Wandertipps für alle Felle!

Luigi und Anita am Tappenkarsee, © Anita Bott

"Wandern liegt wieder hoch im Kurs. Immer mehr sportliche Hundebesitzer zieht es mit ihren vierbeinigen Kameraden in die Berge. Auch „Bello“, „Max“ und Co haben sichtlich Spaß an der Bewegung in der Natur. Gerade an sehr warmen Sommertagen bieten schattige Wälder und Gebirgsbäche eine willkommene Abkühlung für Hund und Herrchen. Was gibt es schöneres, als sich gemeinsam mit seiner Fellnase auf eine mehrtägige Expedition in die Alpen zu begeben? "

Seit mittlerweile drei Jahren weicht mir  mein treuer Weggefährte „Luigi“ bei jeder Wanderung nicht von der Seite. Flink wie ein Wiesel und leichtfüßig wie eine Gams, sprintet er fast unermüdlich den Berg hinauf. Dabei habe ich manchmal ganz schön zu tun, mit seinem Tempo Schritt zu halten. Immer wieder dreht er sich zu mir um und blickt mich fragend an, also wollte er sagen: „Wo bleibst du denn so lange“? Er lässt mir kaum Zeit zu verschnaufen und will immer in Bewegung bleiben. Es ist wirklich erstaunlich wie viel Kraft und Ausdauer in diesem kleinen Energiebündel stecken, denn Luigi ist eigentlich ein eher untypischer Wander-Begleithund. Mit seinen 2,7 Kilo zählt der freche Chihuahuabub zu den kleinsten Vertretern seiner Artgenossen, doch das scheint ihm keineswegs zu stören. Am liebsten sind wir fast jedes Wochenende auf dem Salzburger Almenweg unterwegs. Viele der 31 Etappen kennt er bereits in und auswendig und manchmal bleiben wir auch gerne über Nacht auf der Alm.

Luigi am Rossbrand in Radstadt, © Anita Bott

Luigi am Rossbrand in Radstadt, © Anita Bott

Luigi und Anita am Tappenkarsee, © Anita Bott

Luigi und Anita am Tappenkarsee, © Anita Bott

Doch eine mehrtägige Wanderung muss sorgfältig vorbereitet sein.  Dazu zählt eine umfassende Tourenrecherche sowie eine optimale wetterfeste Wanderausrüstung und natürlich genügend Proviant für den Zwei- und Vierbeiner. Eine Wasserflasche für den Hund und einen leichten, faltbaren Hundenapf (aus Kunststoff) sowie Trockenfutter und eine Hundedecke sollten im Rucksack ebenfalls nicht fehlen. Oft bekommt  Luigi genau dann Durst, wenn weit und breit kein Bach in Sicht ist. Ab und an ein kleiner Hundesnack zwischendurch gibt ihm wieder Kraft für den Aufstieg. Vor allem kleine Hunderassen neigen öfters zu Unterzuckerung. Ich nehme bei jeder Wanderung daher immer ein paar Stück Traubenzucker mit. Das gibt mir selbst rasch Energie und zur Not kann ich auch meinem Hund etwas davon ins Wasser mischen.

Wichtig ist vor allem, dass der Hund gesund und fit für eine Wanderung ist. Zur Sicherheit kann man auch den Tierarzt vorab konsultieren. Vor allem auf Junghunde, welche noch nicht voll ausgewachsen, sind und auf Hundesenioren sollte man besonders Rücksicht nehmen. Für erstere kann eine übermäßige Belastung der Gelenke physische Folgeschäden verursachen. Ältere Hunde brauchen viele Pausen und sollten ebenfalls nur leichte Touren gehen.

Leine und Halsband, bzw. ein gut sitzendes Brustgeschirr dürfen ebenfalls nicht fehlen, da auf den meisten Wegen ausnahmslose Leinenpflicht herrscht. Ich verwende am liebsten einen speziell gepolsterten Hüftgurt an dem eine längere Führleine an einem Karabiner befestigt wird. So habe ich beide Hände für meine Wanderstöcke frei. Diese speziellen „Jogginggurte“ findet man in jedem gut sortierten Tierfachhandel od. im Internet. Leider halten sich nicht alle Hundebesitzer an die Vorschrift und so treffen wir immer wieder auf freilaufende Hunde, deren Besitzer oft weit außer Sichtweite folgen. Gefährlich wird es dann, wenn sich die Hunde einer Mutterkuhherde nähern oder sogar versuchen die Tiere zu hetzen. Kühe verfügen über einen natürlichen Schutzinstinkt und verteidigen rigoros ihre Kälber. Im Idealfall weicht man einer Rinderherde daher großräumig aus und verhält sich dabei ruhig. Sollte sich die Herde dennoch in Bewegung setzen – vor allem Jungtiere sind oft sehr neugierig und frech – gilt es nicht nicht in Panik zu geraten. In diesem Fall leint man den Hund am besten kurzzeitig ab und entfernt sich zügig von der Herde. Auch die Jägerschaft sieht es nicht gerne, wenn der Vierbeiner leinenlos im Wald umher streift und das Wild aufscheucht. Bei Begegnungen mit anderen Wanderern und Hundehaltern sollten die Tiere aus Rücksicht und Respekt ebenfalls angeleint bleiben. Einige Menschen haben Angst vor Hunden, sogar vor meinem kleinen Zwerg. Andere Hundehalter finden es besonders ärgerlich, wenn ein fremder Hund auf sie zustürmt und ein Konflikt unter den Artgenossen schon vorprogrammiert scheint. Besser ist es, den andren Hundehalter immer vorerst zu fragen, ob ein direkter Kontakt zwischen den Hunden erwünscht ist.

Luigi mit Begleitung unterwegs am Salzburger Almenweg, © Anita Bott

Luigi mit Begleitung unterwegs am Salzburger Almenweg, © Anita Bott

Auf dem Salzburger Almenweg trifft man mittlerweile auf viele große und kleine Vierbeiner. Möchte man mit dem Hund auf einer Hütte übernachten, sollte man jedoch schon im Vorfeld mit dem Bewirtschafter abklären, ob Hunde erlaubt sind. Manche Bettenlager bleiben den Vierbeinern aus Rücksicht zu den anderen Gästen verwehrt. In diesem Fall schläft der Hund beispielsweise auf dem Flur oder in der Gaststube. In Einzel- od. Doppelzimmern ist es meist unproblematisch, daher frage ich bei der Hütte meist nach einem separaten Zimmer, falls vorhanden, an.

Manche Beherbergungsbetriebe haben sich sogar auf Hunde spezialisiert. Im Berghotel Arthurhaus am Hochkönig gibt es zum Beispiel eine eigene Hunde-Speisekarte sowie eine eingezäunte Spielwiese und einen Hundeparcours. Auch eine Hundeflüsterin kommt regelmäßig an den Wochenenden zu Besuch. Hunde übernachten hier kostenlos! Zu Luigis absoluten Touren-Favourites zählen der Oberhüttensee (Etappe 25 Zustieg über die Vögeialm in Forstau), der Tappenkarsee (Etappe 15, Zustieg über den Jägersee in Kleinarl), das Gebiet um den Hochkönig (Etappe 1 + 2) sowie eine Wanderung entlang zahlreicher Wasserfälle von Bad Gastein hinauf ins Naßfeld/Sportgastein (Etappe 12), um nur einige zu nennen.

Mit entsprechender Vorbereitung und Rücksichtnahme auf Tier und Mensch steht einem unvergesslichen Wandererlebnis in den Bergen somit nichts im Weg.

Hundetreff beim Arthurhaus, © Antia Bott

Hundetreff beim Arthurhaus, © Arthurhaus

Hundeparcours beim Arthurhaus, © Anita Bott

Hundeparcours beim Arthurhaus, © Arthurhaus

Weitere Infos zum Salzburger Almenweg unter: www.salzburger-almenweg.at

Autor: Anita Bott, Projektleitung Salzburger Almenweg

Kontakt & Informationen

salzburger-almenweg-enzian

Salzburger Land Tourismus GmbH
Markt 1
5620 Schwarzach
Tel.: +43(0)6415-7212
info@salzburgerland.at
www.salzburger-almenweg.at

7. September 2016