Die Alpenüberquerung – eine wahre Geschichte



Martina, die aus Kärnten kommt, ist eine moderne Schatzsucherin. Sie findet ihre Sehnsuchtsorte, in dem sie den Mut aufbringt, sich aufzumachen, um ihren Weg einfach zu gehen. Ihr Weg führte sie ein paar Jahre nach Brasilien und nach Barcelona. Mittlerweile ist sie in ihrer freien Zeit wandernd zu ihren Sehnsuchtszielen unterwegs. Mallorca, der Jakobsweg bis ans Kap Finesterre und eine abenteuerliche Alpenüberquerung von Salzburg nach Triest sind als Pins auf ihrer Karte.

Was euch erwartet:

Es bleibt spannend!

Diese Themen folgen im Laufe der nächsten Wochen:

  • Die Hütten und der gute Schlaf – folgt am 25. September
  • Alles rund um die Verpflegung – folgt am 25. September
  • Eine Auszeit auf Zeit – folgt am 25. September
  • Die neue Normalität – folgt am 25. September
  • Der Weitwanderweg – folgt am 12. Oktober 
  • Die Last – das Gepäck – folgt am 12. Oktober 
  • Der Weg ist das Ziel – folgt am 12. Oktober 
  • Das Fazit – folgt am 12. Oktober 

 

 

Trenta Slowenien © shutterstock
Hermagor Wandern Kaernten © shutterstock, Oleksandr Osipov
Duino Tarvis Italien © shutterstock, Nicola Simeoni

Alles rund um die Route Fakten und Infos zum Weg und zu den Etappen

Diese Variante der Alpenüberquerung ist ein Weitwander-Abenteuer auf wenig begangenen Wegen (Mehr Infos zum Artikel in DAV Panorama 1/2018).

Fakten:

  • 4 Länder
    • Deutschland
    • Österreich
    • Slowenien
    • Italien
  • 7 Gebirgsgruppen
  • 28 Tage
  • 5.000 Kilometer
  • 25.0000 Höhenmeter
Mehr Infos
Maria Alm © unsplash
Julische Alpen 2Slowenien ©shutterstock
Etappenübersicht Karte © Rother Wanderführer, Christof Herrmann

Etappenübersicht

Berchtesgadener Alpen (Österreich & Deutschland)

  • Salzburg – Zeppezauerhaus
  • Zeppezauerhaus – Berchtesgaden
  • Berchtesgaden – Carl-v.-Stahl-Haus
  • Schönau (Königssee) – Wasseralm
  • Carl-v.-Stahl-Haus – Wasseralm
  • Wasseralm – Ingolstädter Haus
  • Ingolstädter Haus – Maria Alm
Mehr Infos zu den Etappen
Nationalpark Berchtesgaden Salzburg © shutterstock
Maria Alm Salzburg Steinernes Meer © shutterstock

Salzburger Schieferalpen (Österreich)

  • Maria Alm – Statzerhaus
  • Maria Alm – Statzerhaus
  • Statzerhaus – Rauris

Goldberggruppe (Österreich)

  • Rauris – Schutzhaus Neubau
  • Neubau – Fraganter Schutzhaus
  • Fraganter Schutzhaus – Stall
  • Fraganter Schutzhaus – Stall
Mehr Infos zu den Etappen

Kreuzeckgruppe (Hohe Tauern, Österreich)

  • Stall – Hugo-Gerbers-Hütte
  • Hugo-Gerbers-Hütte – Feldnerhütte
  • Hugo-Gerbers-Hütte – Greifenburg
  • Feldnerhütte – Greifenburg

Gailtaler Alpen (Österreich)

  • Greifenburg – Hermagor

Karnischer Hauptkamm (Österreich & Italien)

  • Hermagor – Dolinza-Alm
  • Dolinza-Alm – Tarvisio
Mehr Infos zu den Etappen
Hermagor Wandern Kaernten © shutterstock, Oleksandr Osipov
Tolmin Gorge Slowenien ©shutterstock

Julische Alpen (Slowenien)

  • Tarvisio – Rifugio Zacchi
  • Tarvisio – Dom v Tamarju
  • Rifugio Zacchi – Poštarski dom na Vršiču
  • Poštarski dom na Vršiču – Pogačnikov dom
  • Poštarski dom na Vršiču – Trenta
  • Pogačnikov dom – Koča na Doliču
  • Trenta – Koča na Doliču
  • Trenta – Koča pri Triglavskih jezerih
  • Koča na Doliču – Dom na Komni
  • Dom na Komni – Tolmin
Mehr Infos zu den Etappen

Friaul-Julisch Venetien (Italien)

  • Tolmin – Tribil Superiore
  • Tribil Superiore – Castelmonte
  • Castelmonte – Cormòns
  • Cormòns – Duino
  • Duino – Triest
Mehr Infos zu den Etappen
Duino Tarvis Italien 2 © shutterstock, Nicola Simeoni


„Ich glaube, wandern macht vor allem glücklich… vertreibt Kummer und Sorgen.
Die Welt ist so friedlich „da oben“ … und das inspiriert bestimmt.“


Die Idee hinter dem Vorhaben Wann und warum Martina beschlossen hat, die Alpen zu überqueren

Wann bist Du auf die Idee gekommen die Alpen zu überqueren und wo fällt einem so ein Unterfangen ein?

„Ich bin am Abend im Bett gelegen und hab mir gedacht, was ich denn diesen Sommer machen werde … ich würde gerne einen Monat reisen, wenn möglich nicht weit weg. Ich mag nicht irgendwo am Strand herumliegen … wie wärs mit wandern? Was gibts denn da so in Österreich ?
… und so bin ich im Februar über viel Suchen im Internet auf die Idee gekommen …“

 

Nationalpark Berchtesgaden © unsplash
Rauris Hohe Tauern © shutterstock, Martin Erdniss

Warum hast du dich gerade für diese Route entschieden?

„Die anderen Routen waren mir zu kurz oder zu überlaufen, der Reiz der Route sind die Schwierigkeit der einzelnen Etappen, die Höhenmeter und bestimmt auch der Einsamkeitsfaktor. Die Route ging durch vier Länder: Österreich, Deutschland, Slowenien und Italien, … drei Nationalparks: Berchtesgaden, Hohe Tauern und den Triglav – Nationalpark, … 500 km und 25.000 Hm, bis man in 28 Tagen am Mittelmeer ankommt. Der Wanderführer liegt beim Rother Verlag auf.“

Und mal ehrlich - warum will man das? Das ist ja kein Spaziergang.

„Anfangs wollt ich’s einfach probieren … schaff ich das? Im Endeffekt finden sich im Laufe des Weges verschiedenste Gründe:

  • ich will mir was beweisen… und auch anderen…
  • ich will nicht aufgeben…
  • na wenn ich schon SO weit gekommen bin , geh ich die zweite Hälfte auch noch…
  • ich will die Gruppe nicht verlieren…
  • alles ist zu schaffen…
  • weils einfach unglaublich atemberaubend schön ist… „
Maria Alm Salzburg © shutterstock
Königssee Bayern © shutterstock

Hast du (Weit)wandererfahrung?

„Ich habe Wandererfahrung, würde mich aber nicht als Expertin bezeichnen. Ich war vor zwei Jahren am portugiesischen Küstenweg (Jakobsweg von Porto über Santiago de Compostela nach Finisterre).“


„Es ist unglaublich, wie weit dich deine Füße bringen! Das Gehen tut mir gut, die Anstrengung lohnt sich.“


Die Vorbereitung Alles was du vor deiner Wanderung wissen solltest

Wie lang hast du dich auf die Tour vorbereitet? Körperlich, geistig, logistisch?

Körperlich:

  • Die letzten zwei Jahre bin ich ca. ein Mal die Woche am Berg und das letzte halbe Jahr dann öfter
  • Ich habe beim Alpenverein Klettersteigkurse absolviert

Geistig: 5 Monate davor …

Logistisch: habe im März alles gebucht und bin dann am 1. Juli los … jeder Tag jedoch braucht eine neue geistige Vorbereitung!“

Tolmin Gorge Slowenien ©shutterstock
Julische Alpen Slowenien ©shutterstock

Woher weiß man denn, was man alles braucht?

„Da gibts super hilfreiche Tipps im Internet , auch im Wanderführer und auf der Webseite des Autors (Christof Herrmann). Es ist wie im Leben … du nimmst dir die Rosinen raus … alles andere lässt du zuhause.“

Was hast du bei der Planung dem Zufall überlassen und was auf keinen Fall?

„Zufall war auf jeden Fall die unglaubliche Gruppe , die sich gebildet hat … ein paar davon lernte ich am ersten Tag in Salzburg kennen und ich verabschiedete mich von denselben am letzten Tag in Triest … nicht dem Zufall überlassen wollte ich die Übernachtungen , es war mir sehr wichtig , jeden Tag ein Dach überm Kopf zu haben.“

Maria Alm Salzburg Steinernes Meer © shutterstock
Trenta Slowenien Soca © shutterstock

Gehst du gerne allein?

„Ich gehe sehr gern  allein … aber auch gern zu zweit oder in der Gruppe … wies kommt , so is … jede Art zu gehen hat so seine Vor- und Nachteile. Und ich habe zum Glück gar keine Probleme Anschluss zu finden.“


„Am Weg gibts so viele Hammer-Momente, man muss nur die Augen aufmachen…“


Die Hochgefühle Von der Morgenröte zwischen den Bergen bis zu den Steinböcken am Gipfel

Wie fühlt es sich an, wenn man nach den ersten Etappen morgens aus dem Bett steigt?

 „Ein Wahnsinns – Hochgefühl … Eifer , aus dem Bett zu kommen , zu frühstücken und endlich loszugehen … was kommt heute ? Morgenröte zwischen den Bergen ? Steinböcke am Gipfel?“

Triglav Nationalpark, Trenta © unsplash
Tolmin Gorge Slowenien 2 ©shutterstock

Welche Momente sind die Schönsten? Die Hammer-Momente?

Davon gibts so viele, man muss nur die Augen aufmachen: der Morgen , die Jause … Wasser , wenn du durstig bist … der erste Steinbock … das erste Grüppchen , dass auf dich in der Hütte wartet … Almwiesen wie im Märchen … der Gletscher neben dir … Das Gipfelkreuz … das Abendessen und die warme Stube nach 1750 Höhenmetern … Freunde , die auf dich warten … Anrufe von der Familie … Wasserfälle … ein Schnäpschen mit deinen „Weg- Liebsten“ …


„Am ersten Tag kam ich in ein schreckliches und furchteinflößendes Gewitter. Da kam mir das erste Mal der Gedanke wieder zurück nach Salzburg zu gehen … Gottseidank hab ich’s nicht getan !!!“


Die Herausforderungen Über Ängste, Zweifel und weniger schöne Momente

Was hat dir auf der Tour am meisten Angst gemacht? Auch die Berge?

„Ja , einige Berge machen mir Angst… Vor allem wenn’s sehr steil wird ( bergauf oder bergab), oder sehr ausgesetzte Wege nicht seilversichert sind. Manche Stellen sind ziemlich ausgesetzt und oft hab ich mir gedacht „ ausrutschen brauchst jetzt bitte nicht, sonst liegst da unten , 200 – 300 m weiter unten am Felsen „ … die zischende , sich aufbäumende Höllenotter am sonnigen Weg werd ich bestimmt auch nie vergessen …“

 

Nationalpark Berchtesgaden © unsplash
Gewitter am Berg © pixabay

Hattest du Zweifel auf dem Weg?

„Sehr oft hatte ich Zweifel , meine Wegbegleiter haben mir darüber hinweg geholfen, indem Sie mir Mut machten … ich kam mir oft irrsinnig langsam vor … jedoch habe ich mit der Zeit meinen Rhythmus akzeptiert und mich besser organisieren und mehr genießen können … ohne das Gefühl, es eilig zu haben, die erste auf der Hütte sein zu müssen oder andere stressige Gedanken …“

 

Was war der schlimmste Moment?

„Das schreckliche und furchteinflößende Gewitter  am Untersberg am ersten Tag, da kam mir das erste Mal der Gedanke wieder zurück nach Salzburg zu gehen … Gottseidank hab ich’s nicht getan !!! Und die Begegnung mit der Höllenotter zwischen Castelmonte und Cormóns.“

Höllenotter am Wegesrand © pixabay

Noch mehr Weitwander-Inspiration

7. September 2020