Spuren im Schnee, die unsere Winterwanderung kreuzen. Aber wer war schon vor uns da? So wie wir Menschen Spuren hinterlassen, so macht sich auch die Tierwelt bemerkbar – und das weckt in vielen von uns eine große Neugierde. Wer nämlich die Kunst des Fährtenlesens beherrscht, kann so einiges über unsere Wegbegleiter lernen.

Fährte, Spur oder Tritt....alles das Gleiche? Der feine Unterschied

  • Die nacheinander folgenden Fußspuren, auch Trittsiegel genannt formen die Fährte oder eine Spur.

 

  • Als Fährte werden die Tritte von Hirsch-, Reh-, Stein-, Gams-, oder Schwarzwild bezeichnet.

 

  • Spuren sind alle anderen Trittbilder, also die Fußabtritte von Hasen, Eichhörnchen oder von einem Raubwild wie einem Marder, Fuchs oder Dachs.

 

  • Handelt es sich um ein Federwild, spricht man von Geläufe.
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Natur lesen lernen Ein Fußabduck - zig Informationen...

Ein Fußabdruck gibt nicht nur Aufschluss über die Tierart, sondern auch über dessen Alter, Geschlecht, Fortbewegungsrichtung und auf die Gangart – also ob das Tier auf der Flucht war, ob es gemütlich dahinging oder es schnell trabte.


Auf der Flucht oder gemächliches durch die Landschaft ziehen Hasensprung im Schnee - eine Besonderheit

Auch der Hase hat so seine eigene Taktik. Da sie sich nur in zwei Gangarten fortbewegen, also hoppeln oder flüchten, haben sie eine ganz andere Spur – diese wird laut bekannten Tierforschern auch als Hasensprung bezeichnet. Die hinteren Tritte setzten sich nicht in die Vorderen, sondern die längeren Hinterläufer setzten sich paarweise vor die kürzeren Vorderläufer.

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Hinter jeder Spur steckt eine Geschichte...

Je nachdem wie sich das Tier bewegt, so werden auch die Tritte der rechten und linken Läufe seitlich einer Mittellinie gesetzt. Der Raum zwischen den rechten und linken Fußabtritten heißt Schrank, der Längsabstand wird als Schrittlänge bezeichnet.

  • Manche Tiere weisen besonders einzigartige Spurenbilder auf, wie das ruhige Traben eines Raubwildes. Das ist besonders gut bei einem Fuchs sichtbar, wenn er die Fußbewegungen der vorderen und hinteren Läufer ineinander, aber auch ohne eine Schränkung gerade hintereinander setzt. Das kunstvolle Ergebnis ist eine perlenartige Schnur, die sich durch den tiefen Schnee zieht.

 

  • Paarsprünge deuten auf einen Marder hin. Das ist daran erkennbar, wenn zwei Trittsiegel paarweise nebeneinander vorkommen.Eine genagelte Spur hinterlässt der Marder, die er mit seinen Grabekrallen der Vorderbraken in den Schnee zeichnet.

 

  • Beim langsamen ziehen und schnellen Traben besteht der Fußabdruck aus zwei übereinander liegenden Trittsiegeln, dem Hinter- und Vorderlaufabdruck. Sind die Tiere auf der Flucht, bewegen sie sich sprungartig fort. Dabei überspringen die Hinteren die Vorderen und umso weiter der Abstand dazwischen ist, umso schneller waren sie.
Tierspuren erkennen http://www.natuerlich-online.ch/fileadmin/Natuerlich/Archiv/2007/01-07/20-23_tierspuren.pdf
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Könnt ihr folgende Tiere unterscheiden? Ein Tierspuren-Rätsel

Spuren im Schnee eindeutig zuzuordnen ist gar nicht so einfach. Kannst du erkennen, welche Tiere hier durch den Schnee gestapft sind?

Hund oder Fuchs?

 

 

 

 

 

Fuchs oder Hund? http://www.natuerlich-online.ch/fileadmin/Natuerlich/Archiv/2007/01-07/20-23_tierspuren.pdf

Hase oder Eichhörnchen?

Hase oder Eichhörnchen? http://www.natuerlich-online.ch/fileadmin/Natuerlich/Archiv/2007/01-07/20-23_tierspuren.pdf

Ihr wollt bei eurer Winterwanderung Spuren sichern? – so geht’s: Eine Anleitung zur Spurensicherung

  • Den Trittsiegel, die feuchte Erde oder den gefrorenen Schnee konservieren
  • Den Fußabtritt von Blättern und Tannennadeln befreien
  • Einen Kartonstreifen um den Fußabdruck in die Unterlage eindrücken
  • Modelliergips anrühren
  • Das Trittsiegel damit ca. 2 cm übergießen
  • Nach 20 min den Gips samt Kartonumrandung ausgraben und den Gips rasten lassen, so dass er fertig trocknen kann
  • Kartonrand entfernen und den Abdruck mit Hilfe einer alten Zahnbürste reinigen.
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RespekTIERE Rücksicht und Respekt für unsere Natur

Die Spuren im Schnee zu beobachten kann während einer Winterwanderung sehr faszinieren – sie sind sozusagen die Sprache der Tiere und der Natur. Sind die Wildtiere nur auf Nahrungssuche gewesen oder waren sie wie wir Menschen am Kontakte knüpfen? So genau werden wir das wahrscheinlich nicht erfahren. Eines sollte aber immer in den Gedanken des Wandernden sein: Nämlich Rücksicht auf die Tierwelt zu nehmen und ihnen ihre Ruhe lassen, so dass Spuren der Angst, Flucht oder sogar tödlichem Stress nicht mehr so oft unsere Wege kreuzen.

Wer die Spuren der Tiere versteht, versteht auch die Natur. Und mit diesem Wissen seid ihr schon vielen Menschen ein Schritt voraus.

5. Februar 2015