen (Etappe  7/8)  findet man wunderschöne Almen, bevor man ins Salzachtal uns ins grüne Raurisertal absteigt. Auch im Hochsommer sind hier enorme Schneefelder anzutreffen, und schließlich kommt man auf die Fraganter Scharte (der höchtse Gipfel der Alpenüberquerung) mit Blick auf den Mölltaler Gletscher.“

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Kreuzeckgruppe (c) shutterstock

„Auf dem unglaublichen Sadnig – Höhenweg, übers Fraganter Schutzhaus bis hinunter ins Mölltal fließt viel Schweiß und beim überqueren der Kreuzeckgruppe haben sich auch einige “Mitstreiter” verabschiedet. Atemberaubende Wege führen über einige Hürden in die Gailtaler Alpen. In Etappen 16 und 17 kommt man auf den Karnischen Hauptkamm, man geht durch große Waldgebiete, teilweise kann man noch auf Wegsperren wegen Waldarbeiten treffen, aber auch die sind zu überwinden  – man kommt dem Ziel immer näher, eine neue Art von Glücksgefühl kommt, wenn man schon über die Hälfte geschafft hat…“

„…Ein neuer Gedanke… und dann? Dann kommen die Julischen Alpen… Wir hatten alle großen Respekt vor den Felsriesen … zu Recht… im Triglav Nationalpark wirds internationaler, das “Bergpublikum” verändert sich, wie auch die Unterkünfte, Hüttenkultur und das Essen. 5 Tage Geröllfelder, riesige Felswände, Schotterwege und einige Klettereien, harte, lange, steile Etappen… gute Vorbereitung ist gefragt, und wer alleine unterwegs ist, dem empfehle ich , sich eine Begleitung zu suchen (Christine und ich waren gemeinsam ein unschlagbares Team 🙂 ) in der letzten Woche wandert man durch Friaul – Julisch Venetien, historisch und landschaftlich hochinteressant, trifft man auf waldige, hügelige Landschaften, berühmte Weinbaugebiete, leider auch sehr viel Asphalt.“

Julische Alpen (c) shutterstock
Wanderschuhe (c) shutterstock

Die Füße sind die ärmsten, man muss sie sehr pflegen! Wenn man dazu kommt, sie am Weg irgendwo in einem Bach zu kühlen, sind sie sehr dankbar … morgens und abends werden sie mit Hirschtalgcreme und ähnlichem eingeschmiert, um keine Blasen zu bekommen … hie und da mal Voltaren lässt sich kaum vermeiden. Konditionell gewinnt man am Weg dazu , man baut Kraft und Ausdauer auf … gesundheitlich hab ich mir leider eine Plantarfasziitis beiderseits zugezogen , die sehr langwierig und schmerzhaft ist.“


„Ich habe vorher mit ca. 7 kg Rucksäcken trainiert, was man unbedingt tun sollte, um Rücken, Schultern und Oberschenkel ein bisschen an das Gewicht zu gewöhnen ;)“


Die Last - das Gepäck Ich packe meinen Rucksack...

Was hast du alles geschleppt? Wie schwer war dein Rucksack?

„Da kommt schon ganz schön was zusammen , obwohl GPS Tracks, Kamera und Kompass am Smartphone sind, und ich völlig auf Wanderkarten verzichtete. Ohne Wasser kam ich also auf 10 kg , aber schon am dritten Tag habe ich 1,5 kg wieder nach hause geschickt … und als ich in Tolmin die Alpen hinter mir hatte, nochmal 2 kg.“

Weitwander-Rucksack©toomas-tartes-Yizrl9N_eDA-unsplash
Wanderrucksack (c)shutterstock

In meinem 35 l Rucksack waren:

  • 1 Paar Trekkingstöcke ( die hab ich übrigens gleich am ersten Tag vor lauter Aufregung im Kurpark in Salzburg stehen gelassen)
  • 1 Paar Grödel
  • 1 Hüttenschlafsack ( Pflicht auf den Hütten)
  • 1 Paar Wanderschuhe
  • Bekleidung: 4 Paar Socken, 4 Paar Unterhosen, 2 Sport – BHs, 1 Zipp – off Wanderhose, 1 Wandershort, 2 Langarmshirts, 1 T-shirt, 2 ärmellose Shirts, 1 Fleecejacke, 1 Regenjacke, 1 Buff, 1 Paar Handschuhe, 1 Regenhose, 1 Poncho, 1 Satz leichtes Gewand für die Hütte + Hüttenschuhe , 1 Bikini, 1 Mini – Nähset, 1 Kappe
  • 1 Sonnenbrille
  • Sonnencreme, Lippenpflegestift mit UV -Schutz,
  • 1 Mikrofaser – Handtuch ,
  • Kosmetikartikel: Zahnbürste + Zahncreme, 1 Sportlerseife ( auch für Wäsche), Deo, Rasierer
  • 1 Erste – Hilfe – Set, 1 Rettungsdecke, Blasenpflaster, Ohropax, Medizin,
  • 1 Taschenmesser, Müllbeutel, Proviant (Erdnüsse, Obst, Brot, Käse, Würstl, …)
  • 1 Wanderführer , 1 Smartphone + Ladekabel + Powerbank , 1 Stirnlampe
  • 1 Geldbeutel, Bargeld, Bankomat + Kreditkarte, Krankenversicherungskarte und den ÖAV – Mitgliedsausweis
Hiking Equipment (c) shutterstock

„Am meisten überrascht hat es mich, dass ich in Triest angekommen bin, dass mein Plan aufging, ich die Alpen überquert habe.“


Der Weg ist das Ziel Überraschungen, Gefühle und Verabschiedungen

Was hat dich bei deiner Tour am meisten überrascht?

„Am meisten überrascht hat es mich , dass ich in Triest angekommen bin, dass mein Plan aufging, ich die Alpen überquert habe… ich musste zwar die letzten zwei Etappen mit dem Bus bewältigen, weil ich mir den linken Fuß verletzte … hab’s jedoch geschafft !“

Alpe Adria Karavanke/Karawanken
Weitwandern - ein Tag ist nicht genug©rawpixel-777263-unsplash

Kannst du das Gefühl beschreiben, als du die letzten Etappen vor dir hattest?

„Nach Tolmin musste ich mich von Cristine verabschieden, sie war eine unglaublich Wegbegleitung und großartige Motivationshilfe, interessante Gesprächspartnerin und sehr lustige Gesellschaft. Das war sehr traurig, jedoch traf ich dann schnell den Rest der Gruppe wieder. Irgendwie ist es ein eigenartiges gemischtes Gefühl zwischen Erschöpfung und Wehmut …“

 

Wie hast du dich von der Überquerung, vom Weg verabschiedet? Ist man froh, wenn es vorbei ist?

„Ich glaube, ich habe die letzte Woche der Alpenüberquerung langsam begonnen, mich zu verabschieden. In Tolmin ließ ich die Alpen hinter mir und begab mich auf den Weg über die Weinberge nach Triest. Das ist ein wunderschöner Abschied und bestimmt kein Abschied für immer. Ich war sehr froh, dass ich meine Füße ausruhen konnte und hab mich nach einem Monat wandern auch schon auf zu Hause gefreut, jedoch war ich schon traurig, meine Wegbegleiter zu verabschieden. Man weiß nie, ob man sie jemals wieder sieht …  (Abschiede sind nicht so meine Stärke 😉 )“

Tolmin (c) shutterstock

Das Fazit

Auf  welche Dinge konntest du auf keinen Fall verzichten?

„Verbandszeug, GPS – Koordinaten , gute Schuhe.“

Was war völlig nutzlos, was du im Rucksack geschleppt hast?

Regenjacke (hatte auch den Poncho dabei) und Grödel (Steigeisen) waren nicht notwendig. Sehr hilfreich war hier die Threema – Gruppe , die Christof Herrmann gründete (er selbst war zu der Zeit auch gerade unterwegs), in der aktuelle Informationen über Wegbeschaffenheit, evtl. Sperren, Umleitungen, etc. mit Leuten , die auch am Weg waren, ausgetauscht werden konnten.“

Wenn du nur drei Dinge mitnehmen könntest – welche wären das?

„Wow … schwierig … wahrscheinlich Schuhe , Wasser und frische Unterhosen.“

Gibt es Apps oder irgendwas, was du empfehlen könntest?

„Die Rother – Wanderapp mit den täglichen Routen , GPS Daten , Schwierigkeitsangaben und tollen Beschreibungen … die Wetterapp „meteoblue“ hat sehr verlässliche Wetterdaten.“

Rauris Hohe Tauern © shutterstock, Martin Erdniss

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7. September 2020