Trockene und nasse Tipps für ein Wochenende: Millstätter See inklusive…

Weitwandern am Millstätter See Höhensteig, Blick von der Millstätter Alpe ins Tal (c) Martin Marktl

Martin ist zwischen Seeboden und Döbriach unterwegs. Dieser Teil im Süden Österreichs zählt vor allem in der zweiten Sommerhälfte zu den besonders schönen Touren Kärntens. Die Strecke lässt sich dank der großzügigen Hütteninfrastruktur in verschieden große Häppchen aufteilen und eignet sich daher auch bestens für eine Wochenend-Wanderung. Und wer am Berg kein Wasser abgekriegt hat, springt am Ende der Tour am besten gleich direkt in den Millstätter See.

 

Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen… – von und mit Martin Marktl.

 

Unterwegs in den Millstätter Highlands.

Wie sich ja bereits herumgesprochen hat, werden Österreichs Jakobswege in Bälde hier am Portal vertreten sein. Auch der Alpe Adria Trail gehört zu jenen Langstrecken, die in unserer Tourenauswahl vorgestellt werden – und neben den Jakobswegen zu den ausgedehntesten Unternehmungen gehören. Dass man beides miteinander verbinden kann, beweist Weitwanderer Jakob, der gerade jetzt am Alpe Adria Trail durch Kärnten zieht und seine Erlebnisse tagesaktuell und farbenfroh in seinem Facebook Blog schildert. Der gelungene Name seines Reiseberichts: Jakobs Weg.

Jakob hat gerade in einem Anflug wahrer Todesverachtung die Millstätter Alpen hinter sich gebracht. Normalerweise sind die Nocken am See eine familiengerechte Sache, doch bei den derzeitigen Wetterkapriolen kann es auch dort passieren, dass einem die Hagelkörner um die Ohren pfeifen. Nichtsdestotrotz möchte ich heute gerade diese Bergtour vor den Vorhang holen, weil sie meiner Meinung nach vor allem in der zweiten Sommerhälfte zu den besonders schönen Touren Kärntens zählt. Und ich hoffe, dass man es mir nachsieht, wenn ich in den knapp 30 Wochen, die ich hier bereits übers Wandern schreibe, zum dritten Mal an den Millstätter See zurückkehre.

Zwischen Seeboden und Döbriach lässt sich nämlich eine Wochenendtour andenken, die ich in etwas anderer Form bereits im Juni kurz angesprochen habe. Man folgt über weite Teile dem Millstätter See Höhensteig, der trotz seiner Ausflüge ins Gebirge auch immer wieder runter ans Ufer führt. Die Strecke lässt sich dank der großzügigen Hütteninfrastruktur in verschieden große Häppchen aufteilen – die Möglichkeit (zumindest) einer aussichtsreichen Übernachtung über der Waldgrenze inklusive.

Seeboden ist nicht nur die Absprungrampe für den Höhensteig, sondern auch gleichzeitig Etappenstartpunkt 12 des Alpe Adria Trails. Für beides empfiehlt sich ein früher Start in den Tag, denn die 1500 Höhenmeter, die in den kommenden Stunden am Programm stehen, lassen sich am kühlen Vormittag leichter gehen. Beim ersten Aussichtsbalkon am Weg, der fast das ganze Jahr über geöffneten Pichlhütte, gibt’s die Möglichkeit, die Tour bei instabiler Wetterlage etwas abzukürzen, und über die Laubendorfer Alm weiterzuziehen. Gipfelaspiranten werden aber den Tschiernock und die darauffolgende Kammwanderung über Hochpalfennock und Tschierweger Nock nicht auslassen.

Für mich eine der nettesten und schönsten Hütten bisher markiert den planmäßigen Abschluss der Etappe: Auf der Alexanderhütte lässt sich’s dank hervorragender Küche, äußerst sympathischer Belegschaft, angeschlossener Biosennerei und Sauna nach der langen Tour in jeder Hinsicht ganz gut entspannen.

Weiter geht’s am nächsten Tag über die Millstätter Hütte rauf auf den Kamplnock. Nachdem ja schon das Frühstück auf rund 1800 Metern Seehöhe gereicht wurde, ist der höchste Punkt des Tages (2.100 m) g’schwind erreicht. Am Berggrat geht’s weiter Richtung Granattor – einem von mehreren stilvollen Elementen entlang des Höhenweges. Rund drei Stunden später steht man am Ostende des Millstätter Sees und hat in Döbriach die Möglichkeit, ins Wasser zu hüpfen. Was Jakob nicht mehr tat, denn Wasser hatte er am Berg wahrlich schon genug.

Wer ein paar Tage mehr zur Verfügung hat, kann nun entweder am Millstätter Höhensteig die Seerunde über Mirnock, Südufer (Tipp: Den Egelsee unbedingt mitnehmen!) und der an anderer Stelle vorgestellten Tour aufs Goldeck fortsetzen. Oder aber man bleibt am Alpe Adria Trail und hängt die Tour durch die Nockberge an. Hier wie dort warten einige spektakuläre Höhenmeter auf den hungrigen Gipfelstürmer.

Bleibt mir nur, Euch allen das dafür passende Wetter zu wünschen.

 

Aus unserer Blog-Reihe: Das Weite suchen – mit Martin Marktl.
Fortsetzung folgt!

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Weitere Infos zum Millstätter See Höhensteig –
Kärntens ersten ausgezeichneten Weitwanderweg – findet Ihr HIER!

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Martin Marktl ist leidenschaftlicher Mehrtages-Wanderer und ist vorzugsweise auf heimischen Pfaden unterwegs. Im Laufe der letzten Jahre kamen auf Österreichs Weitwanderwegen schrittweise rund 5.000 Kilometer zusammen. Manchmal geht’s auch über die Grenze: Im Vorjahr gelang Martin im Rahmen eines Buchprojekts die Erstbegehung des Alpe-Adria Trails. Er lebt als glücklicher, frei(laufend)er Journalist und Buchautor in Kärnten und Wien.

Weitwandern am Millstätter See Höhensteig, Blick von der Millstätter Alpe ins Tal (c) Martin Marktl

Weitwandern am Millstätter See Höhensteig, Blick von der Millstätter Alpe ins Tal (c) Martin Marktl

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Jakobsweg Österreich

Bildinfo:

© Martin Marktl – Blick von der Millstätter Alpe ins Tal

 

22. Januar 2015